Delta-Variante: Dieser Impfstoff wirkt am besten gegen B.1.617

Mona Eichler Health-Redakteurin

Eine Untersuchung aus Großbritannien deckt auf, welcher Corona-Impfstoff zuverlässig vor der indischen Delta-Mutante schützt. Es gibt allerdings einen Haken. Alle Infos und Zahlen im Überblick.

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Inhalt
  1. Studie zum Impfschutz vor Delta-Mutation
  2. Wenig Schutz nach Erstimpfung bei Delta-Variante
  3. Indische Mutante B.1.617 in Deutschland

Ist die Angst vor der indischen Corona-Mutante, jetzt Delta-Variante, berechtigt? Oder schützen die aktuellen Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, AstraZeneca und Moderna vor der als B.1.617 bekannten Mutation? Eine neue Studie aus Großbritannien gibt Hoffnung. 

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Studie zum Impfschutz vor Delta-Mutation

Die Untersuchung der Regierungsbehörde Public Health England (PHE) bescheinigt einem Corona-Impfstoff einen effektiven Schutz vor B.1.617:

Biontech/Pfizer schützt zwei Wochen nach der Zweitimpfung mit 88 prozentiger Wahrscheinlichkeit. AstraZeneca weist nach der Zweitimpfung immerhin noch einen Impfschutz von 60 Prozent auf.

Um die Zahlen verständlicher zu machen, zieht die PHE einen Vergleich zum Impfschutz vor der britischen Mutation, der derzeit in England und Deutschland dominierenden Mutante. Bei B.1.1.7 weist Biontech/Pfizer 93 Prozent Impfschutz auf, AstraZeneca 66 Prozent. 

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Wenig Schutz nach Erstimpfung bei Delta-Variante

Eine Schwachstelle allerdings deckt die britische Studie auf: Sowohl Biontech/Pfizer als auch AstraZeneca liefern erst nach der Zweitimpfung einen nennenswerten Impfschutz vor B.1.617. Drei Wochen nach der ersten Impfung weisen beide Vakzine lediglich 33 Prozent Schutz vor der indischen Variante auf. 

Im Vergleich: Bei der britischen Mutation B.1.1.7 liegt der Impfschutz nach der Erstimpfung bei beiden Impfstoffen bereits um die 50 Prozent.

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Indische Mutante B.1.617 in Deutschland

Neben den Schreckensbildern aus Indien breitet sich B.1.617 auch in Großbritannien immer mehr aus. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock bezeichnete die Studienergebnisse zum Impfschutz der aktuell verwendeten Vakzine deswegen als „bahnbrechend“.

Auch in Deutschland nehmen die Neuinfektionen mit der indischen Mutante zu. Erst Mitte Mai wurden zwei komplette Hochhäuser in Velbert, NRW, unter Quarantäne gestellt, nachdem B.1.617 bei mehreren Bewohnern nachgewiesen werden konnte. Im Vergleich zur britischen Variante, die aktuell für über 90 Prozent der Neuinfektionen im Land verantwortlich ist, bewegen sich die Neuinfektionen mit B.1.617 allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau von rund 2 Prozent. 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die indische Virusvariante unter anderem deswegen als besorgniserregend eingestuft, da die Mutation als wesentlich ansteckender als der Originalstamm des Coronavirus’ gilt. Derzeit wird noch untersucht, ob B.1.617 zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Anfangs stand außerdem die Frage im Raum, ob die Delta-Variante den Impfschutz der aktuellen Corona-Vakzine umgehen kann. Laut der britischen Studie ist dies allerdings nicht der Fall. 

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Quellen:
Studie in Großbritannien - Impfschutz gegen indische Variante, in: zdf.de 
SARS-CoV-2 variants of concern and variants under investigation in England, in: assets.publishing.service.gov.uk
Bericht zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland (Stand 19. Mai 2021), in: rki.de

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