Desinfektionsmittel: Umweltinstitut warnt vor Gebrauch

Ines Fedder Medizinredakteurin

Im Kampf gegen das Coronavirus setzen viele auf die Verwendung von Desinfektionsmittel. Das Hamburger Umweltinstitut warnt nun eindringlich davor. Die Inhaltsstoffe seien unter anderem krebserregend.

Inhalt
  1. Desinfektionsmittel gefährlich? Umweltinstitut warnt vor Nebenwirkung
  2. Desinfektionsmittel-Gefahr bei Schulen und Kitas
  3. Händewaschen statt Desinfektionsmittel

Zum Schutz gegen das Coronavirus sind Hygiene-Maßnahmen unerlässlich. Die Verwendung von Desinfektionsmittel ist derweilen bei vielen schon zur Standartprozedur geworden, nachdem man ein Geschäft betreten oder öffentliche Verkehrsmittel benutzt hat. Es ist daher nicht verwunderlich, das Desinfektionsmittel ähnlich wie Toilettenpapier in den Drogerie- und Supermärkten überall ausverkauft ist – und nun sogar in Eigenproduktion selbst hergestellt wird.

 

Desinfektionsmittel gefährlich? Umweltinstitut warnt vor Nebenwirkung

Das Hamburger Umweltinstitut warnt nun eindringlich vor der Verwendung von Desinfektionsmittel. Warum? Der übermäßige Gebrauch würde Nebenwirkungen mit sich bringen, die schlichtweg bisher nicht ausreichend beachtet wurden. So erklärte ein Sprecher des Hamburger Umweltinstituts am vergangenen Montag (27.04.2020):
Viele der Inhaltsstoffe seien …

  • krebserregend
  • allergieauslösend sowie
  • lungen, leber- und nervenschädigend.

Vor allem das Einatmen des Desinfektionsmittels – zum Beispiel durch die Verwendung eines Desinfektionssprays – sei schädlich.

Außerdem seien Inhaltsstoffe wie Isopropanol (sekundärer, einwertiger Alkohol), Aldehyde (Alkohol, dem Wasser entzogen wurde) sowie Ketone (Kohlenstoffatome) äußerst bedenklich. Neben eben diesen Inhaltsstoffen würde die häufige Verwendung von Desinfektionsmittel zudem die Hautflora enorm schädigen. Es können sich unter anderem Resistenzen gegen Keime bilden, sodass zum Beispiel Hautkrankheiten wie Neurodermitis entstehen können. Zudem führe die Verwendung auch zu enorm trockener Haut. Speziell trockene Hände werden infolge dessen häufig mit feuchtigkeitsspendender Creme versorgt, die wiederrum dazu beiträgt, dass Viren wie das Coronavirus länger an der Haut haften. 

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Desinfektionsmittel-Gefahr bei Schulen und Kitas

Im medizinischen Kontext in Krankenhäusern oder Arztpraxen sei die Verwendung von chemischen Desinfektionsmitteln durchaus sinnvoll und notwendig, eine weitreichendere Benutzung – etwa in Kindergärten oder Schulen – sei jedoch grob fahrlässig, so der Sprecher des Instituts. Vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma würden die chemischen Inhaltsstoffe zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen.

 

Händewaschen statt Desinfektionsmittel

Natürlich sind und bleiben entsprechende Hygiene-Maßnahmen in Corona-Zeiten besonders wichtig. Allen voran gilt natürlich das regelmäßige und richtige Händewaschen. Durch die Verwendung von Seife wird das Virus immer noch am besten zerstört und eine Ausbreitung verhindert

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Dieser Meinung schließt sich unter anderem auch Virologe Alexander Kekulé an. Er betont in seinem Podcast Kekulés Corona-Kompass noch einmal, dass es eigentlich nur eine ganz einfache Regel gäbe, die es zu beachten gilt: „Bevor du dir ins Gesicht fasst, wäscht du dir die Hände.“ Alles andere könne man sich letztlich sparen, so der Virologe.

Ein Rat, dem man nachkommen sollte. Denn Desinfektionsmittel sei zwar nicht direkt beim ersten Gebrauch schädlich, es kann aber bei häufiger Verwendung durchaus diverse Folgeerkrankungen verursachen.

Quellen:

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