Diagnose des Tourette-Syndroms – Gespräche mit Kind und Eltern sind wichtig

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Auch wenn die Tics selbst für die Betroffenen zunächst keine wesentliche Einschränkung darstellen, ist es sehr wichtig, dass beim Tourette-Syndrom rechtzeitig die Diagnose gestellt wird:

  • Durch die frühzeitige Diagnose lassen sich Folgeschäden wie sozialer Rückzug, Depressionen und Resignation vermeiden.
  • Aufgrund der Begleitsymptome benötigen Kinder mit Tourette-Syndrom häufig psychotherapeutische Hilfe oder besondere Unterstützung in der Schule.
  • Je frühzeitiger die Tics behandelt werden, desto geringer ist das Risiko, dass diese für immer bestehen bleiben.

Eltern, die den Verdacht haben, dass ihr Kind am Tourette-Syndrom leidet, sollten deshalb auf jeden Fall einen Kinderpsychiater oder einen Nervenarzt aufsuchen.

Es gibt keine speziellen Untersuchungen, mit deren Hilfe ein Tourette-Syndrom festgestellt werden kann. Der Arzt wird zur Tourette-Diagnose deshalb vor allem ein ausführliches Gespräch mit dem Kind und seinen Eltern führen und dabei das Verhalten des Kindes beobachten. Bei der Diagnose des Tourette-Syndroms geht er besonders auf folgende Fragen ein:

  • Sind in der Familie bereits Fälle von Ticstörungen bekannt?
  • Welche Symptome treten wie oft wie lange und wie stark auf?
  • In welchem Alter sind die Symptome zum ersten Mal aufgetreten?
  • Wechseln die Art der Tics, ihre Stärke und ihre Häufigkeit?
  • Begünstigt Stress die Tics?
  • Ist sich das Kind der Tics bewusst?
  • Kann das Kind die Tics unterdrücken?
  • Kündigen sich die Tics durch ein Vorgefühl an?

Gegebenenfalls wird der Arzt das Kind mit Tourette-Syndrom und die Eltern zur Diagnose bitten, spezielle Frage- und Beurteilungsbögen auszufüllen, die es ihm ermöglichen, die Schwere der Symptome besser einzuschätzen. In manchen Fällen ist es sinnvoll, dass Eltern die Tics ihrer Kinder mit einer Videokamera festhalten, da es gerade älteren Kindern oft gelingt, ihre Tics über mehrere Stunden zu unterdrücken. Der Arzt wir die Eltern auch nach Symptomen der typischen Begleiterkrankungen fragen, wie zum Beispiel Leistungsschwächen, Anzeichen einer Zwangsstörung oder Schlafstörungen. Da die Symptome beim Tourette-Syndrom von Kind zu Kind sehr stark variieren können, ist in einigen Fällen eine neurologische Untersuchung erforderlich, um das Tourette-Syndrom von anderen Erkrankungen abzugrenzen. Durch die Messung der Gehirnströme mit Hilfe eines Elektroenzephalogramms (EEG) kann der Arzt ein Tourette-Syndrom zum Beispiel von einer Epilepsie unterscheiden.

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