Der nächste Rückruf: Salmonellen-Eier im Umlauf

Verena Elson Medizinredakteurin
Salmonellen
Salmonellen sind Bakterien, die beim Menschen – in bestimmter Menge aufgenommen – starke Krankheitssymptome hervorrufen können © iStock

Nach dem Skandal um die mit dem Insektizid Fipronil belasteten Eier gibt es nun einen weiteren Rückruf : Ein Regensburger Unternehmen hat Eier aus Bodenhaltung mit Salmonellen-Gefahr in den Handel gebracht.

Das Unternehmen Axvitalis aus Regensburg hat Eier aus Bodenhaltung zurückgerufen, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf dem Portal lebensmittelwarnung.de bekanntgibt. Der Grund ist eine Belastung mit Salmonellen. Betroffen sind Eier mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum bis zum 16. August 2017 und dem Aufdruck 2-DE-0358851.

Belastete Eier wurden in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen verkauft. Wer Eier mit der angegebenen Chargennummer gekauft hat, wird gebeten, sie beim Händler abzugeben.

 

Wie zeigt sich eine Salmonellenvergiftung?

Eine Salmonellenvergiftung äußert sich in der Regel zunächst durch Bauchschmerzen und Durchfall. Dazu können Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Kopfschmerzen kommen. Art und Ausmaß der Vergiftungserscheinungen hängen von der Salmonellenart und der allgemeinen Verfassung des Betroffenen ab. Bei Kindern, älteren Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann die Erkrankung im Extremfall sogar lebensbedrohlich werden.

Bemerken Sie bei sich oder einem Angehörigen Anzeichen einer möglichen Salmonellenvergiftung, suchen Sie umgehend einen Arzt auf. Bei Verdacht auf eine Salmonellenvergiftung besteht Meldepflicht beim Gesundheitsamt.

Da es bei einer Salmonellenvergiftung häufig zu starken Brechdurchfällen kommt, ist es vor allem wichtig, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen, der durch Durchfall und Erbrechen entsteht. Bei Kleinkindern, älteren oder immungeschwächten Menschen sowie bei besonders starkem Befall mit den Bakterien kann außerdem eine Behandlung mit Antibiotika notwendig sein.

 

Salmonellen – Keime werden gefährlicher

Bis vor etwa 25 Jahren führten die relativ „harmlosen“ Salmonellen vom Typ Typhimurium die Liste der häufigsten Erreger an. Das hat sich geändert: Mittlerweile werden die meisten aller gemeldeten Salmonellen-Infektionen durch den besonders aggressiven Typ Enteritidis ausgelöst. Bei diesem Erreger reichen schon geringe Mengen aus, um heftige Symptome wie Bauchkrämpfe, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auszulösen.

 

Mit Salmonellen belastete Eier – wie kann ich vorbeugen?

Diese Verhaltensregeln im Umgang mit Eiern schützen vor einer Salmonellenvergiftung:
  • Eier möglichst frisch kaufen
  • Eier im Kühlschrank lagern, in einer separaten Dose
  • Ist die Schale beschädigt, das Ei sofort verbrauchen und durcherhitzen – wissen Sie nicht, wie lange die Schale schon kaputt ist, das Ei lieber nicht mehr verzehren
  • Eierschalen sofort entsorgen
  • Für die Zubereitung von Rohei-Speisen immer ganz frische Eier verwenden, die Speise direkt nach der Zubereitung in den Kühlschrank stellen und am selben Tag verzehren.

Salmonellen kommen von Natur aus auf Eiern vor – und zwar auf der Eierschale. Denn die Bakterien leben im Darm des Geflügels und können mit der Ausscheidung von Kot auch die Eier kontaminieren. Bei den zurückgerufenen Eiern wurde ein besonders starker Befall mit den Bakterien festgestellt. 

Das Ei hat verschiedene Mechanismen, um sich vor einer Verschmutzung des Inneren zu schützen – beispielsweise bildet die Eischale eine natürliche Barriere, die bei einem unbeschädigten Ei nicht durchdrungen werden kann. Das Eiklar enthält zudem Proteine, die das Bakterienwachstum hemmen, und hindert Bakterien mit seiner zähflüssigen Konsistenz daran, sich im Ei-Inneren zu bewegen. Nach rund drei Wochen lässt die Wirksamkeit all dieser Schutzmechanismen allerdings nach. Darum ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Eier ab dem 22. Tag nicht mehr verkauft werden dürfen, ab dem 18. Tag bei fünf bis acht Grad gekühlt werden müssen und ein Mindesthaltbarkeitsdatum von höchstens 28 Tagen haben dürfen. Einige Verhaltensregeln schützen vor einer Salmonelleninfektion durch den Verzehr von Eiern (siehe Kasten).

Auch in anderen Lebensmitteln lauern Salmonellen – in den warmen Sommermonaten haben die Bakterien besonders leichtes Spiel. Hier erklärt Kinderärztin Dr. Nadine Hess, wie Sie sich und Ihr Kind vor einer Salmonelleninfektion schützen.

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