Das Schlimmste kommt noch – WHO erwartet Tausende neue Ebola-Infektionen

Ebola-Ausgangssperre in Sierra Leone
Ebola-Epidemie: In Liberia könnte sich die Zahl der Infizierten noch in diesem Monat verdoppeln. In Sierra Leone sind Augangssperren geplant © Fotolia

Bisher starben in Westafrika rund 2.200 Menschen an Ebola. Die Zahl der Infizierten wird von offizieller Seite auf über 4.000 geschätzt. Nun warnt die Weltgesundheitsorganisation vor einer massiven Ausbreitung der Krankheit. Praxisvita hat für Sie die Fakten.

Laut eines offiziellen Berichts der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Lage in den von Ebola betroffenen Ländern in Westafrika, werde die Zahl der Neuansteckungen in den kommenden drei Wochen stark ansteigen. "Tausende Fälle" seien zu erwarten.

 

Liberia am heftigsten betroffen

Vor allem in Liberia breitet sich der Ebola-Virus außergewöhnlich stark aus – zurzeit stammt etwa die Hälfte aller Ebola-Toten von dort. Rund um das Ballungsgebiet der liberianischen Hauptstadt Monrovia, wo mehr als eine Millionen Menschen leben, droht eine derart massive Ausweitung der Epidemie, dass sich die Zahl der insgesamt in Westafrika Infizierten noch in diesem Monat verdoppeln könnte.

Laut dem Bericht seien selbst neu "eröffnete Einrichtungen zur Ebola-Behandlung mit Patienten überfüllt." Das – so der Bericht weiter – sei ein deutliches Zeichen dafür, dass die Geschwindigkeit, mit der sich der Erreger in Westafrika ausbreiten kann, "stark unterschätzt wurde."

 

Ausgangssperre in Sierra Leone geplant

In Sierra Leone ist mittlerweile im Zeitraum vom 19. bis 21. September eine Ausgangsperre geplant. Während dieser Zeit sollen Mitarbeiter der Behörden in jedem einzelnen Haus nach Personen suchen, die mit Ebola infiziert sind.

Da in Sierra Leone nur wenige dafür ausgebildete Ärzte und Helfer gibt, kritisierte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen die Maßnahme jedoch scharf. Außerdem seien derzeit nicht genug Plätze in Ebola-Zentren vorhanden, um die so aufgespürten Verdachtsfälle medizinisch behandeln können. Zudem sei in Anbetracht der Lage in den betroffenen Regionen mit Unruhen in der Bevölkerung zu rechnen.

Hamburg, 10. September 2014

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