Der große Test: Bin ich fit genug für mein Alter?

Alte Leute beim Sport
Wie gut sind Sie in Form? Machen Sie jetzt den Test © Fotolia

Um herauszufinden, ob Ihr Körper so gut in Form ist, wie er es in Ihrem Alter sein sollte, genügt ein einfacher Test. Praxisvita erklärt den Fitness-Check für jedes Lebensjahrzehnt.

 

20-29: Bleep-Test

So funktioniert der Test: Für diesen Test brauchen Sie eine App mit dem sogenannten Bleep-Test – sie ist bei Google play und im App Store erhältlich. Grenzen Sie eine Strecke von 20 Metern mit Markierungen ab. Starten Sie die App und joggen langsam von der ersten zur zweiten Markierung. Wenn Sie einen Piepton hören, joggen Sie zurück zur ersten Markierung. Das Ziel ist, so lange wie möglich durchzuhalten und dabei immer rechtzeitig zum nächsten Piepton die Markierung zu erreichen. Die Schwierigkeit: Die Pieptöne folgen immer schneller aufeinander, sodass Sie immer schneller laufen müssen. Wenn Sie es nicht mehr schaffen, die Markierung vor dem Piepton zu erreichen, stoppen Sie und sehen Ihre Auswertung an: Ein gutes Ergebnis ist 10-11, 12-13 ist exzellent. Wenn Sie nur Level fünf oder weniger erreichen, wird es höchste Zeit, mit regelmäßigem Training zu beginnen.

Trainingsziel: In den Zwanzigern sollten Sie in körperlicher Hochform sein. Darum ist jetzt eine entscheidende Phase, um sich an regelmäßiges Training zu gewöhnen und Muskelmasse aufzubauen. Probieren Sie verschiedene Sportarten aus und versuchen Sie, mindestens vier 40-minütige Trainingseinheiten pro Woche zu absolvieren. Optimal ist ein Mix aus Kraft- und Ausdauertraining. Wiederholen Sie den Bleep-Test alle drei Monate, um zu sehen, ob sich Ihr Ergebnis verbessert hat.

 

30-39: Lauf-Test

So funktioniert der Test: Ein britischer Test eignet sich, um die Fitness in den Dreißigern zu bestimmen. Dafür sollten Frauen versuchen, eine Meile (1,6 Kilometer) in neun Minuten zu laufen, Männer in acht Minuten. Eine Studie des Cooper Institute im texanischen Dallas zeigte, dass die Geschwindigkeit, mit der man in diesem Alter eine Meile laufen kann, ein Maßstab für das spätere Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist: Wer länger als zwölf (bei Frauen) beziehungsweise zehn (bei Männern) Minuten braucht, hat ein um 30 Prozent erhöhtes Risiko, innerhalb der nächsten 30 Jahre eine Herzerkrankung zu erleiden.

Trainingsziel: Suchen Sie sich einen Sport, den Sie dreimal pro Woche ausführen. Insgesamt sollten Sie mindestens 2 ½ Stunden Sport pro Woche machen. Integrieren Sie Bewegung außerdem in Ihren Alltag: Nehmen Sie das Fahrrad zur Arbeit, ziehen Sie Treppen immer dem Aufzug vor, versuchen Sie, so wenig wie möglich zu sitzen.

 

40-49: Stufentest

So funktioniert der Test: Sie benötigen eine Erhöhung von rund 30 Zentimetern, die Ihnen als Stufe dient und eine Stoppuhr. Wärmen Sie sich zunächst zehn Minuten lang auf, indem Sie auf der Stelle gehen und Ihre Arme schwingen. Dann starten Sie die Stoppuhr und steigen für drei Minuten auf die Stufe und wieder herunter. Am Ende der Übung messen Sie den Puls an Ihrem Handgelenk. Der von Frauen sollte 95-100 Schläge pro Minute oder weniger betragen, der von Männern 90-95 oder weniger.

Trainingsziel: Eine im Fachmagazin „British Journal of Sports Medicine“ veröffentlichte Studie zeigte, dass Männer in den Vierzigern, die sich an sechs Tagen pro Woche 30 Minuten täglich körperlich anstrengten, ein um 40 Prozent verringertes Risiko haben, vor ihrem 70. Geburtstag zu sterben. Die Studie zeigte außerdem, dass gesteigerte körperliche Aktivität in dieser Lebensdekade genauso positiv auf die Gesundheit wirkt wie ein Rauchstopp. Krafttraining ist jetzt besonders wichtig, da zunehmend Muskelmasse verloren geht. Optimal ist beispielsweise Zirkeltraining und Übungen mit sogenannten Kugelhanteln.

 

50-59: Hinsetzen und Aufstehen

So funktioniert der Test: Ziehen Sie Ihre Schuhe aus und stellen Sie sich vor einen Spiegel. Setzen Sie sich nun mit gekreuzten Beinen auf den Boden, ohne Ihre Hände oder Knie zu benutzen. Dann stellen Sie sich wieder hin – wieder ohne die Hilfe von Händen und Knien. Zur Auswertung gehen Sie von einer Punktzahl von zehn aus und ziehen einen Punkt ab für jedes „verbotene“ Benutzen von Händen oder Knien und einen halben Punkt für jedes Schwanken oder Wackeln. Acht oder mehr Punkte sind ein gutes Ergebnis. Eine im „European Journal of Preventive Cardiology“ veröffentlichte Studie zeigte, dass Menschen zwischen 50 und 80 Jahren, die acht oder weniger Punkte erreichen, ein doppelt so hohes Risiko haben, in den nächsten sechs Jahren zu sterben, als Menschen mit einem guten Ergebnis.

Trainingsziel: Versuchen Sie, ein Trainingsziel von 2 ½ Stunden wöchentlich zu erreichen. Investieren Sie in einen Schrittzähler und setzen Sie sich 10.000 Schritte pro Tag zum Ziel.

 

60-69: Vom Stuhl aufstehen

So funktioniert der Test: Setzen Sie sich auf einen Stuhl, die Füße stehen fest auf dem Boden. Stellen Sie eine Stoppuhr auf 30 Sekunden ein und stehen Sie in dieser Zeit so oft wie möglich auf, ohne Ihre Hände zu benutzen, und setzen sich wieder. Frauen sollten die Übung zwölfmal schaffen, Männer 14 mal.

Trainingsziel: Ideale Sportarten für die Sechziger sind solche, die die Gelenke schonen – wie Fahrradfahren, Walking oder Schwimmen. Außerdem wichtig: Dehn-, Kraft- und Gleichgewichtsübungen. Führen Sie den Test täglich durch und beobachten Sie Ihre Fortschritte.

 

70-79: Aufstehen und losgehen

So funktioniert der Test: Messen Sie eine Entfernung von drei Metern aus und stellen Sie einen Stuhl an den Anfangspunkt. Bitten Sie einen Freund, sich mit einer Stoppuhr an den Endpunkt zu stellen. Setzen Sie sich auf den Stuhl und geben das Signal zum Starten der Stoppuhr. Jetzt stehen Sie auf, laufen bis zum Endpunkt der Strecke, kehren um, laufen zurück und setzen sich wieder hin. Die Uhr stoppt, sobald Sie sitzen. Zwölf Sekunden sind ein exzellentes Ergebnis, 13-20 Sekunden deuten auf Gleichgewichtsprobleme hin und mehr als 20 Sekunden zeigen deutliche Probleme mit der Beweglichkeit.

Trainingsziel: Das beste Training – diese Übung regelmäßig wiederholen! Stehen Sie beim Fernsehen in jeder Werbepause auf und setzen Sie sich langsam wieder hin – nicht in den Sessel „plumpsen“ lassen – dabei werden die Muskeln nicht trainiert. Mindestens dreimal pro Tag sollten Sie sich für zehn Minuten so anstrengen, dass sich Ihr Atem vertieft – beispielsweise auf der Stelle treten. Außerdem ist Gleichgewichtstraining, z.B. durch Tai Chi, empfehlenswert.

Hamburg, 9. Juni 2015

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