Dauerhusten – bin ich chronisch erkältet?

Anne Körbel Medizinredakteurin
Frau am Husten
© iStock/South_agency
Inhalt
  1. Welche Ursachen kann Dauerhusten haben?
  2. Wer ist besonders oft von Dauerhusten betroffen?
  3. Dauerhusten – welche Erkrankungen können dahinter stecken?
  4. Wie wird Dauerhusten untersucht?
  5. Wie wird Dauerhusten behandelt?

Dauerhusten ist kein harmloses Symptom. Wenn Husten länger als drei oder vier Wochen dauert, bezeichnet man ihn als chronisch. In solchen Fällen sollten Betroffene sich ärztlichen Rat holen. Die wichtigsten Informationen zu Ursachen, Symptomatik, Diagnose und Therapie bei Dauerhusten – jetzt entdecken!

 

Welche Ursachen kann Dauerhusten haben?

Einer chronischen Erkältung können viele Ursachen zu Grunde liegen. Meistens ist sie Folge einer anderen Erkrankung. Husten (lat. Tussis) ist eine häufige Begleiterscheinung einer Vielzahl von Erkrankungen. Wenn eine Hustendauer von mehr als drei Monaten vorliegt, sollte abgeklärt werden, dass es sich bei dem Dauerhusten nicht um einen Raucherhusten, eine COPD („chronic obstructive pulmonary disease“, d.h. chronische Lungenerkrankung durch Verengung) oder um Asthma handelt.

Bei COPD-Patienten wird die Atmung erschwert
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COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

Oftmals handelt es sich bei chronischem Husten um wiederholte Atemwegsinfektionen, die zu einem Dauerhusten führen. Husten kann auch eine allergische Reaktion auf den Verzehr bestimmter Nahrungsmittel sein, wenn er beispielsweise während oder nach dem Essen auftritt. Diese Dauerhusten-Ursachen bedürfen einer medizinischen Behandlung.

Dauerhusten kann aber auch durch jahrelanges Rauchen verursacht werden, sogar Industriestaub kann zu einer Schädigung der Atemwege oder der Lunge führen.

 

Wer ist besonders oft von Dauerhusten betroffen?

Es gibt eine Vielzahl von Berufsgruppen, die verschiedenen Arten von Staub im Alltag dauerhaft ausgesetzt sind und als Langzeitfolge Dauerhusten, chronische Bronchitis, Asthma oder andere schwerere Erkrankungen mit sich bringen. Die Risikogruppe umfasst zum Beispiel Bäcker, Schreiner, medizinisches Personal, Maler und Industriearbeiter.

Tischler und Schreiner gelten als Risikogruppe, wegen ihrer Arbeit mit Holzstaub
Tischler und Schreiner sind besonders oft von Dauerhusten betroffen, da sie in ihrem Alltag mit Holzstaub in Berührung kommen © istock/ridvan_celik
 

Dauerhusten – welche Erkrankungen können dahinter stecken?

Generell gibt es drei unterschiedliche Erscheinungsformen von Dauerhusten: Reizhusten, produktiven Husten und den sogenannten Bluthusten.

Reizhusten
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Was ist Reizhusten (trockener Husten)?

Reizhusten

Es handelt sich um eine Husten ohne Auswurf (unproduktiver Husten), der aufgrund einer Reizung der Atemwege entsteht, zum Beispiel durch:

• Fremdkörper

• Tumoren

• Kehlkopfentzündung

• Entzündung der Luftröhre

• Entzündung der Bronchialschleimhaut

• Schadstoffe, wie Staub, Gase oder Dämpfe von Chemikalien

• Nebenwirkung von Medikamenten (wie ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck)

Der Reizhusten kann auch durch eine Reizung der oberen Atemwege versursacht werden:

• Nase

• Nasennebenhöhlen

  • Rachenraum

Bei einer Lungenembolie ist manchmal das einzige Krankheitsanzeichen ein Reizhusten.

Produktiver Husten

Der Husten tritt mit viel Schleimbildung auf. Besonders bei Asthma oder einer allergischen Erkrankung kommt es wegen einer ständigen Entzündung der Atemwege zu vermehrter Schleimproduktion. Der Schleim ist in der Regel klar und farblos. Bei einer bakteriellen Erkältungskrankheit wird er meistens eher gelblich, grünlich oder erscheint verklumpt.

Produktiver Husten entsteht meistens durch:
  • Erkältungen
  • COPD
  • Chronische Bronchitis
  • Lungenentzündung

 

Bei einer Lungenentzündung stellen sich im Röntgenbild die schlecht belüftete Areale hell dar.
Dauerhusten kann ein Symptom für eine Erkrankung der Lunge sein. Bei einer Lungenentzündung stellen sich im Röntgenbild die schlecht belüftete Areale hell dar © istock/stockdevil

 

Bluthusten

Wie der Name bereits sagt, handelt es sich um einen blutigen Auswurf beim Husten. Er entsteht in der Regel durch:

• Lungenembolie

Tuberkulose

Lungenkrebs

• Schwere Bronchitis mit Blutung der Schleimhaut

• Herzmuskelschwäche

Chronischer Husten

Die Ursache ist in der Regel einer (Vor-)Erkrankung der Atemwege. Folgende kommen in Frage:

• Asthma bronchiale

• Allergien

• Chronische Bronchitis oder COPD

Lungenentzündung

• Tuberkulose

• Zerstörung der Lungenbläschen (Lungenemphysem)

• Chronische Vernarbung des Lungengewebes (Lungenfibrose)

• Nebenwirkung von Medikamenten (zum Beispiel ACE-Hemmer, Kortison oder Betablocker)

• Lungenkrebs (chronischer Husten ist häufig das Symptom bei der Diagnose eines Bronchialkarzinoms)

• Stimmbandlähmung

• Blutstau in der Lunge bei einer Herzschwäche (der Husten tritt in diesem Fall bei körperlichen Anstrengungen oder beim Hinlegen auf)

• Herzinfarkt oder Herzmuskelentzündung

Bei einem Herzinfarkt tritt oftmals ein steckender Schmerz auf.
Die Ursache für Dauerhusten ohne Erkältung kann auch eine Herzmuskelschwäche sein© istock/seb_ra

• Nahrungsmittelunverträglichkeiten (zum Beispiel Milcheiweißunverträglichkeit)

• Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre

• eingeatmete Fremdkörper

• Pseudokrupp oder Keuchhusten (meistens bei Kindern)

Mukoviszidose (Stoffwechselstörung, die durch die Produktion von zähem Schleim zu Schäden an der Lunge und der Bauspeicheldrüse führt)

• Permanent behinderte Nasenatmung durch Erkrankungen

 

Wie wird Dauerhusten untersucht?

In einem Gespräch wird mit dem Arzt zunächst die Krankengeschichte festgehalten, also zum Beispiel, wann die Symptome zum ersten Mal aufgetreten sind. Dazu gehört auch die Abklärung von persönlichen Risikofaktoren (wie Rauchen oder bestimme Berufe, die zu den Risikogruppen gehören). In den körperlichen Untersuchungen wird versucht, einem Verdacht nachzugehen oder eine Erkrankung auszuschließen. In der Pneumologie (Atemwegs-und Lungenheilkunde als Teilgebiet der inneren Medizin) gibt es verschiedene Untersuchungsmethoden.

Dazu gehören körperliche Untersuchungen mit:
  • einer Auskultation (Abhören der Lunge mit einem Stethoskop)
  • einer Inspektion (dabei begutachtet der Arzt die Haut und den Körper des Patienten, um eventuelle äußerer Veränderungen festzustellen)
  • eine Palpation (das Abtasten des Patienten mit der Hand)
  • einer Perkussion (das Abklopfen der Körperoberfläche)
Bei einer Auskultation wird die Lunge mit einem Stethoskop abgehört
Die körperliche Untersuchung bei Dauerhusten beginnt meist mit dem Abhören der Lunge mittels Stethoskop © Istock/gilaxia

Weitere Untersuchungsverfahren:

Allergie-Diagnostik

Dabei sollen verschiedene Allergietests dazu führen den Auslöser ausfindig zu machen. Dies geschieht meistens mit Allergietest auf der Haut oder im Blut oder Lungenfunktions- und Provokationstest. Dabei wird ein bewusster Kontakt mit verdächtigen Allergenen auf der Haut oder durch Inhalieren herbeigeführt, um eine Reaktion zu erhalten.

Blutgasanalyse

Der Gehalt an Sauerstoff und Kohlendioxyd als auch der pH-Wert des Blutes werden bestimmt. Das Blut wird entweder einer Arterie oder an einem Ohrläppchen entnommen.

Lungenfunktionsuntersuchung

Die Untersuchung gibt Aufschluss über Ventilationsstörungen der Lunge.

Röntgen der Lunge

Das Körpergewebe wird durch Röntgenstrahlen sichtbar auf Röntgenbildern abgebildet.

Ultraschall (Sonografie)

Durch die Anwendungen von Ultraschallwellen wird ein Bild von im Körper liegendem Gewebe erstellt.

 

Wie wird Dauerhusten behandelt?

Dauerhusten sollte niemals durch Medikamente unterdrückt werden bis die vorliegende Krankheit diagnostiziert wurde. Wird die Grunderkrankung behandelt, verschwindet normalweise auch der Husten. In besonders schweren Fällen gibt es die Möglichkeit, den Dauerhusten mit einer Behandlung von Hustenlösern bzw. Hustenblockern zu lindern.

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