Diclofenac – die 10 häufigsten Fragen

Kapitel
  1. 1. Diclofenac – Wirkstoff-Guide
  2. 2. Die 10 häufigsten Fragen
  3. 3. Nebenwirkungen
  4. 4. Dosierung
  5. 5. Medikamente

Diclofenac – diesen Namen hat man schon oft gehört. Besonders geläufig ist er im Zusammenhang mit der Schmerzbehandlung bei Rheuma, Gelenksentzündungen oder Gicht. Aber es kursieren auch viele Fragen zu diesem Wirkstoff.

Unser Experte Prof. Dr. Hartmut Göbel, Facharzt für Neurologie und spezielle Schmerztherapie von der Schmerzklinik Kiel, beantwortet die zehn häufigsten Fragen zum Wirkstoff Diclofenac.

 

Macht Diclofenac wirklich impotent?

Laut einer amerikanischen Studie kann offenbar die Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln zu Erektionsstörungen und Libidoverlust führen. In der besagten Studie klagten Männer, die regelmäßig – dreimal täglich, fünf Tagen pro Woche über 100 Tage lang – Schmerzmittel einnahmen, über Erektionsstörungen. Zu diesen Schmerzmitteln zählen sogenannte nicht steroidale Antirheumatika (NSAR), zu denen auch Arzneimittel mit dem Wirkstoff Diclofenac gehören. Antidepressiva und andere Psychopharmaka haben einen ähnlichen Effekt auf die Erektionsfähigkeit wie die bereits genannten Schmerzmittel. Der genaue Zusammenhang zwischen Schmerzmitteln und Erektionsstörungen konnte aber bis heute nicht eindeutig geklärt werden.

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Viele Patienten bevorzugen bei Gelenkschmerzen Salben mit dem Wirkstoff Diclofenac, weil sie das Gefühl haben, dass sie das Medikament direkt auf die schmerzende Stelle auftragen können© Fotolia
 

Diclofenac: Salbe oder Tabletten?

Der Wirkstoff Diclofenac ist sowohl in Salbe als auch in Tablette enthalten. Letztlich ist es dem Patienten überlassen, was er lieber anwenden möchte. Manche bevorzugen Salben, weil sie das Gefühl haben, dass sie z.B. bei Gelenkschmerzen ein Medikament direkt auf die schmerzende Stelle auftragen können. Ob die Wirkstoffe in der Salbe direkt im Muskel oder den Gelenken wirken, ist unsicher. Andere Patienten haben wiederum das Gefühl, eine Tablette wirke bei ihnen besser. Grundsätzlich muss man bei den Tabletten oder Dragees aber zwischen den verschreibungspflichtigen und den rezeptfreien Dosierungen unterscheiden. Die Tabletten, die verschreibungspflichtig sind, haben meist eine höhere Dosierung und wirken dementsprechend stärker, als frei verkäufliche Tabletten oder Salben.

 

Was ist besser verträglich: Ibuprofen oder Diclofenac?

Sowohl der Wirkstoff Ibuprofen als auch Diclofenac sind beide meist gut verträglich. Ibuprofen wirkt kürzer, schneller, jedoch weniger stark entzündungshemmend. Die Magen-Verträglichkeit von Diclofenac ist jedoch geringer, häufigere Einnahme kann zu Schleimhautreizungen führen. Beide Wirkstoffe gehören zu den sogenannten nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) und wirken entzündungshemmend.

 

Wieviel mg Diclofenac pro kg Körpergewicht?

Die Tagesdosierung liegt bei etwa 2 mg pro kg Körpergewicht. Das heißt, bei einer Person, die etwa 75 kg wiegt, liegt die Tagesdosis bei 150 mg. Dieser Wert ist gleichzeitig auch die empfohlene Tageshöchstdosis.

 

Ab wann wirkt Diclofenac?

Wie schnell eine Tablette wirkt, hängt meist von der Galenik ab, also von der Zusammensetzung der Tablette. Meist kann man aber sagen, dass es etwa 30 Minuten bis zu einer Stunde dauern kann, bis das Diclofenac zu wirken beginnt.

 

Ab wann ist Diclofenac verschreibungspflichtig?

Arzneimittel mit dem Wirkstoff Diclofenac wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Meist werden sie im Zusammenhang mit entzündlichen und degenerativen Erkrankungen, wie z.B. Arthrose verschrieben. Ab einer Dosierung von 50 mg pro Tablette oder Dragee ist Diclofenac verschreibungspflichtig. Salben, Gele, Sprays oder auch einzeldosierte Formen, wie Zäpfchen, Tabletten oder Weichkapseln, die 25 mg des Wirkstoffs enthalten, sind dagegen in der Apotheke frei verkäuflich.

 

Diclofenac ab welchem Alter?

Ab welchem Alter Diclofenac gegeben werden darf, hängt ganz von der Darreichungsform und der Dosierung ab.

So gibt es beispielsweise Tropfen zum Einnehmen, die 1,5% des Wirkstoffs Diclofenac enthalten. Kinder im Alter von ein bis fünf Jahren dürfen eine tägliche Dosis von bis zu 1,5 mg / kg Körpergewicht einnehmen – jedoch vorausgesetzt sie wiegen mindestens zehn Kilogramm.

Kinder ab zwei Jahren oder älter, die mindestens 13 kg wiegen, dürfen Zäpfchen nehmen, die 12,5 mg des Wirkstoffs enthalten. Hier liegt die tägliche Dosis bei 2 mg / kg Körpergewicht.

Dieselbe Dosis – also 2 mg / kg Körpergewicht – gilt für Kinder ab neun Jahren, die mindestens 35 kg wiegen, und Tabletten oder Zäpfchen mit jeweils 25 mg des Wirkstoffs Diclofenac verordnet bekommen.

Prof. Dr. Hartmut Göbel
Experte Prof. Dr. Göbel: "Kein Patient sollte eigenständig entscheiden, wie hoch seine Diclofenac-Dosierung sein sollte."© privat
 

Wieviel Diclofenac darf man am Tag nehmen?

Wie viele Tabletten mit dem Wirkstoff Diclofenac pro Tag eingenommen werden dürfen, hängt ganz davon ab, wie hoch die Tabletten/Dragees dosiert sind. Handelt es sich um 50 mg Tabletten, dürfen maximal drei Tabletten eingenommen werden, da mit 150 mg die Tageshöchstdosis erreicht ist. Wenn die Tabletten eine Dosierung von 75 mg haben, dann dürfen dementsprechend nur zwei eingenommen werden. Letztlich wird aber der behandelnde Arzt den Patienten darüber informieren, wie hoch die Dosierung bzw. die Anzahl der einzunehmenden Tabletten sein darf, denn nicht jeder Patient muss auch wirklich 150 mg Diclofenac einnehmen. Und vor allem sollte kein Patient eigenständig entscheiden, wie hoch seine Dosierung sein sollte.

 

Wie lange hält die Wirkung von Diclofenac an?

Es brauch immer eine gewisse Zeit (meist 30-60 Minuten), bis das der Wirkstoff Diclofenac zu wirken beginnt. Wenn es soweit ist, hält die Wirkung aber meist auch etwa vier bis sechs Stunden an. Bei sogenannten Retard Tabletten, die den Wirkstoff langsamer abgeben, kann die Wirkung von Diclofenac auch bis zu zwölf Stunden anhalten.

 

Ist bei Diclofenac die Gabe eines Magenschutzes notwendig?

Bei Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Diclofenac ist dann ein Magenschutz notwendig, wenn Patienten zu einer sogenannten Risikogruppe gehören. Das bedeutet, dass diese Personen mit schweren Nebenwirkungen wie Magenschmerzen, Magen- und Darmgeschwüren etc. auf den Wirkstoff reagieren und es dadurch zu Blutungen oder sogar Perforationen kommen kann. Ein Magenschutz ist ein Medikament, der das Risiko für solche Nebenwirkungen verringert, indem es in erster Linie die Bildung der aggressiven Magensäure reduziert. Meist werden dazu sogenannte Protonenpumpen-Inhibitoren, wie z.B. Pantoprazol oder Omeprazol verwendet.

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