Das sind die besten Hausmittel gegen Übelkeit

Übelkeit kann viele Gründe haben. Doch was kann ich tun, wenn mir schlecht wird? PraxisVITA stellt die besten Hausmittel gegen Übelkeit vor und fragt Experten, wie chronische Übelkeit behandelt werden kann.

Unser Bauch kann aus vielen Gründen mit Schmerzen und Übelkeit reagieren. Stress schlägt uns beispielsweise im wahrsten Sinne des Wortes auf den Magen – denn zwischen dem Verdauungstrakt und dem Gehirn besteht eine Verbindung. Wenn wir angespannt sind und das Gehirn Stress-Hormone ausschüttet, steigt nicht nur unser Blutdruck, sondern auch der Magen reagiert beispielsweise mit Übelkeit und Krämpfen. Hält dieser Zustand länger als drei Monate an, kann sich der sogenannte Reizmagen entwickeln. Die Symptome treten dann in der Regel so regelmäßig auf, dass sie die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen können. Hausmittel gegen Übelkeit und Magenprobleme können sanft dagegen helfen. In unserer Bildergalerie erfahren Sie, welche Hausmittel gegen Übelkeit wirklich wirken.

 

Was tun gegen chronische Übelkeit?

Kehrt die Übelkeit immer wieder, kann es sich um eine chronische Form handeln. Die Ursachen für die Beschwerden bei chronischer Übelkeit sind vielfältig: Neben Verdauungsstörungen kommen auch Erkrankungen der inneren Organe infrage. Wir haben drei Experten befragt, was gegen die Beschwerden hilft und welche Hausmittel gegen Übelkeit sie empfehlen.

Hausmittel gegen Übelkeit
Heilpraktikerin Bettina Atteln empfiehlt Engelwurz als Hausmittel gegen Übelkeit© Fotolia
 

Die Heilpraktikerin

Bettina Atteln, Praxis in Leipzig, empfiehlt Hausmittel gegen Übelkeit

„Erkrankungen der inneren Organe, eine Verdauungsschwäche oder auch Stoffwechselstörungen können chronische Übelkeit hervorrufen. Deshalb muss immer die Ursache abgeklärt werden. Bei Übelkeit, die vorwiegend nach gehaltvollem Essen auftritt, empfehle ich, die Leber- und Gallenfunktion durch Bitterstoffe anzuregen. Diese sind zum Beispiel in Angelika (Engelwurz) enthalten. Draus kann ein Tee als Hausmittel gegen Übelkeit zubereitet werden: Einen Teelöffel getrocknete Wurzeln (Apotheke) mit 250 Milliliter kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Bitterstoffe aus verschiedenen Heilpflanzen sind auch Bestandteil von Amara-Tropfen (Apotheke). Sie sollten eine Stunde vor den Mahlzeiten eingenommen werden (zehn Tropfen in ein Glas Wasser geben). Um vorzubeugen, ist Ingwer ein bewährtes Hausmittel gegen Übelkeit. Einfach ein kleines Stück frische Ingwerwurzel vor den Mahlzeiten kauen oder mit kochendem Wasser überbrühen, zehn Minuten ziehen lassen und als Tee trinken.“

 

Der Facharzt

Dr. Matthias Bramkamp, Praxis in Bochum

„Chronische Übelkeit ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. Häufige Auslöser sind unter anderem seelische Ängste oder Stress. Dann hilft es zum Beispiel, über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen und alle schweren, stark gewürzten Speisen zu vermeiden. Tritt Erbrechen auf, sollte eine Zeit lang sogar ganz auf feste Nahrung verzichtet werden. Anschließend kann dem Körper magenschonende Kost zugeführt werden. Gut geeignet sind unter anderem Zwieback und Bananen- oder Kartoffelbrei. Bringen diese Maßnahmen keinen Erfolg, ist ein Arztbesuch wichtig. Die Behandlung setzt eine exakte medizinische Diagnostik voraus und richtet sich dann zunächst nach der zugrunde liegenden Erkrankung. So wird zum Beispiel eine Magenschleimhaut-Entzündung mittels magensäurehemmender Präparate behandelt. Begleitend können unter anderem bestimmte Wirkstoffe wie Metoclopramid und Domperidon verordnet werden. Bei Übelkeit, die mit Erbrechen einhergeht, sollten mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag getrunken werden. Das verhindert ein Austrocknen des Körpers.“

Hausmittel gegen Übelkeit
Bei einer Laktoseintoleranz kann auch der Verzehr von Milchprodukten für Übelkeit verantwortlich sein© Fotolia
 

Die Apothekerin

Birgit Dumke, apo-rot Apotheke, Hamburg

„Zum einen können Nahrungsmittelunverträglichkeiten (unter anderem Kuhmilch, Fructose und Gluten) zu Übelkeit führen. Zum anderen sind psychische Ursachen mögliche Gründe. Auch hektisches Essen und zu reichliche Mahlzeiten führen zu einer Überlastung des Magens und damit zu Völlegefühl und Übelkeit. Zudem kann eine Nebenwirkung verschiedener Medikamente (zum Beispiel Eisenpräparate und einige Herzmedikamente) dahinterstecken. Sie legen sich jedoch meist nach einer kurzen Gewöhnungsphase. Als Hausmittel gegen Übelkeit empfehle ich Kamillen- und Pfefferminztee. Linderung verschaffen auch Tabletten mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat. Diese dürfen jedoch nicht bei einem Glaukom (grüner Star) oder zusammen mit Alkohol eingenommen werden.“

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