Das schwere Erbe – chronische Rückenschmerzen sind auch genetisch bedingt

Rückeschmerzen genetisch bedingt
Eine aktuelle Studie zeigt, dass chronische Rückenschmerzen auch genetische Gründe haben können © Fotolia

Menschen besitzen eine genetische Veranlagung für chronische Rückenschmerzen. Das zeigt eine aktuelle Zwillingsstudie der Universität Sidney. Anhaltende Rückenleiden sind eine in Deutschland weit verbreitete Volkskrankheit. Praxisvita.de fasst die Studie für Sie zusammen.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Sidney zeigt, dass chronische Rückenschmerzen nicht nur auf erworbene Gesundheitsschäden zurückzuführen sind, sondern als genetische Veranlagung im Menschen vorhanden sind. Die Möglichkeit, dass Rückenleiden vererbt werden, wurde lange von Medizinern vermutet und konnte nun erstmals in einer klinischen Studie bewiesen werden.

 

Chronische Rückenschmerzen: Volkskrankheit Nummer 1

Chronische Rückenschmerzen zählen in Deutschland zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden. In etwa 80 Prozent aller Deutschen leiden irgendwann in ihrem Leben unter akuten Rückenschmerzen. Bei mehr als 30 Prozent der Betroffenen werden diese Beschwerden zu chronischen Rückenschmerzen.

Als Grund für chronische Rückenschmerzen wird von der Schulmedizin zumeist zu wenig Bewegung und Verödung der Muskeln genannt. Der Deutsche verbringt heute im Durchschnitt 12 Stunden des Tages in einer sitzenden Position. Das schädigt nachgewiesener Weise den Rücken. Doch zeigen die Ergebnisse der australischen Studie, dass nicht nur die Lebensgewohnheiten von Menschen die Befindlichkeit des Rückens bestimmt.

 

Zwillinge im Test

Die Forscher der Universität Sidney haben über einen längeren Zeitraum in einer Zwillingsstudie das Phänomen der chronischen Rückenschmerzen erforscht. Dabei wurden Zwillinge mit einem Durchschnittsalter von 39,6 Jahren auf ihre Gewohnheiten, Bewegungsaktivität, Ernährung und körperliche Voraussetzungen untersucht. Ziel war es unter anderem festzustellen, ob sich chronische Rückenschmerzen auch vererben oder lediglich als im Laufe des Lebens erworbene Körperdysfunktionen auftreten.

Die Studie zeigte, dass bei ungefähr 70 Prozent der Zwillinge identische Rückenleiden feststellbar waren. Bei eineiigen Zwillingen war im Vergleich zu zweieiigen die Wahrscheinlichkeit an den selben chronischen Rückenschmerzen zu leiden fünfmal höher.

Zwillingspaar
Die Forscher der Universität Sidney haben über einen längeren Zeitraum in einer Zwillingsstudie das Phänomen der chronischen Rückenschmerzen erforscht© Fotolia
 

Chronische Rückenschmerzen: genetische Wahrscheinlichkeit bei 32 Prozent

Nach Auswertung aller Daten kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die Heritabilität – also die gemessene genetische Wahrscheinlichkeit – bei chronischen Rückenschmerzen ungefähr bei 32 Prozent liegt. Die Studie zeigte außerdem, dass es bei der Häufigkeit von chronischen Rückenleiden keinen statistischen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt.

 

 Atlas-Therapie lindert chronische Rückenschmerzen

Eine sanfte, anhaltende und in klinischen Tests erprobte Strategie gegen chronische Rückenschmerzen ist die sogenannte Atlas-Therapie. Praxisvita.de hat für Sie in einem Video alles Wissenswerte über die Therapie am obersten Halswirbel zusammengefasst.

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