Der beste Trick für ein gutes Gedächtnis

Redaktion PraxisVITA
Eine junge Frau grübelt
Wie prägt man sich am besten etwas ein? Für ein gutes Gedächtnis ist es hilfreich, zu zeichnen, ergibt eine aktuelle kanadische Studie © Fotolia

Ein gutes Gedächtnis ist kein Zufall. Wer sich etwas merken möchte, sollte es am besten zeichnen, zeigt eine aktuelle Studie kanadischer Wissenschaftler. Diese Methode schnitt in mehreren Tests als Einpräghilfe am besten ab.

Mithilfe eines Experiments fand ein Team der University of Waterloo in Kanada heraus, dass das Malen oder Zeichnen von Begriffen die verlässlichste Strategie ist, sie sich zu merken. „Wir testeten Zeichnen im Vergleich mit einer Reihe anderer bekannter Merkstrategien, und Zeichnen schnitt immer am besten ab“, sagt Studienleiter Jeffrey Wammes. Die Studie wurde in dem Fachmagazin „Quarterly Journal of Experimental Psychology“ veröffentlicht.

Die Forscher zeigten Probanden eine Liste mit einfachen, leicht zu zeichnenden Begriffen wie „Apfel“. Die Studienteilnehmer hatten pro Wort 40 Sekunden Zeit, den Begriff zu zeichnen oder wiederholt aufzuschreiben. Als Ablenkung bekamen sie anschließend eine Aufgabe, in der sie Töne in Musikstücken identifizieren mussten. Schließlich wurden sie aufgefordert, in 60 Sekunden so viele Wörter wie möglich von der Liste wiederzugeben.

Zeichnen für ein gutes Gedächtnis
Malen oder Zeichnen von Begriffen ist die verlässlichste Strategie, sie sich zu merken© istock
 

Zeichnungen für ein gutes Gedächtnis

„Wir beobachteten eine deutlich bessere Merkfähigkeit bei gezeichneten Wörtern im Vergleich mit geschriebenen“, sagt Wammes. „Die Teilnehmer hatten ein gutes Gedächtnis und erinnerten häufig mehr als doppelt so viele gezeichnete wie geschriebene Wörter.“

In weiteren Experimenten wurde die Versuchsanordnung leicht abgeändert, beispielsweise sollten die Probanden den Buchstaben visuelle Details wie Schatten hinzufügen. Außerdem testeten die Wissenschaftler andere Merkstrategien wie die Auflistung von Eigenschaften der einzuprägenden Gegenstände, bildliche Vorstellung oder das Betrachten von Bildern. Doch das Ergebnis blieb unverändert: Gezeichnete Wörter konnten sich die Studienteilnehmer am besten merken.

„Besonders wichtig: Die Qualität der Zeichnungen schien keinen Unterschied für ein gutes Gedächtnis zu machen, was darauf hinweist, dass jeder von dieser Merkstrategie profitieren kann, egal, wie künstlerisch begabt er ist. Dazu passend konnten wir zeigen, dass die Probanden selbst dann noch einen großen Vorteil hatten, wenn sie nur vier Sekunden hatten, um ihr Bild zu zeichnen“, so Wammes.

 

Die Vorstellung des Zeichnens reicht für ein gutes Gedächtnis aus

Die Methode kann so zwar nur durchführen, wer gerade Zettel und Stift zur Hand hat. Doch Experten gehen davon aus, dass es für ein gutes Gedächtnis bereits ausreicht, sich den Vorgang des Zeichnens bildlich vorzustellen. Dass das Gehirn zu solchen „Ersatzhandlungen“ in der Lage ist, zeigen auch Versuche, in denen Probanden ihr Muskelwachstum anregen konnten, indem sie das Muskeltraining nur gedanklich durchführten.

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