Der Infekt, von dem keiner spricht

Im Schwimmbad lauern Pilzporen
Barfuß laufen ist schön. Im Schwimmbad sollte man zum Schutz vor Pilzinfektion aber besser immer Badeschuhe tragen © Fotolia

Pilzerkrankungen sind weit verbreitet. Doch wen es erwischt, der schweigt lieber darüber. Grund genug für uns, über die wichtigsten Fragen aufzuklären

Um Pilzerkrankungen in den Griff zu bekommen, ist vor allem eines wichtig: Geduld. Denn Pilze sind sehr, sehr hartnäckig. Wird zu früh aufgegeben oder nicht ganz konsequent behandelt, kehren sie schnell wieder zurück. Kein Wunder, dass sich viele Deutsche über Jahre damit plagen. Zumal man sich auch schnell (wieder) ansteckt.

Die Erreger können sich äußerlich ausbreiten, wie der sehr häufige Fußpilz, oder im Inneren des Körpers, etwa im Darm. Werden bereits äußerlich auftretende Pilze oft nicht frühzeitig behandelt, bleiben sie im Inneren des Körpers häufig besonders lange unentdeckt. Abhängig davon, welcher Körperteil befallen ist, sind verschiedene Ärzte Ansprechpartner.

 

Pinseln und Cremen für die Füße zum Schutz vor einer Pilzerkrankung

Enge und schlecht belüftete Schuhe begünstigen die Entstehung von Fußpilz.

Nagelpilz wiederum nistet sich gern in kleinen Verletzungen an den Fußnägeln ein. Durchblutungsstörungen, kalte Füße und ein schwaches Immunsystem sind Risikofaktoren für die beiden Erkrankungen, die auch sehr oft im Doppelpack auftreten. Fuß- und Nagelpilz sind sehr ansteckend: Orte wie Fitnessstudio oder Schwimmbad sind häufige Infektionsquellen.

Die Symptome: Gerötete, schuppige Haut an den Füßen sowie Juckreiz sind Anzeichen von Fußpilz. Ein Nagel, der sich vom Rand her weiß färbt oder dessen Nagelplatte sich eintrübt, zeugt von Nagelpilz.

Das hilft: Bei Fußpilz mindestens zwei Wochen antimykotische Cremes auftragen. Wichtig: Sie sollten auch die Pilzsporen abtöten. Experten empfehlen, weitere zwei Wochen zu cremen, um ein Wiederaufflammen zu verhindern. Gegen Nagelpilz helfen spezielle Lacke. Damit sie tief eindringen, sollten Sie die Nägel beim Hautarzt anschleifen lassen. So lange pinseln, bis der Nagel klar nachwächst. Neu ist die Möglichkeit, die Nägel mit dem Laser behandeln zu lassen (Kasse zahlt nicht).

Um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren, an öffentlichen Orten wie im Schwimmbad immer eigene Badeschlappen tragen. Füße nach dem Duschen gründlich abtrocknen. Und: abends eincremen, um die Nagelhäutchen und Hornhaut geschmeidig und verletzungsfrei zu halten.

 

Milchsäure bei Vaginalpilz

Ein Intimpilz tritt oft nach einer Antibiotika-Therapie auf. Denn sie bringt die Schleimhaut-Flora durcheinander und der immer vorhandene Hefepilz Candida albicans nimmt überhand.

Die Symptome: Starker Juckreiz, manchmal Brennen sowie weißlicher, krümeliger Ausfluss.

Das hilft: Antimykotische Vaginalcreme und -zäpfchen benutzen. Um die schützenden Bakterien der Scheidenflora zu stärken, im Anschluss eine Milchsäure-Kur machen. Bei immer wiederkehrenden Infektionen ist ein Test auf einen Darmpilz ratsam.

 

Zuckerpause für den Darm

Wie beim Vaginalpilz handelt es sich um Hefepilze. Die Diagnose erfolgt über eine Stuhlprobe.

Die Symptome: Erschöpfung, starker Süßhunger, Hautausschlag.

Das hilft: Verzichten Sie vier bis sechs Wochen komplett auf Zucker und ernähren Sie sich in der Folge weiter zuckerarm und ballaststoffreich (viel Gemüse, Sauerkraut, Haferkleie). Kräuter wie Bärlauch oder Brunnenkresse haben eine pilzhemmende Wirkung.

 

Ringelblumen-Creme für die Haut

An Hautfalten wie in den Achselhöhlen, in den Leistenbeugen oder unter den Brüsten können sich bei schwacher Immunlage Hautpilze ansiedeln. Übrigens: Auch Haustiere können Überträger sein. Daher sollte man nicht zu eng mit ihnen kuscheln.

Die Symptome: Die betroffenen Stellen sind oft wund und jucken. Auch kleine nässende Bläschen können sich bilden.

Das hilft: Pflegen Sie die Haut mit hochwertigen Ölen wie Mandel- oder Avocadoöl. Wundheilungsfördernde Tinkturen oder Salben mit Ringelblumen-Extrakten lindern die Beschwerden. Um den Pilz jedoch wirklich loszuwerden, ist meist eine innerlich wirksame Tabletten-Kur notwendig (verschreibt der Hautarzt). Zum Vorbeugen: Hautfalten (z. B. bei Übergewicht) mit Körperpuder (Drogerie) trocken halten.

Quelle: Laura, 24/2013

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