Neue Hybridvariante – 1. Fall in Deutschland! Was man bisher weiß

In Deutschland ist nun der 1. Fall einer neuen Hybridvariante des Coronavirus entdeckt worden. Wie gefährlich ist das? Was bislang über diese Mutation bekannt ist.

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Bei der jetzt erstmals auch in Deutschland nachgewiesenen Hybridvariante handelt es sich um eine Mutante, die genetische Bausteine zweier schon bekannter Coronavirus-Varianten enthält. Diese ist auch schon in anderen europäischen Ländern aufgetaucht. Womit muss bei der neuen Mutation gerechnet werden?

„Deltakron“: 1. Fall von Corona-Hybridvariante in Deutschland

Wie unter anderem das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, ist in Deutschland der 1. Fall der „Deltakron“ genannten Variante in Nordrhein-Westfalen entdeckt worden. Das hat das Robert Koch-Institut (RKI) bestätigt. Die Mutation des Coronavirus kombiniert Bestandteile der Varianten Delta und Omikron.

Der weltweit erste Fall dieser Variante wurde im Januar aus Zypern gemeldet. Damals vermuteten Expert:innen allerdings eine Verunreinigung im Labor. Dann tauchten einzelne Fälle der Mutante in den Niederlanden, Dänemark und Frankreich auf. In Großbritannien wurden Ende Februar 32 „Deltakron“-Fälle nachgewiesen. Das Virus ist also offenbar erneut mutiert und die Variante nun auch in Deutschland angekommen.

Wie entstehen Hybridvarianten wie „Deltakron“?

Dass es sich bei der Mutante tatsächlich um eine Mischung aus Delta und Omikron handelt, haben virologische Analysen inzwischen belegt. Dies bestätigt auch der Leiter der Abteilung Virale Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung: „Es ist jetzt ziemlich klar, dass dies nun wirklich eine Deltakron-Variante ist“, so Luca Cicin-Sain. 

Der Experte fügt hinzu, dass es grundsätzlich immer wieder vorkomme, dass Viren sogenannte Rekombinanten bauen und sich so evolutionär weiterentwickeln. Diese können entstehen, wenn sich eine Person mit zwei unterschiedlichen Varianten infiziert und die Viren sich vermischen. Nun wisse man, dass das auch bei Corona durchaus möglich ist, erklärt Cicin-Sain.

Dabei gilt: Je höher die Infektionszahlen sind, desto öfter kann das Virus mutieren. Kommen eine große Delta-Welle und eine große Omikron-Welle zusammen, ist auch das Risiko solcher Varianten größer.

Was genau ist „Deltakron“?

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO)  handelt es sich „Deltakron“ um eine Kombination aus Delta AY.4 und Omikron BA.1. Mehrere Studien nehmen die Rekombinante nun genauer unter die Lupe. So haben französische Forschende in einer Genomsequenzanalyse herausgefunden, dass „Deltakron“ aus einem nahezu vollständigen Spike-Gen einer Omikron-Variante in einem Teil der Deltalinie besteht. Dabei könnte die virale Bindung an die Wirtszellmembran optimiert sein, so die Studienautor:innen. Dies müsse noch weiter untersucht werden.

Wie gefährlich ist die Hybridvariante?

Die größte Sorge der Wissenschaftler:innen ist, dass sich die neue Rekombinante so schnell ausbreitet wie Omikron und dabei so schwere Verläufe auslöst wie Delta. Noch gehen sie jedoch nicht davon aus, denn bisher wurde nur Virus-Sequenzen entdeckt, die schon im Januar kursierten. „Wäre das eine Variante, die sich wirklich schneller ausbreitet und sehr krank macht, gäbe es inzwischen schon viel mehr Proben“, stellt der Infektionsforscher Cicin-Sain vom Helmholtz-Zentrum klar. Grund zu größerer Sorge besteht bisher also nicht.

Varianten des Coronavirus weiter beobachten

Dennoch sind Expert:innen weltweit überzeugt, dass man die weitere Entwicklung des Coronavirus und seiner Mutanten genau im Auge behalten muss. Das betont auch Luca Cicin-Sain, denn: „Wir können nicht vorhersagen, was in der Zukunft passiert und ob nicht noch weitere Varianten auftauchen, die Probleme machen.“

Gleichzeitig ruft der Wissenschaftler zum Impfen auf: „Die Booster-Impfung bewahrt die allermeisten Menschen vor einem schweren Covid-19-Verlauf, Tod und Long Covid“, so Cicin-Sain. Wer geimpft ist, muss sich demnach um Hybridvarianten wie „Deltakron“ und andere Corona-Mutationen weniger Sorgen machen.