Der Ernährungs-TÜV für Kinder

Eine einseitige Ernährung mit Fastfood kann Zinkmangel herbeiführen
Eine einseitige Ernährung mit Fastfood kann Zinkmangel herbeiführen © Fotolia

Limo macht launisch, Chips vergesslich, Mettwurst krank – neue Erkenntnisse, die besonders für Eltern wichtig sind. Welche Lebensmittel Kinder unbedingt brauchen und welche Stoffe ihnen schaden – Praxisvita hat die spannendsten Fakten.

Paul wiegt 120 Kilo, er leidet an Alters-Diabetes – und an immer wiederkehrenden Gedächtnislücken. Ein typischer Fall fürs Pflegeheim? Später vielleicht – denn Paul ist gerade mal 14 Jahre alt.

Ärzte schlagen Alarm: Deutschlands Kinder werden immer dicker. Experten sprechen bereits von einer Epidemie. Die Folgen krankhaften Übergewichts sind Leiden, wie sie sonst 70-Jährige haben. Mit anderen Worten: Schon Elfjährige erkranken an typischen Altersgebrechen wie Osteoporose (Knochenschwund), Rheuma und Diabetes. Und ein Drittel der Schulkinder weist erhöhte Blutfettwerte und erste Anzeichen von Arteriosklerose auf – Hauptrisikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall.

 

Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Lebensmittel bei Kindern ADHS auslösen

Doch Ernährung scheint nicht nur chronische Krankheiten zu begünstigen, sondern auch einen entscheidenden Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des kindlichen Gehirns auszuüben. Für die Neurologin Dr. Marilyn Albert spielt der Speiseplan eine Schlüsselrolle bei der Frage, wie man sich konzentrieren kann, wie schnell das Gehirn reagiert und in welcher Stimmung wir uns befinden. Neueste Erkenntnisse deuten sogar darauf hin, dass bestimmte Lebensmittel bei Kindern das Phänomen ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) auslösen – eine Art Gehirnstörung, die aggressiv und unruhig macht.

Doch was läuft in der Kinder-Ernährung schief? Dass jedes vierte Kind mit Übergewicht kämpft, ist vor allem dem Hang zu Fertig-Nahrungsmitteln, Snacks und Fastfood zuzuschreiben. Eine entscheidende Rolle dabei spielen die Eltern, denn sie trainieren das Geschmacksprofil der Kinder durch die Angebote, die sie ihnen machen. Eine Hilfestellung bietet Eltern jetzt ein neuer Ernährungskompass, der von Experten zusammengestellt wurde.

 

Einem Kind muss ein Nahrungsmittel 35-mal angeboten werden, bis es probiert

Klingt gut, aber wie bringt man Kinder dazu, gesunde Speisen wirklich zu essen? Hierfür halten Ernährungsexperten drei Tricks parat: 1. Die 35-Regel. Verhaltensstudien zeigen: Einem Kind muss ein Nahrungsmittel 35-mal angeboten werden, bis es probiert. Eltern brauchen Geduld, bis sich das Geschmackssystem des Kindes ausbildet. 2. Der Pürier-Trick. Gemüse steht meist weit hinten auf der Kinder-Hitliste. Der beste Trick, um das Grünzeug schmackhafter zu machen: zum Beispiel Zucchini oder Spinat pürieren und unter Suppen oder (selbst gemachten) Kartoffelbrei mischen. 3. Der Rationalisierungs-Trick. Mini-Portionen (zum Beispiel Bohnen) extra andünsten und separat (scheinbar für die Eltern) hinstellen. Effekt: Künstliche Verknappung treibt die Nachfrage in die Höhe. Bitte mehr davon, Mama…!

 

Macht Cola Knochen spröde?

Eine US-Studie zeigt: Mädchen, die viel Cola tranken, erlitten fünfmal häufiger Knochenbrüche als Wassertrinkerinnen. Der Grund: In Cola, Limo und Co. verbergen sich Phosphate, die das Kalzium aus den Knochen verdrängen können und sie spröde machen. Wer zu Cola light greift, kommt vom Regen in die Traufe: Darin enthaltene Zuckerersatzstoffe können das Kopfschmerz-Risiko erhöhen.

 

Schärfen Gummibärchen die Konzentration?

Klingt verrückt, aber in den bunten Bärchen stecken 15 lebensnotwendige Aminosäuren. Ohne diese Eiweißbausteine kann das Gehirn keine Nachrichten versenden. Im Klartext: Konzentration und Reaktionsvermögen hängen direkt von Aminosäuren in der Ernährung ab. Bonus: Gummibären enthalten Null Fett!

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