Dauerrezepte und Co: Das ändert sich 2020 beim Arzt und in der Apotheke

Miriam Mueller-Stahl Medizinredakteurin

Ab 2020 gibt es einige Änderungen bei Arztbesuchen und auch in der Apotheke. So soll es nicht nur Dauerrezepte geben. Es ändern sich auch einige andere Leistungen. Hier erfahren Sie, was auf Sie zukommt.

Neben Dauerrezepten gibt es noch einige andere Änderungen beim Arzt ab 2020.
Foto:  iStock/wutwhanfoto
Inhalt
  1. Dauerrezepte ab 2020 für chronisch Kranke
  2. Grippeimpfung in ausgewählten Apotheken
  3. Masernimpfung wird Pflicht
  4. Bereitschaftsdienst und Terminservicestellen mit einer gemeinsamen Rufnummer
  5. Systemische Therapie wird zur Kassenleistung
  6. Mehr Zuschuss für Zahnersatz
  7. Kostenloser HPV-Test ab 35 Jahren

2020 gibt es wichtige Neuerungen, was Arzt- und Apothekenbesuche betrifft. Die folgenden sind die wichtigsten:

 

Dauerrezepte ab 2020 für chronisch Kranke

Ab 2020 sollen chronisch kranke Patienten es leichter haben, ihre benötigten Rezepte zu bekommen. Dafür wird die neue Wiederholungsverordnung eingeführt. Das heißt: Chronisch kranke Personen erhalten ein Dauerrezept, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die Patienten müssen dann nicht mehr für jedes Folgerezept in die Arztpraxis, sondern bekommen ihre Medikamente direkt in der Apotheke. Bis zu viermal hintereinander soll dies mittels der neuen Dauerrezepte möglich sein.

 

Grippeimpfung in ausgewählten Apotheken

Ab 2020 besteht nicht nur die Möglichkeit, mittels eines Dauerrezepts Medikamente direkt in der Apotheke zu bekommen. Auch für die Grippeimpfung müssen Patienten nicht mehr zwingend zum Arzt. 2020 wird ein Pilotprojekt gestartet, bei dem ausgewählte Apotheken Grippeimpfungen vornehmen dürfen. 

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Masernimpfung wird Pflicht

Ab März 2020 müssen Eltern ihre Kinder gegen Masern impfen lassen. Ohne eine Impfung dürfen die Kinder keine Kita besuchen. Auch für Erwachsene, die in Gemeinschafts- oder Gesundheitseinrichtungen arbeiten, ist die Masernimpfung verpflichtend.

 

Bereitschaftsdienst und Terminservicestellen mit einer gemeinsamen Rufnummer

Der ärztliche Bereitschaftsdienst und die Terminservicestellen sind zukünftig unter einer gemeinsamen Telefonnummer zu erreichen. Unter der Rufnummer 116117 können Patienten 24 Stunden pro Tag und sieben Tage die Woche anrufen. Die Mitarbeiter helfen Patienten je nach Krankheitsbild, die richtige Versorgung zu finden. Dies gilt auch für die Therapeutensuche.

 

Systemische Therapie wird zur Kassenleistung

Ab Juli 2020 wird voraussichtlich ein neues Psychotherapieverfahren zur Kassenleistung: Vertragstherapeuten und -ärzte können dann auch Systemische Therapie über die Krankenversicherung abrechnen. Das gilt jedoch erst für Patienten ab 18 Jahren. Für Kinder und Jugendliche werden die Kosten des Therapieverfahrens nicht von den Kassen übernommen.

 

Mehr Zuschuss für Zahnersatz

Krankenkassen bezuschussen Zahnersatzleistungen ab Oktober 2020 höher. Bisher gab es von den Kassen einen Zuschuss von 50 Prozent. Ab Oktober sind es 60 Prozent, die die Krankenkassen hinzugeben.

 

Kostenloser HPV-Test ab 35 Jahren

Der Pap-Test zählt schon zu den Vorsorgeleistungen, die die gesetzlichen Krankenkassen zur Gebärmutterkrebsfrüherkennung nutzen. Nun gibt es eine weitere Vorsorgeleistung, die die Kassen übernehmen: Die Krankenkasse übernimmt einmal jährlich die Kosten für einen HPV-Test.

Es gibt somit neben der Einführung eines Dauerrezepts einige weitere erfreuliche Nachrichten für Kassenpatienten, was Arzt- und Apothekenbesuche ab 2020 betrifft.

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung

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