Der Darm – Das Multitalent in unserer Körpermitte

Darm in der Mitte des Körpers
Der menschliche Darm kann über sechs Meter lang sein. Er sorgt dafür, dass Nährstoffe aus dem Essen verwertet werden und unser Wasserhaushalt reguliert wird © shutterstock

Der Darm ist das größte innere Organ des Menschen und leider auch besonders anfällig für Krankheiten: Neben Darmkrebs und Polypen gehören Divertikel zu den häufigsten Darm-Erkrankungen. Was Sie bei einer Divertikulitis tun sollten und alles weitere Wissenswerte zum Thema Darm, erfahren Sie hier.

 

Die Bestandteile

Er wird bis zu acht Meter lang und misst dabei nur wenige Zentimeter im Durchmesser. Man unterscheidet Dünn- und Dickdarm. Der Dünndarm kann über sechs Meter lang sein. Man teilt ihn in drei Abschnitte ein: Zwölffingerdarm (ca. 25 cm), Leerdarm (ca. 2,50 m) und Krummdarm (ca. 3,50 m).Der Dickdarm ist im Vergleich nur ca. 1,5 m lang und besteht aus dem Blinddarm mit Wurmfortsatz, dem Grimmdarm (Fachbegriff: Colon) und dem Mast- oder Enddarm (Fachbegriff: Rectum). Eine Türfunktion zwischen Dünn- und Dickdarm übt die Bauhin- oder Ileozäkal-Klappe aus. Sie öffnet sich nur in eine Richtung, was verhindert, dass bakterienreicher Stuhl aus dem Dickdarm in den sterilen Dünndarm zurückfließen kann.

 

Der Aufbau

Millionen faltiger Zotten im Inneren der vielfach gewundenen Röhre des Dünndarms ergeben eine Oberfläche von 400 bis 500 Quadratmetern. Die Zotten beherbergen ein feines Geäst aus Blutgefäßen und Lymphbahnen und sind an der Spitze mit feinsten Härchen bedeckt. Sogenannte Becherzellen produzieren einen feinen Schleim. Er sorgt dafür, dass der Nahrungsbrei besser durch den Darm gleiten kann. Der Dickdarm ist muskulöser und im Inneren glatt und mit einer Vielzahl an Drüsen ausgestattet, die Wasser aus dem Stuhl aufnehmen. Zotten, die für die Nährstoffaufnahme im Dünndarm unerlässlich sind, finden sich hier nicht. Becherzellen sorgen auch in diesem Darmtrakt für Schleim, damit der eingedickte Speisebrei leichter flutscht.

 

Die Aufgaben

Im Dünndarm erfolgt – unter Mithilfe der Verdauungssäfte aus Bauchspeicheldrüse und Galle – die Aufspaltung der Nahrung und Aufnahme der Nährstoffe wie Vitamine und Mineralien. Diese werden durch die Darmschleimhaut geschleust und dort von den Blut- oder Lymphgefäßen aufgenommen. Von hier erfolgt der Weitertransport in den ganzen Körper. Bis der Speisebrei den Dünndarm endgültig passiert hat, können bis zu 10 Stunden vergehen. Die Aufgabe des Dickdarms besteht darin, die täglich fast 14 Liter Speisebrei, die aus dem Dünn- in den Dickdarm gelangen, einzudicken. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Darmflora. Ist diese gestört, etwa durch Antibiotika, Pilzbefall oder Entzündungen, verbleibt Wasser im Stuhl: Es kommt zu Durchfall.

 

Schwachstellen

Der Dickdarm ist besonders anfällig für Krankheiten: Darmkrebs befällt in den meisten Fällen gerade diesen Bereich. Eine Vorstufe für diese gefährliche Erkrankung können "Polypen" sein. Die eigentlich harmlosen Wucherungen der Darmschleimhaut können entarten. Dickdarm-Aussackungen, sogenannte Divertikel, können dann zu Schmerzen im rechten Unterbauch führen, die sich im Akutfall sogar entzünden. Eine solche "Divertikulitis" gibt dann Anlass für eine Not-OP. Ein weiteres Leiden ist dagegen meist harmlos, dafür allerdings sehr lästig: Hämorrhoiden.

 

Früherkennungs-Angebote

Ab 55 übernehmen Kassen die Kosten für eine Darmspiegelung. Ab 35 ist ein jährlicher "Hämoccult-Test" auf verstecktes Blut im Stuhl empfehlenswert.

 

Darmflora: Was ist das eigentlich?

Der Dickdarm wird von Milliarden von Bakterien besiedelt. Sie fördern die Bildung von Antikörpern und unterstützen so die Immunabwehr des ganzen Körpers. Außerdem bilden sie, indem sie bestimmte Fasern aus unserer Ernährung spalten, die Vitamine B und K.

 

Das ist gut für den Darm

Ballaststoffe, das sind unverdauliche Fasern aus Kornprodukten, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten, schleusen Giftstoffe schnell aus dem Darm und binden Wasser. Das hält die Verdauung auf Trab und den Stuhl weich und kann Verletzungen und Hämorrhoiden vorbeugen.

Bewegung muss sein. Ideal ist zum Beispiel Schwimmen, denn das Wasser wirkt wie eine sanfte Bauchmassage.

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