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Dickmacher: Was macht wirklich schlank, was macht heimlich dick?

Alexander Scherb

Über 80 Prozent der Deutschen haben in den letzten zwei Jahren eine Diät gemacht, doch nicht einmal die Hälfte konnte ihr Gewicht langfristig halten. Der Grund  dafür sind oft heimliche Dickmacher. Wir verraten, welche das sind.  

Junge Frau isst Salat und checkt ihr Handy
Foto:  Georgijevic/iStock
Inhalt
  1. Unser Gehirn als heimlicher Dickmacher
  2. Machen Diäten dick?
  3. Macht Essen in Gesellschaft dick?
  4. Diätkiller Lebensmittelindustrie
  5. Geheimen Dickmacher vermeiden – so geht’s
 

Unser Gehirn als heimlicher Dickmacher

Eine Diät ist mehr als der Wunsch nach Gewichtsverlust. Für viele ist eine Diät gleichzeitig die Suche nach Gesundheit, Wohlbefinden und Selbstbewusstsein. Warum wir es gerade selbst sind, die uns boykottieren, konnten Wissenschaftler vor Kurzem entschlüsseln. Das Problem liegt an unserem Gehirn. Es fällt vor allem auf die geheimen Dickmacher herein, denn nicht alles was gesund und leicht aussieht, ist es auch. Dabei kommt es vor allem auf die Kalorienzufuhr an und genau hier ist unser Gehirn oftmals überfordert.

Wissenschaftler aus Finnland fanden heraus, dass gerade dickere Menschen ihre Kalorienzufuhr um bis zu 800 Kilokalorien unterschätzten. Im Durchschnitt sind es immer noch 250 Kilokalorien am Tag. Das macht hochgerechnet auf die Woche 1750 Kilokalorien. Im Monat kommen so über 7000 Kilokalorien zusammen, was ungefähr einem Kilo Körpergewicht entspricht. Wer abnehmen will, muss deshalb genau abmessen, denn mit Augenmaß kann unser Gehirn die richtige Kalorienzufuhr nicht vernünftig einschätzen.

 

Machen Diäten dick?

Ein weiteres Problem sind die Diäten selbst. Oftmals gehen sie mit Verzicht einher, was unser Gefühl zu echtem Hunger beeinflusst. Die Lust auf die sündigen Dickmacher steigt, selbst wenn wir gar keinen Hunger haben. Ernährungsberater nennen solch ein Verhalten „emotionales Essen“ und dagegen ist auch der stärkste Wille nicht immun. Der Jojo-Effekt setzt ein.

 

Macht Essen in Gesellschaft dick?

„Meine Freundin isst viel mehr als ich und ist trotzdem schlanker.“ Solche Sätze kennen wir wohl alle zur Genüge. Tatsächlich essen Menschen in Gesellschaft bis zu 72 Prozent mehr. Doch einmal richtig Schlemmen macht nicht dick. Es sind die vielen kleinen Dickmacher, die eine Gewichtsabhnahme verhindern. 

Ebenso verhält es sich mit den einzelnen Mahlzeiten. Zahlreiche Menschen denken, viele kleine Mahlzeiten am Tag wären gesünder und würden beim Abnehmen helfen. Doch diese Denkweise ist falsch. Ob wir drei große oder sechs kleine Mahlzeiten am Tag zu uns nehmen, spielt keine Rolle. Die Kalorienzufuhr ist entscheidend

 

Heimliche Dickmacher: So täuscht uns die Lebensmittelindustrie

Die Lebensmittelindustrie trägt zu Problemen mit dem Essverhalten bei. Das liegt vor allem an den Verpackungsgrößen. Diese haben in den Jahren stetig zugenommen. Ein paar Beispiele: Vor 30 Jahren steckten in einer Tüte Gummibärchen noch 57 Gramm, heute sind es bis zu 500. Der Packungsinhalt von Chipstüten stieg in den letzten 40 Jahren um 300 Prozent. Und wenn mehr da ist, greift man eben auch öfter zu.

 

Geheimen Dickmacher vermeiden – so geht’s

Glücklicherweise gibt es genügend Tricks, um den vielen kleinen Dickmachern entgegenzuwirken. Das sind die besten Tipps:

1. Den Dickmacher weißes Brot vermeiden

Weißbrot hat im Gegensatz zu Vollornprodukten kaum Ballaststoffe und macht deshalb nicht lange satt. Sie müssen also mehr davon essen. Toastbrot oder andere weiße Brotsorten aus Weizenmehl verfügen über einen hohen glykämischen Index. Dies lässt den Blutzuckerspiegel schnell und stark ansteigen und fördert die Insulinausschüttung. Das schnelle Absinken des Blutzuckerspiegels führt zu Heißhunger. Tipp: Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung. Die macht länger satt und unterstützt die Funktion des Darms. 

2. Stress als Dickmacher – so vermeiden Sie ihn

So geheim ist dieser Dickmacher nun nicht, aber trotzdem sollten wir uns immer wieder vor Augen führen, welche Auswirkungen Stress auf unseren Körper hat. Stress ist eine Extremsituation. Das Gehirn braucht für die Verarbeitung jede Menge Energie. Das kann im Anschluss zu regelrechten Heißhungerattacken führen, die wiederum in einer erhöhten Kalorienzufuhr enden können.  Es wird also sogar noch an den falschen Stellen abgebaut.

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3. Spiele zügeln den Appetit

Gespräche, Bilder und Gerüche lösen häufig ein Hungergefühl aus. Dagegen helfen Spiele mit starkem optischen Reiz. Die Universität in Plymouth fand heraus, dass Spiele wie Tetris das visuelle Arbeitsgedächtnis ablenken. Die Bilder von Essen werden aus unserem Gehirn gelöscht, der Appetit verfliegt.

4. An die frische Luft gehen

Nein, es muss nicht Sport sein. Den Appetit auf Dickmacher kann man schon mit einem 15-minütigen Spaziergang zügeln. Das haben Studien der Universität Innsbruck und Exeter gezeigt. Ein kleiner Spaziergang lässt den Appetit nicht nur verfliegen, sondern beugt ihm auch für Stunden vor.

5. Motivation beim Abnehmen behalten

Regelmäßiges Wiegen bringt die meiste Motivation. Das fand eine Studie der Universität New York heraus. Auch dabei ist das Maß wichtig. Nicht täglich oder gar mehrmals täglich wiegen. Dafür sind die Ergebnisse zu gering und das kann demotivieren. Besser nur einmal die Woche wiegen. Und immer am gleichen Tag und zu selben Uhrzeit. Dadurch sind nicht nur die Erfolge sichtbarer, man freut sich auch drauf!

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