Der verschriebene Tod – Schlafmittel erhöhen Gefahr eines Herzstillstands um das Achtfache

Redaktion PraxisVITA
Schlafmittel
Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Verabreichung von Schlafmitteln die Gefahr, an einem Herzinfarkt zu sterben, deutlich erhöht. Besonders betroffen sind Menschen, die bereits an einer Herzinsuffizienz leiden © Fotolia

Schlafmittel erhöhen die Gefahr, an einem Herz- und Schlaganfall zu sterben. Besonders Menschen, die bereits an einem schwachen Herz leiden, sind davon betroffen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität von Tokio. Die Mediziner raten dazu, mit dem Einsatz von Schlafmitteln bei Risikogruppen zurückhaltender umzugehen. Praxisvita hat für Sie die Fakten.

Schlafmittel erhöhen das Risiko von kardiovaskulären Problemen wie Herz- oder Kreislaufversagen bei Patienten mit Herzinsuffizienz um das Achtfache. Das belegten japanische Wissenschaftler der Universität Tokio in einer klinischen Studie, die am Samstag vergangener Woche veröffentlicht wurde.

Der Studienleiter Professor Setoguchi zeigte sich überrascht von den Ergebnissen, die offenlegen, wie groß die Gefahr von Schlaftabletten für Patienten mit einer Herzinsuffizienz sei.

 

Menschen mit Herzfehlern haben häufig Schlafstörungen

Die Entdeckung der japanischen Wissenschaftler ist aus medizinischer Sicht so weitreichend, da vor allem in Krankenhäusern Patienten – die dort wegen Herzproblemen behandelt werden – überdurchschnittlich oft Schlafmittel verschrieben bekommen. Schlafstörungen sind eine regelmäßig auftretende Begleiterscheinung von Herzleiden.

Neben der direkten Gefahr von kardiovaskulären Fehlern wurden von den Forschern weitere Nebenwirkungen durch die Verabreichung von Schlafmitteln festgestellt. So stieg durch die in Krankhäusern verschriebenen Schlafmittel bei den beobachteten Patienten auch die allgemeine Herzinsuffizienz signifikant an – besonders bei den Patienten, die mehrere Aufenthalte in Krankenhäusern vorweisen konnten. Eine weitere Nebenwirkung der medikamentösen Behandlung von Schlafstörungen, die durch die Untersuchung festgestellt werden konnte, war ein erhöhtes Risiko für die sogenannte Atemdepression – eine zunehmender Weise sich verlangsamende Atmung.

 

Forscher mahnen zur Vorsicht

Die Wissenschaftler um Professor Setoguchi schlossen ihren Bericht mit einer Warnung an Kliniken und Ärzte. Die Verschreibung von Schlafmitteln an Menschen mit Herzleiden sollte nur noch mit größter Vorsicht und unter sorgfältiger Überwachung stattfinden.

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Hamburg, 19. Mai 2014

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