Der Rätsel-Trick für ein junges Gehirn

Verena Elson
Kreuzworträtsel
Kreuzworträtsel sind ein Jungbrunnen für das Gehirn – darauf deuten aktuelle Studienergebnisse hin © iStock

Wer täglich Kreuzworträtsel löst, kann sein Gehirn verjüngen – und zwar um bis zu zehn Jahre. Darauf deutet eine aktuelle britische Studie hin.

Können Kreuzworträtsel die Gehirnleistung verbessern? Um diese Frage zu beantworten, werteten Wissenschaftler der University of Exeter Medical School und des Kings College London Daten von mehr als 17.000 gesunden Probanden im Alter von 50 Jahren und älter aus. Die Ergebnisse werden auf der jährlichen Konferenz der Alzheimer’s Association vorgestellt.

In einer Online-Befragung wurden die Studienteilnehmer unter anderem gefragt, wie häufig sie Worträtsel wie Kreuzworträtsel lösten. Die Forscher fanden heraus: Je häufiger die Probanden sich mit Worträtseln beschäftigten, desto besser schnitten sie in Tests zu Aufmerksamkeit, logischem Denken und Merkfähigkeit ab. In einigen Bereichen (z.B. Kurzzeitgedächtnis) wiesen die Kreuzworträtsel-Fans sogar eine Gehirnleistung auf, die mit der von zehn Jahre jüngeren Menschen vergleichbar ist.

„Wir müssen diese sehr aufregenden Ergebnisse jetzt in einer klinischen Studie überprüfen, um herauszufinden, ob das Lösen von Rätseln die Gehirnfunktion verbessert“, sagt Keith Wesnes, Professor für Kognitive Neurowissenschaften an der University of Exeter Medical School. Denn noch ist nicht geklärt, wie der Zusammenhang zwischen Worträtseln und Gehirnleistung entsteht. Es ist beispielsweise auch möglich, dass Menschen mit besonders guten kognitiven Fähigkeiten häufiger Worträtsel lösen.

 

Kann Gehirntraining wirklich die Gehirnleistung verbessern?

Einige Kritiker bezweifeln, dass sogenanntes Gehirnjogging überhaupt eine Wirkung bei der Vorbeugung oder Behandlung von Demenz haben kann. Doch in einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie konnten US-Forscher eine entsprechende Wirkung belegen – und zwar bei einer bestimmten Art des Gehirnjoggings, dem sogenannten „Speed of Processing“-Training. Dabei werden gezielt Auffassungsgabe und visuelle Aufmerksamkeit trainiert, indem beispielsweise ein bestimmter Gegenstand zwischen vielen weiteren Gegenständen auf einem Bildschirm lokalisiert werden muss.

Das Team um Jerri Edwards von der University of South Florida wertete 50 Studien aus, die sich mit dieser Art des Gehirntrainings befassten. Das Ergebnis: Die Probanden schnitten mit der Zeit nicht nur immer besser im Gehirntraining ab – sie zeigten auch in Alltagssituationen wie dem Autofahren mehr Aufmerksamkeit und eine kürzere Reaktionszeit. Im Vergleich zu Nicht-Trainierenden mussten 40 Prozent weniger von ihnen im Alter das Autofahren ganz aufgeben.

Edwards spricht sich darum gegen die allgemeine Verteufelung von Gehirnjogging aus: „Einige Trainingsformen funktionieren, aber nicht alle“, so die Studienleiterin. Ob das Lösen von Worträtseln zu den wirksamen Methoden gehört, müssen weitere Studien zeigen.

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