Wie das Gehirn den Körper krank macht

Depressive sehen schlechter

Depressive Menschen nehmen Kontraste schwächer wahr als Gesunde. Mit Mustern wie auf Schachbrettern, die klare Grenzen zwischen schwarz und weiß aufweisen, lässt sich das gut messen. Wissenschaftler der Universitätsklinik Freiburg haben festgestellt, dass bestimmte Nervenzellen der Netzhaut unter dem Einfluss des Gehirnbotenstoffes Dopamin arbeiten. Bei Depressionen läuft das Dopamin-System auf Sparflamme – und das Sehen verschlechtert sich messbar. Untersucht wird mit Elektroden am Auge. Das Besondere: Diese Veränderung zeigt sich nur bei Depressionen, nicht bei anderen psychischen Erkrankungen. Die Freiburger Forscher hoffen, aus diesem im Moment noch experimentellen Untersuchungsverfahren in Zukunft einen einfacheren Test zu entwickeln. Daran kann man zum Beispiel den Verlauf einer Depression beurteilen. Denn wenn sich der Zustand durch Medikamente oder Therapien ändert, bessert sich auch das Kontrastsehen sofort.

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