Demenz: Diese Art von Humor ist ein Warnzeichen!

Verena Elson Medizinredakteurin

Lachen ist die beste Medizin – diese Volksweisheit kennt jeder. Wenn sich der Humor auf eine bestimmte Weise verändert, besteht allerdings Anlass zur Sorge: Es könnte ein Frühindikator für eine Demenz sein.

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Früherkennung ist bei Demenz wichtig, um rechtzeitig mit geeigneten Maßnahmen gegenzusteuern und das Voranschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Forscher sind darum kontinuierlich auf der Suche nach Frühwarnzeichen, mit deren Hilfe sich eine spätere Demenz voraussagen lässt. Die Entwicklung des Humors könnte ein solcher Indikator sein, wie erste Hinweise nahelegen.

Forscher des University College London (UCL) stellten in einer 2016 veröffentlichten Studie fest, dass Menschen, deren Humor sich stark verändert, öfter unter der sogenannten frontotemporalen Demenz leiden (FTD) – der häufigsten Demenzerkrankung bei Patienten unter 55 Jahren. Die Erkrankung zeichnet sich durch Veränderungen in den vorderen Hirnpartien aus, die Auffälligkeiten im Sozialverhalten und in der Sprache hervorrufen. Der Verlauf ist ähnlich wie bei Alzheimer, nur langsamer. Da sie nach dem Prager Neurologen Arnold Pick benannt wurde, ist die FTD auch als Pick-Krankheit bekannt.

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Menschen mit FTD bevorzugen Slapstick

Für ihre Studie, die im Fachmagazin „Journal of Alzheimer's Disease“ veröffentlicht wurde, befragten die Wissenschaftler Freunde und Verwandte von Menschen mit verschiedenen Formen von FTD oder Alzheimer sowie von gesunden Personen. Die Angehörigen und Freunde wurden gebeten, eine Reihe von Fragebögen auszufüllen, um herauszufinden, welchen Sinn für Humor die Patienten sowie die Kontroll-Personen hatten. Dabei sollten z.B. die Vorlieben für verschiedene Comedy-Stile bewertet werden, darunter Slapstick, Satiren und absurde Komödien. Familien wurden auch danach gefragt, ob sie in den letzten 15 Jahren Änderungen hinsichtlich des Humors bei ihren Lieben bemerkt hatten – lange, bevor sie die Diagnose Demenz erhielten.

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Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Menschen mit FTD – im Vergleich zu gesunden Personen und Alzheimer-Patienten – häufiger über Dinge lachen können, die andere Menschen normalerweise nicht lustig finden – wie zum Beispiel über einen bellenden Hund oder tragische Erlebnisse aus den Nachrichten oder dem persönlichen Leben. Darüber hinaus kam das Forscher-Team zu dem Schluss, dass Menschen mit FTD oder Alzheimer eher dazu übergehen Slapstick-Humor zu bevorzugen als Satiren oder skurrile Komödien, verglichen mit gleichaltrigen, gesunden Personen.

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Sinn für Humor als Frühindikator für Demenz

Die Forscher berichten, dass Freunde und Verwandte von Menschen mit FTD oder Alzheimer bereits neun Jahre, bevor die ersten Demenz-Symptome auftraten, Veränderungen im Humor ihrer Liebsten feststellten. Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Veränderungen als potenzieller Frühindikator die Diagnose der Demenz-Krankheit erleichtern könnten.

Quellen:

Changes in humour an early sign of dementia, in: ucl.ac.uk

Clark, Camilla N., et al. (2016): Altered sense of humor in dementia, in: Journal of Alzheimer's Disease

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