Der Feind im eigenen Körper – Forscher entschlüsseln Rätsel um chronischen Schmerz

Ursachen für CPRS gefunden
Forschern aus Großbritannien gelang der entscheidende Durchbruch auf der Suche nach den Ursachen für die Schmerzkrankheit CPRS © Fotolia

Auf der Suche nach den Ursachen für die chronische Schmerzerkrankung CPRS (Complex Regional Pain Syndrome) haben Forscher nun eine entscheidende Entdeckung gemacht. Wissenschaftler der Universität von Liverpool zeigen in einer kürzlich veröffentlichten Studie, dass eine Immunreaktion im menschlichen Körper Auslöser der CPRS-Symptome ist. Die Studien-Ergebnisse werden nun als Grundlage genutzt, um eine Behandlung der Schmerzkrankheit zu entwickeln.

Bisher waren mögliche Auslöser für CPRS medizinisch sehr umstritten. Nun haben Wissenschaftler der Universität von Liverpool das Rätsel um die Ursache der Schmerzkrankheit entschlüsselt. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, dass eine Immunreaktion der betroffenen Patienten Auslöser für die CPRS-Symptome ist.

 

Neue Studie bringt den Durchbruch

In einer klinischen Studie wurden aus dem Serum von CPRS-Patienten Antikörper – die durch eine noch unbekannte Immunreaktion ausgebildet wurden – entnommen und Mäusen injiziert. In der Folge begannen diese Mäuse, CPRS-typische Symptome zu entwickeln. Mäuse einer Vergleichsgruppe – die Antikörper gespritzt bekamen, welche von gesunden Probanden entnommen worden waren –, bildeten keine Anzeichen der Schmerzkrankheit aus.

Bei den Mäusen, die mit CPRS belasteten Antikörpern behandelt worden waren, bildeten sich „signifikant mehr Schwellungen an Gliedmaßen aus als bei den Mäusen der Vergleichsgruppe“, erklärte Studienleiter Professor Goebel. Zudem sei bei den CPRS-belasteten Mäusen eine erheblich höhere Empfindlichkeit für Druckschmerz sowie eine erhöhte Aktivität der Schmerznerven feststellbar gewesen.

 

Immunstörung als Auslöser von CPRS

Mediziner sind bisher davon ausgegangen, dass CPRS – deutsche Ärzte sprechen von dem sogenannten Komplexen Regionalen Schmerzsyndrom – durch eine fehlerhafte Hirnaktivität ausgelöst wird. Die Ergebnisse aus Liverpool widerlegen nun diese These und beweisen, dass durch eine noch nicht genau analysierte Immunstörung Antikörper produziert werden, die schließlich die charakteristischen CPRS-Symptome – wie starke chronische Schmerzen, Schwellungen der Gliedmaßen, Störungen im Nagel- und Haarwachstum sowie Muskelschwund – auslösen.

 

Grundstein für die Suche nach einem Heilmittel für CPRS

,,CPRS ist eine sehr ernste Erkrankung“, erklärte Professor Goebel. Betroffene ständen unter einem enormen Leidensdruck – vor allem auch, da die Medizin bisher die Ursachen nicht geklärt hat und Behandlungen damit schwierig waren. Die nun gewonnenen Ergebnisse seien aber ein guter Ausgangspunkt für „die Suche nach einem Heilmittel gegen CPRS“, sagte Goebel weiter.

Hamburg, 3. Juli 2014

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