Der gesündeste Winter meines Lebens

Frau mit Ekältung setzt auf Naturheilmittel
Ernährung spielt eine wichtige Rolle für ein starkes Immunsystem - und somit für einen Winter ohne Erkältung © iStock

Grünkohl und Spinat sind top - Hühnersuppe und Olivenöl ein Flop. Der Mediziner Dr. Joel Fuhrman erklärt, was unser Körper jetzt wirklich braucht für Immunschutz, Infektabwehr und Erkältungsstopp – und wie Sie wunderbar geschützt durch die kalte Jahreszeit kommen.

Ein Winter ohne Erkältung und Grippe - sogar ein Leben ohne Krebs und andere gefährliche Krankheiten? Das ist keine Utopie - laut dem Arzt und Ernährungsexperten Dr. Joel Fuhrman ist das für jeden von uns möglich: Dazu müssen wir uns nur gemäß seiner revolutionären Superimmun-Tabelle ernähren. In dieser enttarnt er vermeintlich gesunde Nahrungsmittel wie Olivenöl, Hühnerfleisch oder Milch als wenig hilfreich für ein starkes Immunsystem. Was steckt hinter seinen provokanten Thesen und was ist wissenschaftlich belegt?

 

Die wichtigste Gesundheitstabelle des Winters macht uns superimmun

BUCHTIPP

Joel Fuhrman: "Super immun - so maximieren Sie Ihre Abwehrkräfte", Riva Verlag, ISBN 978-3-86883-325-6

Laut Dr. Fuhrman arbeitet das Immunsystem bei den meisten von uns nur zu 50 Prozent. Doch Studien zeigen, dass vor allem eine nährstoffreiche Ernährung diese Leistung leicht verdoppeln kann. Deshalb hat der Mediziner in seiner Tabelle die Lebensmittel nach ihrer Vitalstoffdichte - darunter mehr als 30 wichtige Vitamine und Mineralien - verglichen. Klar, wir wissen alle: Gemüse essen ist gesund. Doch Fuhrman sagt, dass dieses bis zu 60 Prozent unser täglich verzehrten Kalorien ausmachen sollte.

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Das Gemüse Grünkohl macht uns fit, wenn wir müde sind. Der Grund dafür sind seine hohen Menge an Folsäure, die die Blutbildung und Versorgung der Körperzellen mit Sauerstoff vorantreiben.© Fotolia

Spitzenreiter ist dabei Kohl aller Art. Und wer häufig dieses leckere Winter-Gemüse isst, erzielt gleich einen doppelten Effekt: Es enthält nämlich Senföle, die nicht nur das Immunsystem stärken, sondern gleichzeitig das Krebsrisiko reduzieren. Studien zufolge sinkt die Krebsrate um 40 Prozent, wenn der Verzehr von Kohl um 20 Prozent zunimmt! Wichtig: Wird das Gemüse gut gekaut, gehackt oder püriert, erhöht sich die Menge der verfügbaren heilenden Senföle!

 

Warum die Auswahl der richtigen Fette und Kohlenhydrate so wichtig ist

An zweiter Stelle empfiehlt Dr. Fuhrman den Verzehr von Obst, Bohnen, Samen, Hülsenfrüchten und Nüssen. Sie sollten bis zu 40 Prozent unserer täglichen Kalorienmenge ausmachen. Auf Kartoffeln und Weißmehlprodukte sollten wir hingegen verzichten, da ihr glykämischer Index zu hoch ist. Dieser treibt unseren Blutzuckerspiegel kurzfristig in die Höhe, lässt ihn dann aber rasch absinken, sodass wir schnell wieder hungrig sind.

Auch Fette zählen zu den wichtigen Makronährstoffen. Eine extrem fettarme Kost kann zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen wie trockener Haut, Schlafstörungen, oder Muskelkrämpfen führen. Zudem verhindert Fettmangel die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine. Wichtig ist allerdings, dass das Fett aus gesunden Quellen stammt. Ideale Lieferanten sind z. B. Sonnenblumenkerne, Leinsamen und Walnüsse. Denn sie sind vollgepackt mit Inhaltsstoffen, die den Cholesterinspiegel auf natürliche Weise senken, zellschädigende freie Radikale entschärfen und krebsvorbeugend wirken. Am besten jede Gemüsemahlzeit oder den Salat damit aufpeppen. Dadurch werden Nährstoffe bis zu zehnmal besser aufgenommen.

 

Ernährungs-Mythen aufgedeckt: Olivenöl und Hühnersuppe sind gar nicht gesund

Nüsse sind die beste Lebensversicherung
Wer täglich eine Handvoll Walnüsse oder Mandeln isst, senkt sein Risiko für einen Infarkt um 35 Prozent, so eine Studie der Harvard School of Public Health. Verantwortlich für den Schutz-Effekt ist ihr hoher Gehalt an Vitamin E. Der Vital-Stoff verhindert, dass sich das schädliche LDL-Cholesterin an den Gefäß-Wänden anlagert und die Adern verstopft. Das Vitamin beugt so einer Arteriosklerose vor – einer der Hauptursachen für Herz-Kreislauf-Leiden.© Fotolia

Olivenöl besteht wie Nuss- oder Sonnenblumenkernöl zu 100 Prozent aus Fett und bringt es auf etwa 120 Kalorien pro Esslöffel. Zudem ist es nährstoffarm und enthält keine Ballaststoffe. Weiterer Nachteil: Seine Kalorien werden vom Körper rasch verwertet und als Fettpölsterchen gespeichert. Anders ist es bei ganzen Nüssen und Samen: Ihr Fett ist an bestimmte Pflanzenteilchen gebunden. Das begrenzt die Aufnahme des Fettes im Verdauungstrakt, ein Teil davon wird über den Darm wieder ausgeschieden. Sie machen also entsprechend weniger dick als Öl, liefern aber dennoch wichtige Ballast- und Nährstoffe. US-Studien zeigen sogar, dass Nüsse und Samen helfen, langfristig abzunehmen.

Auch den Mythos von der gesunden Hühnersuppe stellt Dr. Fuhrman auf den Kopf. In großer Menge heiß verzehrt, befreit sie die Nase tatsächlich ein wenig. Forscher der Universität von Nebraska haben jedoch herausgefunden, dass die Suppe nicht die Dauer des Infekts verkürzt, sondern sogar verlängert! Der Grund: Hühnersuppe hemmt die Schleimbildung und die Bewegungen der weißen Blutkörperchen. Und: Gerade wenn wir krank sind, sollten wir den Körper nicht noch mit (schwer verdaulichem) Fleisch belasten. Auch generell gilt: Tierische Produkte gehören selten auf den Speiseplan. Sie enthalten u. a. zu wenige Nährstoffe bei einer gleichzeitig zu hohen Menge an Kalorien.

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