Der einfachste Schwindeltest

Carolin Banser Medizinredakteurin
Nervenzelle
Kreislauf oder Gehirn – woher kommt mein Schwindel? Dieser Test verrät es © istock

Es kommt aus dem Nichts – und alles dreht sich. Doch was löst den Schwindel aus? Ärzte haben jetzt eine Möglichkeit gefunden, wie Betroffene schnell und ohne Aufwand die Ursache für ihren Schwindel erkennen können.

Wenn der Boden unter den Füßen schwankt oder sogar total wegkippt, kann das Betroffenen Angst machen. Dabei ist Schwindel nur in den seltensten Fällen ein Grund zur Sorge. Oft stecken, gerade bei jüngeren Frauen, harmlose Ursachen wie ein niedriger Blutdruck dahinter. Dennoch sollten wir Schwindel-Attacken abklären lassen, wenn sie häufiger auftreten. Ein Ärzteteam aus Brasilien und den USA hat jetzt herausgefunden, mit welcher Methode die Ursachen des Schwindels schnell und mühelos erkannt werden.

 

Was löst meinen Schwindel aus? Dieser Test hilft bei der Diagnose

Dazu führte ein Ärzteteam um Dr. Francisco Carlos Zuma e Maia bei 39 Patienten mit einem sogenannten Vestibularsyndrom (einer massiven Störung des Gleichgewichtssinns) einen Kopfschüttel- und -neigungstest durch. Dabei zeichneten die Ärzte die Augenbewegungen sowohl nach dem Kopfschütteln als auch nach dem Kopfneigen auf.

 

So funktioniert der Test

  • Zunächst bewegt der Arzt den Kopf des Patienten in horizontaler Ebene schnell  – etwa zwei- bis dreimal pro Sekunde – hin und her.
  • Nach zehn Sekunden wird der Patient aufgefordert, den Kopf eine Minute lang stillzuhalten.
  • Nun wird der Betroffene gebeten, den Kopf bis auf die Brust zu neigen und diese Position eine weitere Minute zu halten.
 

Wieso erfasst der Test die zentrale Ursache?

Wird ein Augenzittern (medizinisch Nystagmus) durch eine horizontale Kopfbewegung ausgelöst, lässt es sich für gewöhnlich unterdrücken, sobald die Patienten den Kopf nach unten neigen. Das funktioniert nur, wenn entsprechende Neuronen (sogenannte Hirnnervenkerne) im Kleinhirn funktionsfähig sind. Das heißt, wenn wir erst den Kopf schütteln, um ein Augenzittern zu erzeugen, und sich dieses nicht durch Kopfneigen unterdrücken lässt, ist eine Schädigung entsprechender Regionen im Kleinhirn und damit eine sogenannte zentrale Schwindelursache (z.B. ein Tumor, Blutungen, Infektionen oder ein Infarkt) sehr wahrscheinlich.

 

Auswertung

Wie fiel das Ergebnis im Test aus? 28 der Patienten hatten eine Störung des Gleichgewichtsempfindens. Sie hat ihren Ursprung im Innenohr. Bei allen fehlten zentralnervöse Zeichen für eine Störung. Bei elf Patienten konnten die Ärzte hingegen eine zentralnervöse Ursache – meist Infarkte und Tumoren – per MRT nachweisen.

 

Was hilft langfristig gegen meine peripheren Schwindel-Anfälle?

Die beste sportliche Schwindel-Vorbeugung ist Tanzen. Durch die Bewegungsabfolgen wird das Gleichgewicht optimal trainiert. Das hat eine Studie der Ruhr-Universität Bochum gezeigt. Die Balance können wir aber überall trainieren – indem wir uns immer mal wieder zwischendurch abwechselnd auf ein Bein stellen.

Natürliche Arzneimittel können die Stärke und Anzahl von Schwindel-Anfällen zudem wirksam verringern. Besonders Präparate mit Extrakten aus indischen Kokkelskörnern, geflecktem Schierling, grauem Amber und Steinöl haben sich in der Behandlung bewährt. Auch Ingwer regt den Blutfluss im Gehirn an und reduziert so Schwindel. Als Tee: ½ TL zerkleinerten Ingwer in eine Tasse mit heißem Wasser geben und zehn Minuten ziehen lassen.

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