Lichtschutzfaktor – welchen brauche ich?

Redaktion PraxisVITA
Lichtschutzfaktorguide
Sie lieben das Sonnenbaden? Der richtige Lichtschutzfaktor verlängert das Vergnügen und ermöglicht eine gesunde Bräunung © istock/Jovanmandic

Neben der richtigen Menge an Sonnencreme kommt es beim Sonnenbaden auf den geeigneten Lichtschutzfaktor (LSF) an. Aber wie bestimmen wir ihn eigentlich? Dieser Lichtschutzfaktor-Guide klärt auf.

Lichtschutzfaktor – was ist das?

Der Lichtschutzfaktor (LSF; englisch: Sun Protection Factor, SPF) gibt an, wie lange man sich unter Verwendung von Sonnencreme in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Der Lichtschutzfaktor wird auf jeder Sonnencreme in Zahlenwerten angegeben. Neben den Zahlen ist auch immer der Hinweis angeben, um welche Art von Lichtschutzfaktor es sich handelt, z.B. „hoch“ oder „sehr hoch“.

Wenn wir nicht mit dem richtigen Sonnenschutz versorgt sind, drohen uns Sonnenbrand, Knitterfältchen und langfristig sogar Hautkrebs. Neben der richtigen Menge an Sonnencreme kommt es vor allem auf den individuellen Lichtschutzfaktor (LSF) an – besonders, wenn das letzte Sonnenbad schon eine Weile her ist.

Sonnenbrand
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Lichtschutzfaktor – wie funktioniert er?

Jede Haut hat eine sogenannte Eigenschutzzeit und gibt an, wie lange man sich ungeschützt in der Sonne aufhalten kann. Diese richtet sich danach, wie hell oder dunkel die Haut ist und liegt meist zwischen 5-30 Minuten.

Um nun herauszufinden, wie lange man mit einem Sonnenschutz in der Sonne bleiben kann, multipliziert man die Eigenschutzzeit mit dem Lichtschutzfaktor der Sonnencreme. Daraus ergibt sich die maximale Zeit, mit der Sie sich in der Sonne aufhalten können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.

Lichtschutzfaktor berechnen

Eigenschutzzeit * LSF = maximale Zeit in der Sonne

Beträgt die Eigenschutzzeit zum Beispiel 10 Minuten und der Lichtschutzfaktor der Sonnencreme 30, so könnte man sich theoretisch 300 Minuten pro Tag in der Sonne bewegen, ohne sich einer Sonnenbrandgefahr auszusetzen. Dabei gilt es immer zu bedenken, dass man durch Schwitzen oder Schwimmen auch Sonnencreme verliert – ein regelmäßiges Nachcremen wird deshalb dringend empfohlen. Ein Erwachsener braucht 30 Milliliter Creme pro Ganzkörperanwendung – etwa vier Esslöffel.

 

Welcher Lichtschutzfaktor ist für mich geeignet?

Senioren benötigen einen anderen Lichtschutzfaktor als z.B. Personen mittleren Alters. Denn ab einem Alter von 65 Jahren wird die Haut empfindlicher gegenüber der Sonnenstrahlung. Die Ursache: Die Pigmente, die der Haut ihren bräunlichen Teint verleihen und vor den schädlichen Einflüssen der Sonne schützen, werden langsamer gebildet. Daher holen sich Senioren schneller einen Sonnenbrand. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Medikamenten – darunter bestimmte Antibiotika, Diabetes-Mittel, Blutdrucksenker, Rheuma-Präparate oder Psychopharmaka –, welche die Haut noch empfindlicher machen.

Die Sonnenschutzprodukte für Erwachsene sind für Babys nicht geeignet, da sie chemische Lichtschutzfilter enthalten. Kinderhaut ist durchlässiger und aufnahmefähiger als die von Erwachsenen und die chemischen Stoffe können infolgedessen in die Babyhaut eindringen und hormonähnlich wirksam werden. Babys brauchen daher spezielle Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 30-50. Achten Sie beim Kauf der Sonnenschutzprodukte darauf, dass sie auf einem mineralischen oder auch physikalisch genanntem Lichtschutz beruhen. Sie reflektieren das Licht und schützen so die Haut vor der Sonne.

Für Kinder ist ein Lichtschutzfaktor von 35 ausreichend, denn damit werden 95 Prozent der UVB-Strahlen aus dem Sonnenlicht gefiltert.

  • LSF für Senioren: mindestens 15, 20
  • LSF für Babys: 30, 50, 50+
  • LSF für Kinder: 35

Welcher Lichtschutzfaktor für Sie der passende ist, hängt außerdem davon ab, welcher Hauttyp Sie sind, was Ihr Urlaubsziel ist und in welcher Jahreszeit Sie reisen.

Wenn Sie ein hellhäutiger Hauttyp sind und im Hochsommer an ein Reiseziel fliegen wollen, dass in Äquatornähe liegt, sollten Sie einen sehr hohen Lichtschutzfaktor wählen. Selbiges gilt, wenn Ihre Haut noch nicht vorgebräunt ist. Fragen Sie hierzu auch Ihren Apotheker, er berät Sie gerne dazu.

Welcher Hauttyp Sie sind, können Sie hier herausfinden!

 

Lichtschutzfaktor-Tabelle für jeden Hauttyp

Hauttyp 1

Eigenschutz-ZeitLSFmax.  Zeit in der Sonne
5-10 MinutenLSF 2575 - 150 Minuten
5-10 MinutenLSF 3090 - 180 Minuten
5-10 MinutenLSF 35105 - 210 Minuten
5-10 MinutenLSF 40120 - 240 Minuten
5-10 MinutenLSF 45135 - 270 Minuten
5-10 MinutenLSF 50150 - 300 Minuten

Hauttyp 2

Eigenschutz-ZeitLSFmax. Zeit in der Sonne
10.20 MinutenLSF 20120 - 240 Minuten
10-20 MinutenLSF 25150 - 300 Minuten
10-20 MinutenLSF 30180 - 360 Minuten
10-20 MinutenLSF 35210 - 420 Minuten
10-20 MinutenLSF 40240 - 480 Minuten
10-20 MinutenLSF 45270 - 540 Minuten
10-20 MinutenLSF 50300 - 600 Minuten

Hauttypen 3 und 4

Eigenschutz-ZeitLSFmax. Zeit in der Sonne
20-30 MinutenLSF 15180 - 270 Minuten
20-30 MinutenLSF 20240 - 360 Minuten
20-30 MinutenLSF 25300 - 450 Minuten
20-30 MinutenLSF 30360 - 540 Minuten
20-30 MinutenLSF 35420 - 630 Minuten
20-30 MinutenLSF 40480 - 720 Minuten
20-30 MinutenLSF 45540 - 810 Minuten
20-30 MinutenLSF 50600 - 900 Minuten

Beachten Sie aber bitte, dass Sie Ihre Haut regelmäßig nachcremen, denn keine Sonnencreme  und kein Lichtschutzfaktor hält den ganzen Tag. Meiden Sie die starke Mittagssonne und suchen Sie in dieser Zeit lieber ein schattiges Plätzchen auf. Und wenn Sie sich in der prallen Sonne aufhalten, schützen Sie Ihren Kopf mit einem Hut und Ihre Augen mit einer geeigneten Sonnenbrille.

 

Kann ein hoher Lichtschutzfaktor schädlich sein?

Auf unserer Haut befinden sich Lichtrezeptoren, die bei Sonneneinstrahlung die Produktion von Melanin (die Bräunung der Haut) ankurbeln. Auf diese Weise wird ein natürlicher Schutz gegen ultraviolette Strahlung aufgebaut und die Bildung von schwarzem Hautkrebs und anderen Tumoren auf der Haut verhindert.

US-Wissenschaftler fanden jetzt heraus, dass für die natürliche Schutzbarriere der Haut eine bestimmte Wellenlänge des Sonnenlichts benötigt wird, diese aber von Sonnenschutzprodukten – vor allem mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50) – gehemmt wird. Die Folge: Die natürliche Abwehr findet nur bedingt statt, die Haut ist nicht mehr optimal geschützt.

Um herauszufinden, ob Sonnenschutzprodukte die natürliche Hautabwehr vor UV-Strahlen stören können, wurde die menschliche Haut Licht mit unterschiedlichen Wellenlängen ausgesetzt. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die für die Melanin-Produktion verantwortlichen Rezeptoren unter UV-Licht am aktivsten waren. Die Studienleiter hoffen, dass diese Ergebnisse bei der Entwicklung besserer Breitband-Sonnenschutzmittel helfen.

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