Diabetes-Epidemie durch Konservierungsstoffe?

Eiscreme
Sieht das lecker aus! Diesen unwiderstehlichen Look verdankt die Eiscreme unter anderem Konservierungsmitteln, die ihr ihre schöne Form geben © Fotolia

Eine aktuelle Studie belegt: Zusatzstoffe, die unserem Essen Haltbarkeit und Konsistenz verleihen, können uns krank und dick machen. Welche Stoffe das sind, erfahren Sie hier.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts nimmt die Verwendung von Konservierungsstoffen in Nahrungsmitteln zu – gleichzeitig steigen die Fälle von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), Übergewicht und Diabetes in den Industrienationen.

Eine aktuelle Studie zeigt jetzt: Das ist kein Zufall. Die Wissenschaftler der Georgia State University untersuchten den Einfluss von den Konservierungsstoffen Carboxymethylcellulose und Polysorbat 80 auf die Darmgesundheit. Beide Stoffe sind als sogenannte „Lebensmittelzusatzstoffe“ zugelassen und verleihen industriell hergestellten Lebensmitteln Stabilität.

Für ihre Studie mischten die US-Forscher zwei Gruppen von Mäusen über zwölf Wochen geringe Konzentrationen je eines der beiden Konservierungsstoffe (ein Prozent der Nahrung) ins Futter. Eine Gruppe bestand aus Wildmäusen, die genetisch unauffällig waren. Die Mäuse der zweiten Gruppe hatten eine Abwehrschwäche – ihr Risiko, eine CED zu erleiden, war von Natur aus erhöht.

Am Ende des Studienzeitraums war das CED-Risiko der genetisch vorbelasteten Mäuse von 40 auf 80 Prozent gestiegen. Die Wildmäuse entwickelten zwar keine CED – dennoch kam es bei ihnen zu niederschwelligen Entzündungen im Darm, einem Anstieg des Körperfetts, einer leichten Gewichtszunahme und erhöhten Blutzuckerwerten nach der Fütterung.

 

Die Darmflora greift die Schleimhaut an

Als mögliche Erklärung nannten die Forscher die Beschädigung einer speziellen Schutzschicht im Darm, die sie bei den Mäusen beobachteten. Ein ähnliches Phänomen wird als Ursache von Erkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa vermutet: Unsere Darmwand wird innen von einer Schleimhaut ausgekleidet, der sogenannten Mukosa. Dahinter liegt die sogenannte Darmflora – das ist eine Schicht aus Bakterien, die feindliche Eindringlinge im Körper wie Krankheitserreger zerstören. In einem gesunden Darm hält eine Schutzwand, die sogenannte Mukosabarriere, die Darmflora davon ab, die Darmschleimhaut anzugreifen. Wird diese Barriere zerstört, dringen die Bakterien in die Darmschleimhaut ein und beschädigen sie.

Bei den Mäusen in der Studie war die Darmschleimhaut zwar noch nicht angegriffen worden, die Mukosabarriere hatte aber bereits deutlich Schaden genommen und der Abstand zwischen Darmflora und Darmschleimhaut hatte sich halbiert. Der Grund dafür ist laut der Studienleiter vermutlich, dass die Konservierungsmittel eine Veränderung der Darmflora bewirkten und diese die Schleimbarriere beschädigte.

 

Vorsicht bei diesen Konservierungsstoffen

Carboxymethylcellulose

  • Andere Bezeichnung: E 466
  • Steckt in: Speiseeis, Soßen, Mayonnaisen, Gelee, Fruchtmassen (z.B. Kuchenfüllungen), Backwaren
  • Zweck: bei weichen Lebensmitteln die Stabilität erhöhen, Backwaren frisch halten

Polysorbat 80

  • Andere Bezeichnung: E 433
  • Steckt in: Eingelegten Lebensmitteln, Speiseeis
  • Zweck: Stabilität erhöhen, Konsistenz bewahren

Hamburg, 27. Februar 2015

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