Demenz-Diagnose: Verdacht und Bestätigung anhand von Tests

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Die Demenz-Diagnose bedeutet für den Betroffenen und seine Angehörigen einen belastenden Einschnitt. Im Gespräch mit dem Patienten entwickelt der Arzt den Verdacht auf eine Demenz, wenn gewisse Risikofaktoren (vor allem hohes Alter) und typische Demenz-Symptome zusammenkommen.

 

Wie wird die Demenz-Diagnose gestellt?

Manchmal spricht der Demente selbst die Vermutung aus, oft erkennen aber Außenstehende – vor allem Angehörige oder Pflegepersonal – die Anzeichen zuerst. Um die Krankengeschichte (Anamnese) zu erfragen, ist es für den Arzt bei der Demenz-Diagnose daher hilfreich, mit Menschen aus der direkten Umgebung des Betroffenen zu sprechen.

Er fragt zum Beispiel nach Vor- und Begleiterkrankungen und ob der Patient regelmäßig Alkohol trinkt oder Medikamente einnimmt. Mit einer körperlichen Untersuchung und weiteren Verfahren wie einer Blutuntersuchung lassen sich andere mögliche Auslöser der Symptome ausschließen (z. B. Schwerhörigkeit oder Schilddrüsen-Unterfunktion).

 

Neurobiologische Tests für die Demenz-Diagnose

Die Demenz-Diagnose kann schließlich durch spezielle Tests bestätigt werden, mit deren Hilfe der Schweregrad der Erkrankung beurteilt werden kann.

Demenztest gibt Aufschluss über das Ausmaß von Hirnstörungen
Bei dem sogenannten Uhren-Zeichnen-Test malt der Patient in einen leeren Kreis das Zifferblatt einer Uhr und eine Zeigereinstellung. Das Ergebnis kann einen weiteren Hinweis auf das Ausmaß von Hirnstörungen geben© Fotolia

Dazu stehen verschiedene neuropsychologische Tests zur Verfügung:

  • Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) im Rahmen der Demenz-Diagnose dauert zehn Minuten. Der Getestete muss verschiedene Fragen beantworten, zum Beispiel nach dem Jahr und der Ortschaft, und unterschiedliche Aufgaben erfüllen, etwa rechnen, nachzeichnen, buchstabieren und nachsprechen.
  • Ergänzend kann der Arzt für die Demenz-Diagnose den sogenannten Uhren-Zeichnen-Test durchführen: Der potenziell Demente soll in einen leeren Kreis das Ziffernblatt einer Uhr und eine bestimmte Zeigerstellung einzeichnen. Anhand der Abweichungen lassen sich die visuell-räumlichen Fähigkeiten einschätzen und der Verlauf der Demenz-Erkrankung kontrollieren.
 

Demenz! Jede zehnte Diagnose ist falsch

Tausende Menschen werden unnötig zum Pflegefall! Eine amerikanische Studie belegt: Jede zehnte Demenz-Diagnose ist falsch. Die Betroffenen leiden an Altershirndruck. In Deutschland ist die Zahl ebenso hoch.

Prof. Uwe Kehler, Chef der Neurochirurgie der Asklepios Klinik Hamburg-Altona: "Der durch zu viel Hirnwasser ausgelöste Druck bleibt häufig unerkannt. Die Symptome ähneln der Demenz: Gedächtnisschwäche, Gehstörungen, Inkontinenz." Der Hirndruck kann – früh genug per Kernspin erkannt – geheilt werden! In einer speziellen OP wird ein Schlauch in die Hirnkammer gelegt, das Hirnwasser fließt ab.

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