Diabetes: Die besten Tipps für Angehörige

Ein Pärchen unterhält sich in der Küche
Die Diagnose Diabetes ist für viele Betroffene ein Schock: Gespräche mit Angehörigen und Freunden helfen, sich in die neue Situation zu finden © Fotolia

Die Diagnose Diabetes verändert meist nicht nur das Leben eines Menschen, sondern das einer ganzen Familie. Was müssen Angehörige von Diabetikern wissen und was können sie tun, um ihr Familienmitglied zu unterstützen? Die Antworten finden Sie hier.

Für Betroffene bedeutet die Diagnose Diabetes, dass sie sich auf einen Schlag komplett umstellen müssen: Ab sofort müssen sie regelmäßig den Blutzucker testen, Insulin spritzen und den Kohlenhydratgehalt von Speisen und Getränken berechnen – in der Regel für den Rest ihres Lebens. Für die Familie heißt das: Von jetzt an muss der Diabetes immer mitgedacht, eingeplant und berücksichtigt werden – und der Betroffene immer wieder unterstützt und aufgefangen werden.

Am besten funktioniert das, indem Sie sich als Angehöriger eingehend mit Diabetes auseinandersetzen. Je besser Sie informiert sind, desto besser können Sie Ihr Kind, Ihren Partner oder Freund unterstützen und desto besser sind Sie vorbereitet, wenn er oder sie Ihre Hilfe braucht. Die folgenden Grundregeln dienen Ihnen dabei als Hilfestellung.

 

Die richtige Ernährung

Wenn Sie mit einem Diabetiker zusammenwohnen und gemeinsam Mahlzeiten einnehmen, achten Sie darauf, ihre Ernährung diabetesgerecht zu gestalten. Das bedeutet beispielsweise nur wenig Zucker (nicht mehr als 50 Gramm täglich) und genügend Ballaststoffe (mindestens 40 Gramm täglich). Die Deutsche Diabetes Hilfe stellt online Tabellen zu Nährwert- Fett- und Kohlenhydratgehalt verschiedener Lebensmittel zur Verfügung. Weitere Ernährungstipps gibt’s hier.

Eine Familie sitzt zusammen am Tisch
Die bei Diabetes notwendige Ernährungsumstellung fällt leichter, wenn die ganze Familie mitmacht© Fotolia
 

Hilfe bei Unterzuckerung

Der normale Blutzuckerwert im nüchternen Zustand beträgt rund 100 Milligramm pro Deziliter (mg/dl). Sinkt dieser Wert unter 50 mg/dl, spricht man von einer Unterzuckerung. Sie kann bei Diabetikern auftreten, wenn sie Medikamente falsch dosiert, eine Mahlzeit ausgelassen oder sich körperlich angestrengt haben. Dann kann es passieren, dass der Betroffene auf fremde Hilfe angewiesen ist. Frühe Symptome einer Unterzuckerung sind Herzrasen, Schwitzen, weite Pupillen, Blässe um Mund und Nase und Zittern. Später kann es zu Kopfschmerzen, Seh- und Sprachstörungen und Heißhunger kommen. Sehr tiefe Werte können zu plötzlichen Verhaltensänderungen, Koordinationsstörungen (der Betroffene wirkt wie Betrunken), Krampfanfällen und schließlich zur Bewusstlosigkeit führen. Treten diese Anzeichen auf, geben Sie Ihrem Angehörigen Traubenzucker und lassen Sie ihn danach den Blutzucker testen. Ist er oder sie nicht mehr ansprechbar, rufen Sie sofort einen Notarzt.

 

Hilfe bei Überzuckerung

Steigen die Blutzuckerwerte zu hoch, kann das zum sogenannten diabetischen Koma führen – ein lebensbedrohlicher Zustand. Die Ursache sind häufig Stress, Infekte, Unfälle, starke seelische Belastungen, Fehldosierungen von Medikamenten oder Spritzfehler. Das diabetische Koma kündigt sich durch einen typischen Azetongeruch im Atem, Übelkeit und Erbrechen, Atemschwierigkeiten und Schläfrigkeit an und führt schließlich zur Bewusstlosigkeit. Rufen Sie bei den ersten Anzeichen einen Notarzt. Versuchen Sie, den Patienten wachzuhalten, helfen Sie ihm beim Spritzen der notwendigen Insulindosis und geben ihm viel Wasser zu trinken.

 

Geduld haben

Tagelang schlechte Werte und nichts hilft, ständig muss der Blutzucker gemessen werden – nie kann man die Krankheit einfach mal vergessen. Dazu kommt, dass schlechte Blutzuckerwerte tatsächlich üble Laune verursachen können, das haben Studien bewiesen. Da tut es gut, ab und zu Dampf abzulassen. Da das häufiger vorkommen kann, sollten Angehörige viel Geduld aufbringen und immer wieder für die Lage des Betroffenen Verständnis zeigen.

 

Gut planen

Wenn sie sich an die Therapie gewöhnt haben und ihren Alltag entsprechend umgestellt haben, können Diabetiker ein weitgehend normales Leben führen. Doch spontane Aktivitäten sind nur noch bedingt möglich – darauf sollten Sie sich als Angehöriger einstellen. Ausflüge und Urlaube müssen gut geplant werden: Stehen Aktivitäten auf dem Programm, für die die Insulindosis verändert werden muss? Ist alles eingepackt, was für die Erkrankung benötigt wird? Tipps für eine sorglose Reise trotz Diabetes finden Sie hier.

Eine Mutter ist mit ihrem Sohn beim Arzt
Mit der richtigen Therapie können Kinder trotz Diabetes unbeschwert aufwachsen© Fotolia
 

Gemeinsam Sport treiben

Regelmäßige Bewegung kann bei Diabetespatienten die Blutzuckerwerte positiv beeinflussen. Sie können Ihren diabeteskranken Angehörigen unterstützen, indem Sie mit ihm gemeinsam Sport treiben. Doch Vorsicht: Nicht alle Sportarten sind für Diabetiker geeignet. Jeder Patient sollte individuell mit seinem Arzt besprechen, welche Sportart am besten zu ihm passt. Hier finden Sie eine Übersicht über Sportarten, die für Diabetiker in Frage kommen.

 

Diabetes bei Kindern

Auch wenn die Diagnose für Familien häufig ein Schock ist: Kinder mit Diabetes können unbeschwert aufwachsen und müssen dabei auf nichts verzichten. Wichtig ist, dass Eltern die Warnzeichen eines Diabetes ernstnehmen: Leidet Ihr Kind an Gewichtsverlust, chronischer Müdigkeit und Konzentrationsstörungen, viel Durst und starkem Harndrang sollten Sie mit ihm zum Kinderarzt gehen. Steht die Diagnose fest, bekommen Eltern eine eingehende Beratung, wie sie mit der Erkrankung ihres Kindes umgehen sollten. Mehr zum Thema Diabetes bei Kindern erfahren Sie hier.

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