Der Treppenlift ermöglicht längere Mobilität im Alltag

Redaktion PraxisVITA
Den Treppenlift gibt es inzwischen in vielen Ausführungen für alle möglichen Treppenformen und –längen
Den Treppenlift gibt es inzwischen in vielen Ausführungen für alle möglichen Treppenformen und –längen © iStock AH86

Moderne Technologie macht’s möglich. Um das Leben im Alter einfacher und sicherer zu machen, gibt es heute für jeden den passenden Treppenlift: Wendeltreppen? Kein Thema ...

Nur 15 Stufen sind es bis ins Obergeschoss. 15 Stufen, die Marga Schüler bis vor Kurzem viel Kraft abverlangten und ihr ein Graus waren, wenn sie einmal etwas in der oberen Etage vergessen hatte. Denn jeder Schritt kostete nicht nur Kraft, sondern schmerzte ihr in den Gelenken. Mittlerweile gehört dies jedoch der Vergangenheit an: Die 80-Jährige „segelt mit ihrem Express“ nur so treppauf, treppab. „Express“ – so nennt sie ihren neuen Treppenlift.

 

Dank Treppenlift möglichst lange zu Hause leben

Der Treppenlift war nicht die erste Anschaffung, um sich den Wunsch vom Leben in den eigenen vier Wänden so lange wie möglich zu erhalten. Bereits seit einigen Jahren trifft die Rentnerin aus Bergisch-Gladbach Maßnahmen, um im Alltag allein besser zurecht zu kommen. So hat sie z.B. ihr Bad seniorengerecht umbauen lassen – mit vielen Haltegriffen, die ihr mehr Sicherheit bieten. Trotzdem, sagt sie, habe es anfangs schon Überwindung gekostet, sich einzugestehen, dass im Alter nicht mehr alles so einfach von der Hand geht. Aber der Wunsch, in ihrem Haus zu bleiben, war dann doch Motivation genug – ein Wunsch, den viele teilen: Jeder zweite Deutsche möchte im Alter am liebsten in den eigenen vier Wänden leben. Das Problem: Was in jungen Jahren passt, ist im Alter oft nicht mehr angemessen. So ging es auch Marga Schüler: „Damals, 1974, wollten mein Mann und ich das Haus sehr offen haben, ohne viele Wände und Türen und mit einer Wendeltreppe in die obere Etage.“

Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, beteiligt sich die Pflegeversicherung an den Treppenlift-Kosten
Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, beteiligt sich die Pflegeversicherung an den Treppenlift-Kosten © iStock Thananat
 

Treppenlift kreativ nutzen

Genau diese schmale Stiege war der Grund, warum sie nicht schon eher an einen Treppenlift dachte: „Weder meine Nachbarn noch mein Sohn hatten glauben wollen, dass so etwas funktioniert.“ Doch dank moderner Technologie ist selbst die verwickeltste Architektur heute kein Problem mehr. Spezialisierte Firmen bieten auch Modelle für extrem schmale oder kurvige Treppen an – und erleichtern älteren Menschen damit den Alltag auf vielerlei Weise. Denn dank Fernbedienung lassen sich die Lifte recht kreativ einsetzen: So schickt Marga Schüler z.B. auch gern mal Koffer oder schwere Taschen von oben nach unten. Insgesamt, sagt die Rentnerin, sei sie sehr froh über ihre Entscheidung – obwohl man sich so eine Investition ja schon „sehr genau überlege“. Doch mit den Zuschüssen der Pflegekasse hielten sich die Kosten im Rahmen – und seien vor allem deutlich niedriger als ein Platz im Seniorenheim.

 

Was kostet ein Treppenlift?

Für den Treppenlift fallen je nach Treppenform, -länge (über mehrere Etagen) und Stufenzahl unterschiedliche Kosten für Anschaffung und Einbau an. Neue Modelle liegen zwischen 3.000 und 16.000 Euro. Lifts die für Rollstühle geeignet sind oder die Personen senkrecht befördern (fahrstuhlähnlich) sind teurer. Es gibt allerdings inzwischen auch einige Händler, die sich auf gebrauchte Modelle spezialisiert haben, die natürlich günstiger sind.
Wie viel der Treppenlift-Kosten die Pflegekasse übernimmt hängt von Wohnsituation und Pfleggrad ab. Liegt ein Pflegegrad vor (Pflegegrad 1 genügt), wird im Einzelfall entschieden, ob die Maßnahme als sinnvoll und notwendig erachtet wird. Pro Person werden bis zu 4.000 Euro übernommen. Lebt in einem Haushalt also mehr als eine pflegebedürftige Person, zahlt die Kasse auch mehrfach (maximal jedoch 16.000 Euro).

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