Dauerhafte Haarentfernung: Welche Methoden gibt es?

Mona Eichler

Dauerhafte Haarentfernung klingt so herrlich simpel. Aber welche Methode ist die richtige? Laser? IPL? SHR? Oder doch lieber Nadelepilation? Der folgende Überblick hilft Ihnen bei der Entscheidung.

Haare an den Beinen werden mit Laser entfernt
Eine Laser-Behandlung an den Beinen lässt die Haare bis zu sechs Wochen verschwinden Foto:  iStock/Vitalij Sova
Inhalt
  1. Ist dauerhafte Haarentfernung wirklich dauerhaft?
  2. Dauerhafte Haarentfernung: Die Methoden im Überblick
  3. Haare entfernen mit Laser
  4. IPL – Intense Pulsed Light: Glatte Beine durch Lichtimpulse
  5. SHR – Super Hair Removal: Die weniger heiße Entfernungsmethode
  6. Die dauerhafteste Methode: Nadelepilation
  7. Laser, IPL & Co.: Kosten, Körperregionen und Behandlungsdauer
 

Ist dauerhafte Haarentfernung wirklich dauerhaft?

Wer sich mit dauerhafter Haarentfernung beschäftigt, möchte störende Haare schnell und möglichst für immer loswerden. Inzwischen gibt es eine Vielzahl an Methoden zur dauerhaften Haarentfernung und jede davon bietet Vor- und Nachteile. Die Frage aber ist: Gibt es eine Methode, die lästige Haare für immer ausmerzt, sodass von dauerhafter Haarentfernung gesprochen werden kann?

Die Antwort: Ja, allerdings nur eine. Die meisten Methoden zur dauerhaften Haarentfernung sorgen im Idealfall dafür, dass Haare an bestimmten Stellen mehrere Jahre nicht mehr oder nur noch in abgeschwächter Form wachsen. In diesen Fällen wären dauerhafte Haarreduktion oder temporäre Haarentfernung präzisere Begriffe.

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Dauerhafte Haarentfernung: Die Methoden im Überblick

 

Haare entfernen mit Laser

Der Laser, auch bekannt als Laserepilation, ist zweifellos die bekannteste Form der dauerhaften Haarentfernung. Hier werden einzelne Haarwurzeln durch die vom Laser generierte Hitze zerstört, sodass kein Haar mehr nachwächst.

Vor- und Nachteile:

Der größte Vorteil von Lasern als dauerhafte Haarentfernung ist die Tatsache, dass nur Ärzte eine Laserbehandlung durchführen dürfen und man als Patient damit in besten Händen ist. Außerdem gibt es durch das Fortschreiten der Technik mehr Anwendungsmöglichkeiten: Inzwischen werden durch Laser bei allen Haut- und Haartypen Erfolge erzielt, nicht mehr nur bei dunklen Haar- und hellen Hauttypen, wie das früher der Fall war. Die Haare können nur in aktiven Wachstumsphasen behandelt werden. Wird ein Haar in der Ruhephase getroffen, bleibt die Wirkung aus. Da sich aber lediglich zwischen 15 und 30 Prozent der Haare in der Wachstumsphase befinden, können auch nur über einen längeren Behandlungszeitraum gute Ergebnisse erzielt werden. Die durch den Laser zerstörten Haarwurzeln bilden meist für mehrere Jahre keine neuen Haare mehr, was die Methode für die meisten Kunden mehr als zufriedenstellend macht – auch wenn kein „für immer“ dahinter steckt. Die Laser-Behandlung ist langwierig und nichts für ungeduldige Patienten, die schnelle Ergebnisse sehen wollen. Beachtet werden sollte außerdem, dass man während des Behandlungszeitraums direkte Sonneneinstrahlung vermeiden muss, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen. Sich erst lasern zu lassen und dann in den Sommerurlaub zu fliegen, ist also nicht ratsam. Grundsätzlich kommt es beim Lasern häufig zu Hautreizungen, die zwar nicht schmerzhaft aber direkt nach der Behandlung deutlich erkennbar sind.

 

IPL – Intense Pulsed Light: Glatte Beine durch Lichtimpulse

IPL steht für Intense Pulsed Light und meint eine dauerhafte Haarentfernung durch LichtimpulseWie bei der Laser-Behandlung wirkt die IPL auf die Haarwurzel: Der Lichtimpuls erzeugt Wärme, die Haarwurzel wird verödet, das Haar fällt aus.  

Vor- und Nachteile:

IPL erlebt seit einigen Jahren einen regelrechten Boom. Vor allem, weil die Behandlung auch in Kosmetikstudios durchgeführt werden kann und weil es immer mehr IPL-Geräte für zuhause gibt. Achten Sie bei der Auswahl des Kosmetikstudios darauf, ein seriöses Studio mit ausgebildeten Fachkräften auszuwählen – auch, wenn Sie dort etwas mehr Geld bezahlen. Die IPL-Geräte für zuhause arbeiten mit einer geringeren Lichtintensität, damit es nicht zu Verbrennungen kommt. Deswegen kann eine dauerhafte Haarentfernung allerdings nicht garantiert werden. Im Vergleich zum Laser können beim IPL größere Hautflächen behandelt werden. Außerdem ist IPL auch für sensible Körperregionen, wie die Intimzone oder der Achselbereich geeignet.

Während sich die möglichen Behandlungstypen beim Laser inzwischen ausgeweitet haben, gilt bei der Haarentfernung mit Licht nach wie vor: Dunkle Haar- und helle Hauttypen können sich von der Behandlung am meisten versprechen. Dunkle Haare enthalten mehr Melanin, was das Erhitzen der Haarwurzel durch Licht erst möglich macht.   

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SHR – Super Hair Removal: Die weniger heiße Entfernungsmethode

Dauerhafte Haarentfernung mit SHR (Super Hair Removal) funktioniert wie IPL über Licht. Allerdings mit zwei Unterschieden: Zum Einen wird mit einer deutlich niedrigeren Energie gearbeitet, um das Verbrennungsrisiko zu mindern, und zum anderen wird das Licht nicht ausschließlich in die Haarfollikel geleitet, sondern zusätzlich in die umliegenden Stammzellen, die für die Versorgung der Haarwurzeln zuständig sind.   

Vor- und Nachteile:

Der größte Vorteil dieser Methode zur dauerhaften Haarentfernung: Beim SHR können selbst hellere und dünnere Haare behandelt werden, da vor der Prozedur ein spezielles Gel aufgetragen wird, auf dem ein Applikator entlanggefahren wird. Durch die Kombination aus niedrigerer Energie und hoher Wiederholungsrate werden die Hautareale schonend erwärmt – die Farbe des eigentlichen Haares spielt dabei kaum noch eine Rolle. Wie bei der Haarentfernung mit Laser oder Licht ist SHR allerdings nichts für Ungeduldige: Die Haare fallen je nach Körperregion nach einer bis drei Wochen aus, insgesamt muss man mehrere Monate zur Behandlung gehen. Dabei muss ebenfalls auf Wachstums- und Ruhephase der Körperhaare geachtet werden.

 

Die dauerhafteste Methode: Nadelepilation

Dabei wird eine hauchdünne, sterile Nadel in jeden Haarkanal einzeln eingeführt. Der folgende Stromimpuls zerstört den Haarkanal und verhindert ein erneutes Haarwachstum. Die Nadelepilation, auch Elektroepilation genannt, ist die einzige Form der dauerhaften Haarentfernung, die den Haarwuchs auf Jahre unterbindet.

Vor- und Nachteile:

Wer sich für eine Nadelepilation entscheidet, muss zum Fachmann, sprich zum Elektrolisten gehen. Diese Methode ist mit Abstand die zeitintensivste: ein geübter Elektrolist schafft zwischen 300 und 800 Haare pro Stunde. Da die Haare dann aber auch mehrere Jahre nicht nachwachsen, lohnt sich die Geduld. Außerdem beschränkt sich die Behandlung nicht auf einen bestimmten Haut- oder Haartyp, da sie in akribischer Handarbeit durchgeführt wird und grundsätzlich wirksam ist. Als Nachteil muss genannt werden, dass die Nadelepilation ein wenig weh tut. 

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Laser, IPL & Co.: Kosten, Körperregionen und Behandlungsdauer

Selbstverständlich variieren Kosten und Behandlungsdauer bei sämtlichen Methoden zu dauerhaften Haarentfernung. Das liegt daran, dass ganz unterschiedliche, individuelle Faktoren eine Rolle spielen. Neben Hauttyp und Haartyp kommt es auf Vor- und Nachsorge an, darauf, wer die Behandlung ausführt und wie gut sie anschlägt und darauf, welche Körperregion im Fokus steht.

Trotzdem finden Sie hier eine Orientierungshilfe für jede vorgestellte Methode:

Laser: Kosten, Körperregion und Behandlungsdauer:

  • Ab 25 Euro pro Behandlung
  • Eher unempfindliche Stellen wie Oberlippe, Bauch, Beine
  • 6 – 8 Behandlungen alle 4 – 6 Wochen

IPL: Kosten, Körperregion und Behandlungsdauer:

  • Ab 30 Euro pro Behandlung / IPL-Geräte für zuhause ab ca. 150 Euro
  • Sämtliche Körperregionen
  • 6 – 8 Behandlungen alle 4 – 6 Wochen

SHR: Kosten, Körperregion und Behandlungsdauer

  • Ab 40 Euro pro Behandlung
  • Sämtliche Körperregionen
  • 6 – 8 Behandlungen alle  4 – 8 Wochen

Nadelepilation: Kosten, Körperregion und Behandlungsdauer

  • Ab 50 Euro pro Stunde
  • Sämtliche Körperregionen
  • Anzahl der Behandlungen und Zeitabstände müssen individuell festgelegt werden
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