Demenz: Ursachen und Risikofaktoren

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Demenz-Ursachen finden sich nur in den wenigsten Fällen in den Genen. Rund zwei Drittel der Fälle gehen auf eine Alzheimer-Erkrankung (auch Morbus Alzheimer) zurück.

 

Demenz-Ursachen: Eiweißablagerungen im Gehirn

Bei einer Alzheimer-Demenz sterben die Nervenzellen im Gehirn nach und nach ab – es handelt sich um eine sogenannte neurodegenerative Erkrankung. Auffällig bei Morbus Alzheimer sind spezielle Ablagerungen im Gehirn, sogenannte amyloide Plaques und Neurofibrillen, die als Demenz-Ursachen gelten.

Diese Ablagerungen können sich zwar auch während des normalen Alterns und bei anderen Krankheiten des Gehirns in geringem Maße bilden, bei der Alzheimer-Erkrankung sind sie jedoch sehr viel stärker ausgeprägt. An den Stellen, wo die Plaques sitzen, sterben Nervenzellen ab.

Warum genau sich bei manchen Menschen so viele Ablagerungen bilden, wird derzeit noch erforscht. Bestimmte Merkmale im Erbgut erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Alzheimer-Demenz; ob und wann ein Mensch die Erkrankung entwickelt, lässt sich allerdings nicht vorhersagen.

Demenz-Ursachen sind Eiweißablagerungen im Gehirn
Spezielle Ablagerungen im Gehirn, sogenannte amyloide Plaques und Neurofibrillen, gelten als Demenz-Ursachen © istock
 

Welche Demenz-Ursachen gibt es außerdem?

Zu den weiteren Demenz-Ursachen zählen bestimmte, nicht ausreichend durchblutete Gehirnareale. Diese sogenannte vaskuläre Demenz (vaskulär = gefäßbedingt) betrifft etwa 20 Prozent der Patienten. Häufig sind jedoch auch Mischformen aus vaskulärer Demenz und Morbus Alzheimer. Die Durchblutungsstörungen bei der vaskulären Demenz kommen zustande, wenn die kleinen Gefäße im Gehirn durch Ablagerungen bzw. Bluthochdruck verengt oder geschädigt sind.

Sind bestimmte Gehirnareale dauerhaft minder durchblutet, entsteht ein Sauerstoffmangel – das Organ kann nicht mehr richtig arbeiten. Für diese Form der Demenz gibt es eine erbliche Veranlagung, jedoch spielen auch diverse andere Risikofaktoren eine Rolle: So fördern und verstärken Bluthochdruck, Rauchen und hohe Blutfettwerte (u.a. Cholesterin) Durchblutungsstörungen. Auch für Menschen mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) steigt die Wahrscheinlichkeit für Gefäßprobleme und Erkrankungen wie die vaskuläre Demenz.

Beide Demenzformen treten vor allem im fortgeschrittenen Lebensalter auf, weshalb die Krankheit manchmal auch als Altersdemenz bezeichnet wird. Ab einem Alter von 65 Jahren nimmt das Demenzrisiko deutlich zu und steigt mit jedem Lebensjahrzehnt weiter an.

Erhöhtes Cholesterin
Typische Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie z.B. hohe Cholesterinwerte und Bluthochdruck können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine Demenz zu erleiden© istock
 

Demenz-Ursachen: mögliche Risikofaktoren

 

Vorerkrankungen als Demenz-Ursachen

Zudem gibt es einige Vorerkrankungen, die als Demenz-Ursachen in Betracht gezogen werden können, wie etwa Morbus Parkinson. Nicht alle Parkinson-Patienten entwickeln geistige Probleme, doch spät Erkrankte mit ausgeprägten Bewegungssymptomen haben ein höheres Demenz-Risiko.

Diabetes als Demenz-Ursache
Neben Alzheimer müssen auch Vorerkrankungen wie Parkison und Diabetes als Demenz-Ursachen in Betracht gezogen werden© Fotolia

Menschen mit einer Parkinson-Demenz neigen zum Beispiel oft zu Planungsschwierigkeiten und Problemen mit abstrakten Begriffen. Andere Krankheiten, die eine Demenz begünstigen oder verursachen können, sind die seltene sogenannte Funikuläre Myelose, Chorea Huntington, die Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung und das Down-Syndrom (Trisomie 21).

Eine seltene Erscheinungsform ist die sogenannte frontotemporale Demenz (Pick-Krankheit). Wie bei der Alzheimer-Demenz, sterben auch hier die Nervenzellen ab – allerdings beginnt dies im Stirn- und Schläfenbereich des Gehirns, im Frontotemporal-Lappen. Diese Demenzform beginnt im Durchschnitt etwas früher als die Alzheimer-Erkrankung und äußert sich durch andere Symptome.

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