Die 15 häufigsten Fragen an den Gynäkologen

Mit Ihrer Frauenärztin sollten Sie ohne falsche Scham über Beschwerden reden
Mit Ihrem Gynäkologen oder Gynäkologin sollten Sie ohne falsche Scham über Beschwerden, Ängste und Sorgen sprechen. Die Beratung ist persönlich und ganz vertraulich © Fotolia

Zu ihrem Gynäkologen haben Frauen ein sehr vertrauensvolles Verhältnis. Mit ihm besprechen sie Themen von Ausfluss über Brustkrebs bis Sexualität. Hier beantwortet ein Gynäkologe die 15 häufigsten medizinischen Fragen aus seiner täglichen Praxis – natürlich ohne Namen zu nennen.

 

Was hilft gegen Regelschmerzen?

Je nachdem, wie stark die Schmerzen ausgeprägt sind, können Wärme, Sport, pflanzliche Medikamente, Magnesium, Eisen, aber auch Schmerzmittel helfen. In einigen Fällen wird sogar die Pille verordnet.

 

Ich habe häufig Ausfluss, was kann das sein?

Es gibt für Ausfluss viele mögliche Gründe, beispielsweise eine Infektion, Hormonmangel oder meist gutartige Zellveränderungen am Muttermund oder der Gebärmutter. Genaueres kann nur eine ärztliche Untersuchung ergeben, deshalb sollten Sie Ausfluss nicht einfach ignorieren.

 

Wie beuge ich Scheidenpilz vor?

Liegt das Milieu in der Scheide stabil im sauren Bereich, können Pilze sich nur schwer ausbreiten. Hier hilft eine gute Intim-Hygiene ohne alkalische Seifen zu verwenden, auch Milchsäurebakterien in Form von Zäpfchen. Bei einem starken Hormonmangel kann eventuell eine befristete lokale Therapie mit Östrogen empfehlenswert sein. Kommt es immer wieder zu Infekten, sollte auch Ihr Partner mit einem Arzt sprechen.

 

Wenn ich niese oder lache, gehen ein paar Urintröpfchen ab. Ist das schon eine Harninkontinenz?

Dies ist eine leichte und leider häufige Form der sogenannten Stress-Inkontinenz. Regelmäßiges Beckenbodentraining kann hier helfen. Halten Sie beispielsweise beim Urinlassen kurz bewusst den Strahl zurück, lassen Sie den Urin dann wieder laufen. Auch eine lokale Hormontherapie macht in einigen Fällen Sinn, um das Gewebe zu stärken.

 

Ich leide häufig unter Blasenentzündungen. Was kann ich tun?

Die Therapie ähnelt den Vorbeugemaßnahmen bei Pilzinfektionen. Beobachten Sie, nach welchen Anlässen diese Infektionen auftreten, sodass Sie diese eventuell vermeiden können. Möglicherweise müssen wir eine Blasenspiegelung machen, um die Schleimhaut zu beurteilen. In hartnäckigen Fällen hilft eine einmalige intensivere Antibiotikabehandlung.

 

Beim Sex habe ich Schmerzen, weil meine Scheide so trocken ist. Was raten Sie mir?

Wir sollten erst mal mögliche Ursachen genauer erforschen, um keine Erkrankung zu übersehen. Bei Beschwerden durch Hormonmangel kann eine lokale Östrogentherapie mit Zäpfchen oder Salbe helfen. Ansonsten sollten Sie es einmal mit hormonfreien Feuchtigkeitscremes und Gleitgelen auf Wasserbasis versuchen.

 

Ist Brustkrebs heute heilbar?

In etwa 80 Prozent aller Fälle wird Brustkrebs heute geheilt. Wird die Erkrankung in einem frühen Stadium erkannt, liegen die Gesundungschancen sogar noch höher.

 

Welche Vorsorgemaßnahmen sollte ich machen?

Ich halte regelmäßige Mammografien ab dem 40. Lebensjahr mit Ultraschall für wichtig. Ab dem 50. Lebensjahr werden Frauen alle zwei Jahre zum Mammografie-Screening eingeladen. Hier kann eine ergänzende Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein. Das Gleiche gilt für die Ultraschalluntersuchung im Rahmen der jährlichen Früherkennung.

 

In meiner Familie gibt es Brustkrebsfälle. Bin ich besonders gefährdet?

Man kann dazu keine allgemeine Aussage machen. Bei Erkrankungen von Verwandten ersten Grades (Mutter oder Schwester) zahlen die gesetzlichen Kassen die Mammografie aufgrund eines vermuteten erhöhten Risikos. Bei Nachweis einer familiären genetischen Belastung (BRCA 1 und 2) kann das Risiko zu erkranken sogar bis zu 85 Prozent betragen. Trotzdem muss man deshalb nicht zwangsläufig auch Krebs bekommen. Aber nehmen Sie die Vorsorgeuntersuchungen besonders ernst.

 

Meine Gebärmutter hat sich abgesenkt. Muss eine OP sein?

Wenn Sie keine weiteren Beschwerden haben, muss keine OP sein. Haben Sie aber Beschwerden wie Inkontinenz, Schmerzen, ist die Gebärmutter sehr stark abgesenkt, kommt man meist nicht um einen Eingriff herum. Aber die Operationsmethode muss im Einzelfall abgestimmt werden. Dazu sind weitere spezielle Untersuchungen auch der Blase nötig.

 

Muss ich während der Wechseljahre noch verhüten?

Ja, denn die Wechseljahre sind eine unbestimmte Zeitphase. Es kann allerdings ärztlich geklärt werden, ob noch eine Schwangerschaft möglich ist.

 

Ich bin 43. Ist eine Schwangerschaft für Mutter und Kind in diesem Alter noch ungefährlich?

Das Risiko einer Schwangerschaft steigt mit dem Lebensalter hinsichtlich der Häufigkeit von Fehlgeburten und Schwangerschaftsproblemen. Auch das genetische Risiko für das Kind steigt statistisch. Bereits ab dem 35. Lebensjahr sprechen wir von einem relevanten Altersrisiko. Daher muss eine Schwangerschaft immer individuell abgewogen werden. Grundsätzlich ist sie aber natürlich möglich und wünschenswert.

 

Lassen Wechseljahrbeschwerden irgendwann wieder nach?

Meistens ja, doch kann es unterschiedlich lang dauern.

 

Wie lassen sich meine Hitzewallungen mindern?

Probieren Sie, was Ihnen persönlich hilft: regelmäßiger Sport an der frischen Luft, autogenes Training, pflanzliche Medikamente wie Keuschlammfrüchte, Traubenkerzenblätter oder Isoflavone. In schweren Einzelfällen kann eine begrenzte Hormonersatztherapie nötig werden.

 

Erhöhen Hormone gegen Wechseljahrbeschwerden nicht mein Krebsrisiko?

Derzeit geht die Wissenschaft davon aus, dass eine Hormoneinnahme über die Wechseljahre hinaus – je nach Dauer – das Risiko erhöht. Einige aktuelle Studien zeigen andere Ergebnisse. Ob Hormone für Sie empfehlenswert sind, sollten wir daher genau überprüfen.

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