Das Rote Kreuz schlägt Alarm: Zu wenige Blutspenden in Deutschland

Eine Frau spendet Blut
Beim Blutspenden tut man etwas Gutes – nicht nur für den Empfänger der Spende, sondern auch für den eigenen Körper © Fotolia

Laut Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) könnte jeder dritte Deutsche Blut spenden, doch nur drei Prozent tun es. Häufig liegt das an mangelnder Information – Praxisvita erklärt, wie die Blutspende abläuft.

80 Prozent der Deutschen sind einmal im Leben auf eine Blutspende angewiesen. Noch reichen die Blutspenden aus, doch angesichts der alternden Bevölkerung blicken Mediziner einer drohenden Versorgungslücke entgegen. Eine wachsende Zahl alter Menschen bedeutet, dass immer mehr Menschen Blutspenden benötigen – weniger junge Menschen dagegen bedeuten weniger potenzielle Blutspender. Umso wichtiger ist es für Mediziner und Betroffene, dass die Zahl der Blutspender nicht weiter zurückgeht.

 

Wer darf Blut spenden?

Voraussetzung für die Blutspende: Sie müssen zwischen 18 und 72 Jahre alt sein und mindestens 50 Kilo wiegen. Außerdem müssen Sie gesund sein – denn das Spenderblut wird als Medikament an kranke und geschwächte Menschen gegeben – schon kleinste Keime können für sie lebensgefährlich werden. Bei einigen Beschwerden oder Medikamenteneinnahmen sollten Spender für einige Zeit aussetzen – welche das sind, sehen Sie auf den Seiten des DRK.

 

Vorbereitung auf die Blutspende

Anders als bei Blutentnahmen beim Hausarzt müssen Sie bei einer Blutspende nicht nüchtern sein. Es ist von Vorteil, wenn Sie normal gegessen und mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit getrunken haben.

Vor jeder Blutspende überprüft ein Arzt Blutdruck und Puls. Ihr Blut wird nach der Entnahme im Labor untersucht. Sollten dabei auffällige Befunde auftreten, werden Sie sofort informiert. Zudem erfahren Sie Ihre Blutgruppe.

 

Ablauf der Blutspende

Die rund 10-minütige Blutentnahme geschieht in liegender Position. Die Venen selbst haben keine Schmerzsensoren und so spüren Sie nur den kleinen Piks, wenn die Nadel durch die Haut dringt. Danach ist die Spende schmerzfrei. Am Anschluss der Spende wird ein Druckverband angelegt.

 

Nach der Blutspende

Gönnen Sie sich nach der Entnahme 30 Minuten Ruhe, um den Kreislauf zu stabilisieren. Trinken Sie mindestens einen Viertelliter Flüssigkeit. Einige Dienste (z.B. das DRK) bieten zur Stärkung ein Buffet an. In den ersten 30 Minuten nach der Blutspende dürfen Sie nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, da in dieser Zeitspanne noch das Risiko von Kreislaufproblemen erhöht ist. Nach zwei Stunden können Sie den Druckverband entfernen. In den folgenden zwölf Stunden sollten Sie keiner Tätigkeit nachgehen, bei der Sie im Falle eines Schwächezustandes sich und andere Menschen gefährden könnten (z.B. Pilot, Busfahrer, Lokführer, Kranführer).

 

Ist Blutspenden gesund?

Mit der Blutspende tun Sie nicht nur einem fremden Empfänger etwas Gutes, sondern auch Ihrer eigenen Gesundheit. Denn eine Studie der Berliner Charité ergab, dass sich der Blutdruck durch eine regelmäßige Blutabgabe um durchschnittlich 16 mmHg senken lässt. Dieser Effekt hielt bei den Probanden auch sechs Wochen nach der Spende noch an.

 

Bekomme ich für die Blutspende Geld?

Das ist unterschiedlich. Das DRK bezahlt die Blutspender nicht. Der Grund: Die Blutspende soll freiwillig sein und bei Menschen, die auf finanzielle Hilfe angewiesen sind, könnte bei einer Bezahlung der Aspekt der Freiwilligkeit verloren gehen. Andere Anbieter zahlen meist ab der zweiten Spende einen Beitrag von 15 bis 25 Euro.

Hamburg, 9. Juni 2015

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