Der große Herbstcheck für die Hausapotheke

Hausapotheke
Im Herbst erkälten wir uns besonders oft. PraxisVITA verrät, was Sie immer in Ihrer Hausapotheke haben sollten © Fotolia

Erst wenn uns ein heftiger Infekt erwischt, merken wir, wie gut wir gerüstet sind. PraxisVITA zeigt, was jetzt in jede Hausapotheke hinein gehört.

Egal, ob bei kleinen Verletzungen oder einer Erkältungdie erste und wichtigste Anlaufstelle ist hier die Hausapotheke. Doch wenn wir mal ehrlich sind: Viele von uns kümmern sich darum nicht so richtig. Dabei raten Experten dazu, mindestens einmal im Jahr den Vorrat an Medikamenten und Verbandszeug zu überprüfen. Warum also nicht jetzt, wo wir uns ohnehin gegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit wappnen?

 

Nasenspray, Hustenlöser und Co – was sollte in der Hausapotheke nicht fehlen?

Zur Standardausrüstung einer Hausapotheke gehört ein Hustenlöser, der von festsitzendem Schleim befreit und die Entzündung in den Atemwegen bekämpft. Hier eignen sich besonders Produkte mit Efeu- oder Thymian-Extrakt als sanftes Naturmedikament. Auch ein Hustenstopper ist sinnvoll, der beispielsweise gegen Reizhusten hilft - am besten in Form von  krampflindernden Pflanzentees wie Eibisch oder Fenchel oder als Tabletten mit dem Wirkstoff Dextromethorphanhydrobromid. Damit Halsschmerzen und Schluckbeschwerden rasch gelindert werden, sind Lutschtabletten mit einer Doppelwirkung ideal: Sie sollten die gestressten Schleimhäute befeuchten und beruhigen. Das verhindert, dass Erreger weiter eindringen und sich festsetzen und lindert den unangenehmen Reiz.

Um die Symptome eines erkältungsbedingten Schnupfens zu bekämpfen, sind laut Experten vor allem Nasensprays geeignet, die einen besonders hohen Meersalz-Gehalt haben. Grund: Die Mineralien und Salze wirken abschwellend und erleichtern das Durchatmen. Produkte mit Salzkonzentrationen von 2,2 Prozent und einem Zusatz von Eukalyptus haben den Vorteil, dass sie aufgrund ihrer Zusammensetzung bereits innerhalb weniger Minuten wirken. Da das Spray mehr Mineralstoffe als die Nasenschleimhaut enthält, wird ihr um dieses Gefälle auszugleichen, wässriges Sekret entzogen. Das beschleunigt die Wirkung. Ist der Kopf statt der Nase „dicht“, sollten schmerzstillende Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen griffbereit sein – diese Wirkstoffe können außerdem Fieber senken. Sinnvoll ist es, Schmerzstiller zur innerlichen und zur äußerlichen Anwendung im Schrank zu haben, also Tabletten, Tropfen oder Zäpfchen und zusätzlich eine Salbe.

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Wenn Sie Medikamente für Ihre Hausapotheke kaufen, sollten Sie am besten Ihren Medikationsplan vom Arzt vorlegen
 

Was gehört noch in die Hausapotheke?

Unabhängig von der Jahreszeit sollte jede Hausapotheke auch mit Mitteln gegen Durchfall und Übelkeit sowie Sodbrennen ausgestattet sein. Zudem sollten Sie eine Elektrolytlösung vorrätig haben, die den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust etwa nach heftigem Durchfall oder Erbrechen schnell wieder ausgleichen kann. Bei akutem oder chronischen Durchfall ist ein Medikament mit dem Wirkstoff Loperamid empfehlenswert. Gegen Reiseübelkeit helfen Antihistaminika (Dimenhydrinat, Meclozin) und Anticholinergika (Scopolamin). Übelkeit durch Magenerkrankungen lässt sich gut mit Dopaminantagonisten (Metoclopramid, Domperidon) behandeln. Da dadurch auch Nebenwirkungen auftreten können, sollten diese Medikamente nur bei starker Übelkeit angewandt werden. Bei Sodbrennen helfen Protonenpumpenhemmer und Antazida. Zusätzlich sollten Sie auf Ihre Ernährung achten, Stress vermeiden, nicht rauchen und auf Alkohol verzichten.

Unterschätzen Sie außerdem nicht, wie wichtig Verbandsmaterial sein kann: Idealerweise sollten Desinfektionsmittel, Heftpflaster in verschiedenen Größen, sterile Kompressen, Mullbinden und Verbandpäckchen vorrätig sein. Auch Wund- und Heilsalbe sollte nicht fehlen. Am besten eine mit dem Wirkstoff Dexpanthenol, denn dieser beschleunigt die Wundheilung besonders zuverlässig.

Wichtig: Wenn Sie dauerhaft verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen müssen, sollten Sie beim Kauf von rezeptfreien Mitteln Arzt oder Apotheker zurate ziehen. So können unerwünschte Neben- oder Wechselwirkungen vermieden werden. Tipp: Lassen Sie sich vom Arzt einen Medikationsplan erstellen.

 

Wie lange sind Medikamente haltbar?

Nicht alle Arzneien können jahrelang in der Hausapotheke gelagert werden. Einmal angebrochen, besteht die Gefahr, dass sie unwirksam oder sogar gesundheitsschädlich werden – zum Beispiel weil sich Bestandteile wie Alkohol verflüchtigen und sich die Wirkstoffkonzentration verändert: Augentropfen sollten Sie maximal vier bis sechs Wochen verwenden, sonst können sich nach dem Öffnen Keime im Fläschchen festsetzen und Infektionen auslösen. Nasensprays am besten nach der überstandenen Erkältung sofort entsorgen, damit es zu keiner erneuten Ansteckung kommt. Hustensaft ist nach Anbruch oft nur vier Wochen haltbar – der vom letzten Herbst gehört also entsorgt. Salben, Cremes oder Erkältungsbalsam ohne Konservierungsstoffe halten ebenfalls häufig nur sechs Wochen.

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