Häufige Anzeichen im Blick Demenz erkennen: Wie Sie die Signale Ihres Körpers richtig deuten

Redaktion PraxisVITA
Demenz erkennen
Wie kann ich erste Anzeichen von Demenz erkennen? © istock/ChrisChrisW

Wann Sie anhand von Vergesslichkeit eine Demenz erkennen, warum Sie starken Durst nicht einfach ignorieren sollten und Haarausfall in manchen Fällen einfach zu behandeln ist, erfahren Sie hier.

Die meisten Symptome werden ignoriert. Ein fataler Fehler: Denn in vielen Fällen steckt ein ernsthaftes Leiden dahinter. PraxisVITA hat die wichtigsten Signale des Körpers zusammengestellt und erklärt, wie Sie diese entschlüsseln:

Vergesslichkeit: Demenz erkennen

Sie verlegen den Schlüssel oder vergessen Namen? Das muss noch kein Hinweis auf Demenz sein. Häufig stecken harmlose Ursachen wie Stress oder Schlafmangel dahinter. Die beste Sofort-Hilfe: Entspannen Sie sich – dann können Sie sich wieder besser erinnern.

Nehmen Erinnerungsstörungen über einen Zeitraum von wenigstens sechs Monaten immer mehr zu, sollten Sie sich untersuchen lassen. Eine beginnende Demenz erkennen Sie am Verlust von Zeitgefühl und Orientierungssinn sowie der Selbstständigkeit. Weitere Frühzeichen können nachlassende Konzentrationsfähigkeit und Stimmungsschwankungen sein. 

Dem Münchner Psychiater und Demenzexperten Hans Förstl zufolge ist es übrigens nur eine Frage der Zeit, bis es alle trifft. Würden die Menschen 100 Jahre oder älter, ließen sich bei jedem früher oder später Zeichen der Demenz erkennen.

Piepen im Ohr

Plötzlich tritt ein schriller Ton im Ohr auf. Diese Geräusche sind in der Regel harmlos, für Mediziner ein klassisches Stress-Symptom. Verschwindet das Piepen jedoch innerhalb von 24 Stunden nicht, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Denn sonst besteht die Gefahr eines chronischen Tinnitus. In den ersten Tagen bringen durchblutungsfördernde Medikamente meist Linderung.

Mundgeruch

Haben Sie den ganzen Tag nichts gegessen, kann das zu üblem Mundgeruch führen. Ist dieses Symptom Ihr ständiger Begleiter, sollten Sie Ihre Nieren untersuchen lassen. Denn durch eine geringere Harnausscheidung kommt es zu einem erhöhten Harnstoffgehalt im Körper, damit entsteht übler Mundgeruch.

Schlafstörungen

Sie können – unabhängig davon, ob Sie Stress und Sorgen haben – schlecht einschlafen? Möglicherweise steckt eine Schilddrüsen-Überfunktion dahinter. Dann produziert diese Drüse zu viele Hormone. Diese sorgen dafür, dass Ihr Körper ständig auf Hochtouren läuft. Tipp: Unbedingt zum Arzt gehen!

Schilddrüse
Hinter Schlafstörungen kann sich eine Schilddrüsen-Fehlfunktion verbergen © istock/magicmine

Punkte vor den Augen

Dieses Symptom tritt sehr häufig auf – und gibt keinen Anlass zur Sorge. Denn in 90 Prozent der Fälle erscheinen die schwarzen Punkte auf hellem Hintergrund infolge einer harmlosen Glaskörpertrübung. Tritt dieses Warmsignal jedoch mehrmals wöchentlich auf, könnte ein Grauer Star der Grund sein. Vereinbaren Sie einen Augenarzt-Termin.

Starker Durst

Experten empfehlen, viel zu trinken. Doch wer ständig durstig ist und zudem häufig auf die Toilette muss, soll sich auf Diabetes untersuchen lassen. Dabei versucht der Körper nämlich das Überangebot an Zucker im Blut über den Urin auszuscheiden.

Bauchschmerzen

Viele Menschen ignorieren Bauchweh. Tritt es häufig gepaart mit Übelkeit auf, kann dahinter eine Nahrungsmittel-Intoleranz stecken. Diese führt manchmal zu einer Schädigung der Darmwände. Der Hausarzt kann dann mit einem Atemtest schnell die Diagnose stellen.

Bauchschmerzen
Bauchschmerzen können ein Anzeichen für eine Nahrungsmittel-Intoleranz sein © istock/Carlo107

Blaue Lippen

Ist Ihre Haut an den Lippen oder Fingerspitzen bläulich verfärbt? Das kann neben Frieren auch auf einen Sauerstoffmangel hinweisen. Ein Blutbild gibt Aufschluss über die möglichen Ursachen.

In diesen Fällen sollten Sie den Notruf wählen!

Mehr als 270 000 Deutsche erleiden jährlich einen Schlaganfall, 300 000 Menschen einen Herzinfarkt. In beiden Fällen gilt: Je eher der Patient behandelt wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer kompletten Genesung. Deshalb zählt bei diesen Warnzeichen jede Minute:

Schlaganfall

Ein Mensch kann plötzlich nicht einmal mehr einfache Sätze nachsprechen. Außerdem tritt eine halbseitige Lähmungserscheinung auf – häufig zu beobachten an einem Mundwinkel, der nach unten hängt. Der Betroffene verspürt in einem Arm und/oder einem Bein nur noch sehr wenig Kraft. Diese Zeichen sind eindeutige Hinweise auf einen Schlaganfall! Wählen Sie als Ersthelfer den Notruf (112), beruhigen Sie den Patienten (er soll sich hinsetzen) und öffnen Sie beengende Kleidung.

Herzinfarkt
Bei einem Herzinfarkt tritt ganz plötzlich ein extrem starker Schmerz im Bereich der Brust auf © istock/spukkato

Herzinfarkt

Von einer Sekunde auf die andere tritt ein extrem starker Schmerz im Bereich der Brust auf – dieser strahlt häufig in die Arme aus. Auch im Unterkiefer oder im Oberbauch kann der Schmerz spürbar sein.

Starkes Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen treten oft zusätzlich auf. Der Patient leidet unter akuter Atemnot und Todesangst.

Bei Frauen können sich andere Symptome zeigen: plötzlich eintretende Schwäche, Kurzatmigkeit, Schmerzen in Kiefer oder Nacken, Bauchschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Wichtig: Vor allem wenn die Beschwerden plötzlich eintreten, sollten Sie den Notruf (112) wählen! Legen Sie den Betroffenen hin, er soll auf keinen Fall mehr gehen! Ist er bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.