Die 4 größten Erkältungsmythen auf dem Prüfstand

Soll ich bei Schnupfen die Nase hochziehen? Und müssen es immer gleich Antibiotika sein? Praxisvita räumt mit typischen Erkältungsmythen auf und erklärt, wie Sie eine Ansteckung verhindern.

Atemwegsinfekte sind die häufigsten Ansteckungen bei Menschen überhaupt: Sie machen laut DAK-Gesundheitsreport hierzulande 20 Prozent der Krankschreibungen aus. Aber sooft wir auch husten und schniefen, so häufig irren wir auch, wenn es um Ursachen und Vorbeugung geht. Praxisvita klärt die größten Erkältungsmythen auf – und verrät, mit welchen Tricks Sie sich und andere vor einer Ansteckung mit einer lästigen Erkältung schützen.

Erkältung vermeiden
Laut einer der Erkältungsmythen kann man sich vor einer Erkrankung nicht schützen, wenn viele Menschen zusammenkommen. Doch das ist ein Irrtum – Händewaschen schützt© Fotolia

Erkältungsmythen auf dem Prüfstand

Zum Beispiel gehen immer noch viele Menschen davon aus, dass die Grippeimpfung eine Art Universalschutz ist: Einmal im Jahr angewendet, soll sie dem Glauben nach zuverlässig vor grippalen Infekten aller Art schützen. Doch das ist ein Irrtum! Die Grippeimpfung schützt nur gegen eine Influenza. Anders als bei einer normalen Erkältung beginnt diese oft ganz plötzlich mit hohem Fieber und Schüttelfrost und hat für gewöhnlich einen schwereren Verlauf als ein einfacher Infekt. Eine Impfung gegen die Erkältung gibt es bisher nicht – immerhin gibt es über 200 verschiedenen Virusarten, die die Beschwerden auslösen können.

Wer viel unter Menschen ist, wird garantiert krank

Eine weitere der häufigsten Erkältungsmythen ist, dass man sich ohnehin nicht richtig vor Erkältungen schützen kann, wenn man viel mit anderen Menschen zusammen ist. Doch auch das ist falsch: Nichts kommt häufiger mit anderen Menschen und Gegenständen in Berührung, als unsere Hände. Daher gibt es keinen besseren Schutz gegen eine Ansteckung, als gründliches Händewaschen unter fließendem Wasser. Achten Sie dabei darauf, dass Sie die Seife auch zwischen den Fingern und am Nagelbett gründlich verteilen. Denn: Wir fassen uns unbewusst etwa alle vier Minuten ins Gesicht, wodurch sich Viren und Bakterien besser in der Schleimhaut einnisten können.

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Antibiotika
Gegen Antibiotika entwickeln wir schnell Resistenzen – Naturheilmittel können daher eine Alternative zur Behandlung sein© Fotolia

Extra-Tipps: Wenn Antibiotika nicht mehr wirken

Experten schlagen Alarm: Viel zu oft verordnen Ärzte bei Erkältungen Antibiotika. Dabei sind diese gegen Viren machtlos, bekämpfen ausschließlich Bakterien. Aber: In etwa 85 Prozent der Fälle sind Viren der Auslöser der Beschwerden. Diese weit verbreitete Verschreibungspraxis führt zu einer Antibiotikaresistenz: Es entwickeln sich immer mehr Bakterien, die gegenüber immer mehr Antibiotika resistent (widerstandsfähig) sind. In der Folge gehen irgendwann die wirksamen Mittel aus. Das bereitet uns schon heute und in der Zukunft eine Menge Probleme, warnen Experten des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Freiburg. Helfen könnten pflanzliche Präparate: Studien haben gezeigt, dass Wurzelextrakte aus der südafrikanischen Kapland-Geranie (Prüfpräparat: Umckaloabo, Apotheke) bei Atemwegsinfekten helfen. So kann die Dauer einer akuten Bronchitis um rund 2 Tage verkürzt werden. Schon Kinder ab einem Jahr vertragen den Extrakt als alkoholfreien Saft gut. Einige gesetzliche Kassen erstatten sogar die Kosten für diese Erkältungsmedizin.

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