Depressive Episode: Symptome, Dauer und was zu tun ist

Miriam Mueller-Stahl stellvertretende Managing Editor

Eine depressive Episode kann gerade jetzt in Corona-Zeiten schnell entstehen. Alles über die Symptome, die Dauer und was Sie gegen eine depressive Episode tun können.

Depressive Frau liegt angezogen mit angewinkelten Beinen auf dem Bett und schaut traurig
Eine depressive Episode Zeit äußert sich in verschiedenen Symptomen, wie gedrückte Stimmung und Suizidgedanken Foto:  iStock-1133387082 recep-bg
Inhalt
  1. Formen von depressiven Phasen
  2. Dauer einer depressiven Episode
  3. Symptome einer depressiven Episode
  4. Schweregrade von depressiven Episoden
  5. Depressive Episode – was kann ich tun?
 

Formen von depressiven Phasen

Gerade jetzt in den unsicheren Corona-Zeiten sind wir gefährdet, unter einer depressiven Episode zu leiden. Angst vor COVID-19, Unsicherheiten im Job und soziale Isolation – es gibt mehrere Gründe, warum Menschen derzeit von einer depressiven Phase betroffen sein können.

Hinzu kommt das fehlende Tageslicht im Winter. Daraus kann ein Mangel an Vitamin-D entstehen, welches wichtig für die Bildung des Glückshormons Serotonin ist. Kommt es zum Serotoninmangel, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Depression. Eine Herbst- bzw. Winterdepression ist daher ebenfalls eine Form einer depressiven Episode.

Frau allein im Park
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Dauer einer depressiven Episode

Laut dem ICD-10 (International Classification of Diseases) leiden Betroffene unter einer depressiven Episode, wenn die Beschwerden mindestens zwei Wochen lang anhalten. Eine depressive Episode kann aber auch Jahre andauern oder wie bei saisonal bedingten Depressionen immer wiederkehren.

 

Symptome einer depressiven Episode

Für die Diagnose der psychischen Erkrankung spielen Haupt- und Zusatzsymptome eine Rolle.

Die vier Hauptsymptome sind:

Die sieben Zusatzsymptome sind:

  • Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit
  • Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Suizidgedanken, erfolgte Selbstverletzung oder Suizidhandlungen
  • Schlafstörungen
  • Verminderter Appetit
 

Schweregrade von depressiven Episoden

Es gibt drei unterschiedliche Schweregrade depressiver Phasen, die vom ICD-10 festgelegt sind:

  • Leichte depressive Episode: Betroffene leiden an den Hauptsymptomen und zwei Zusatzsymptomen
  • Mittelgradige depressive Episode: Neben den Hauptsymptomen sind bei Erkrankten drei bis vier Zusatzsymptome zu beobachten.
  • Schwere depressive Episode: Betroffene leiden zusätzlich zu den Hauptsymptomen unter mindestens vier Zusatzsymptomen.
 

Depressive Episode – was kann ich tun?

Folgende Tipps helfen aus dem temporären Stimmungstief herauszukommen:

Machen Sie Sport:
Bewegung hebt den Serotoninspiegel. Sport ist daher ideal, um depressive Schübe zu lindern.

Spaziergang und Tageslichtlampe:
Von März bis Oktober reichen 15 bis 30 Minuten an der frischen Luft, um den Körper mit ausreichend Vitamin D zu versorgen. In der kalten Jahreszeit können Sie mit einer Tageslichtlampe nachhelfen.

Johanniskraut als pflanzliches Antidepressivum:
Johanniskraut gilt als eines der besten natürlichen Stimmungsaufheller. Bei einer Dosis von 900 mg pro Tag kann es gegen Depressionen helfen. Aber Vorsicht: Johanniskraut weist zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auf und setzt die Wirkung der Antibabypille herab. Wer Medikamente einnimmt und eine depressive Phase mit Johanniskraut behandeln möchte, sollte daher auf jeden Fall zuvor mit seinem Arzt sprechen.

Neben Johanniskraut können bei depressiven Episoden auch Heilpflanzen wie Melisse, Ginseng und Lavendel helfen, das Stimmungstief zu überwinden.

Frisches Johanniskraut im Mörser auf einem Holztisch
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Therapie:
Wenn die depressive Phase länger andauert oder immer wiederkehrt, sollte ein Therapeut zurate gezogen werden. 

Antidepressiva:
Wenn alle Maßnahmen keine Wirkung erzielen oder Betroffene unter einer schweren depressiven Phase leiden, kann die Einnahme eines Antidepressivums in Betracht gezogen werden. Der Hausarzt oder ein Psychiater hilft, bei der Wahl des richtigen Medikaments bei depressiven Episoden.

Quellen:

Einteilung der Depression, in: Neurologen und Psychiater im Netz
S3-Leitlinie/NVL Unipolare Depression, 2. Auflage, 2015. Version 5, in: Programm für Nationale Versorgungsleitlinien

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