Das praktische Erste-Hilfe-Abc

Schocklage nach Ohnmacht
Ist die Person bei Bewusstsein, bringen Sie sie in die Schocklage © Imago

Natürlich wünschen wir Ihnen, dass Sie die Tipps dieser Seite nie brauchen. Aber falls doch mal eine Notsituation eintritt, zeigen wir Ihnen hier, wie Sie bei Bewusstlosigkeit, Schock und Atemstillstand reagieren müssen. So können Sie im Ernstfall einen kühlen Kopf bewahren.

 

Das hilft bei Schock

Was ist passiert? Wenn Menschen etwas Schreckliches wie einen Unfall miterleben, erleiden sie nicht selten einen Schock. Blässe, Unruhe, Zittern, kalter Schweiß – die Anzeichen dafür können vielseitig sein.

So können Sie helfen: Wichtig ist, dass Sie die Person beruhigen, etwa durch Ansprechen und auch Anfassen. Ist sie bei Bewusstsein, bringen Sie sie in die Schocklage. Dafür die betroffene Person auf den Rücken legen und dabei ihre Beine etwas erhöht platzieren. So kann das Blut aus den Beinen zum Gehirn und zu den Organen fließen. Wickeln Sie die Person warm ein. Jetzt sollten Sie Hilfe herbeirufen. Bis diese eintrifft, kontrollieren Sie das Bewusstsein und die Atmung. Tröstende Worte können oft helfen, damit der Schock nicht schlimmer wird.

 

Das hilft bei Bewusstlosigkeit

Stabile Seitenlage bei einer Ohnmacht
Die stabile Seitenlage schützt bewusstlose Personen vor dem Ersticken© Fotolia

Was ist passiert? Besonders Frauen haben es oft schon erlebt: Man fühlt sich schlecht, Sternchen flimmern vor den Augen – und plötzlich klappt man zusammen. Bewusstlosigkeit kann viele Gründe haben. Was tun?

So können Sie helfen: Falls die Person auf Ansprechen nicht reagiert, überprüfen Sie, ob sie noch atmet. Wenn ja, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage. Dafür die Person auf den Rücken drehen. Den Arm, der Ihnen näher ist, angewinkelt auf den Boden legen. Die Handfläche zeigt nach oben. Das weiter entfernte Bein beugen. Den anderen Arm über die Brust und den Handrücken an die Wange legen. Dann die Person zu sich auf die Seite ziehen. Den Kopf in den Nacken legen und den Mund des Betroffenen leicht öffnen. Alarmieren Sie dann schnell den Notarzt.

 

Das hilft bei Verbrennungen?

Verbrennungen mit fließendem Wasser kühlen
Halten Sie bei einer Verbrennung die verwundete Stelle 10 Minuten unter kaltes fließendes Wasser© Fotolia

Was ist passiert? Kleine Verbrennungen kennt jeder. Beim Kochen, Backen, Braten – in der Küche kommt man schnell mal mit heißen Dingen in Berührung. Die verwundete Stelle wird rot und es können sich Blasen bilden. Wie klein so eine Verbrennung auch sein mag, meistens tut sie sehr weh.

So können Sie helfen: Kühlen, und zwar schnell – das ist die Devise! Die verwundete Stelle für zehn Minuten unter kaltes fließendes Wasser halten. Bloß kein Öl auftragen, wie früher oft geraten wurde! Bei kleinen Verbrennungen heilt die Wunde am besten an der Luft. Vorsicht: Brandblasen nicht aufstechen! Um Narben zu vermeiden, kann man später eine Brandsalbe auftragen. Sind die Verbrennungen größer als eine Handfläche oder wurden Gesicht oder Hände verletzt, sollte man schnell den Notarzt rufen.

 

Das hilft bei Unterkühlung

Was ist passiert? Ein Sturz in kaltes Wasser beispielsweise kann unsere Körpertemperatur gefährlich herabsenken. Starkes Zittern ist die Folge, oft auch blaue Lippen und blasse Haut. Je mehr eine Person abkühlt, desto langsamer werden Puls und Atmung. Eine gefährliche Müdigkeit setzt ein.

So können Sie helfen: Bringen Sie die unterkühlte Person, wenn möglich, zunächst einmal an einen warmen Ort. Dann heißt es weg mit eventuell nasser Kleidung und rein in warme Decken oder eine Spezialfolie. Sprechen Sie gut zu und halten Sie die Person wach. Geben Sie ihr warme, gut gezuckerte Getränke wie zum Beispiel Tee zu trinken. Bloß keinen Alkohol! Wenn es trotzdem nicht besser wird, verständigen Sie den Notruf.

 

Das hilft bei Luftnot

Was ist passiert?

Was gehört alles in einen Erste-Hilfe-Koffer?

Verbandszeug: Pflaster und einige Lagen Mullbinden in verschiedenen Größen sollte man immer griffbereit haben. Am besten direkt einen kleinen Vorrat anlegen.

Schere: Klingt einfach, kann aber im Ernstfall wichtige Sekunden sparen. Das beste Verbandszeug nützt nichts, wenn man nicht schnell genug eine Schere zur Hand hat.

Wärmedecke: In vielen Notfallsituationen muss man die verletzte Person warm einpacken. Besonders gut eignet sich dafür eine spezielle Wärmedecke mit einer silbernen und einer goldenen Seite. Welche Seite innen ist, ist egal. Hauptsache, der Verletzte ist fest darin eingewickelt.

Verschlucken – klar, das kann passieren. Aber was macht man, wenn eine Person auch durch kräftiges Husten den Störenfried im Hals nicht los-wird? Betroffene werden schnell panisch, weil sie keine Luft mehr bekommen.

So können Sie helfen: Schnell reagieren, aber ruhig bleiben! Stellen Sie sich hinter die leicht nach vorn gebeugte Person und fassen Sie mit beiden Armen um den Bauch herum. Eine Faust machen und diese zwischen Nabel und Brustbein halten. Mit der anderen Hand die Faust umfassen und bis zu fünfmal kräftig nach hinten oben ziehen. Auch Schläge auf den Rücken können die Blockade lösen. Hilft auch das nichts, alarmieren Sie den Notarzt.

 

Das hilft bei Atemstillstand

Was ist passiert? Wenn jemand auf dem Boden liegt und nicht mehr atmet, gerät man schnell in Panik. Wacht die Person auch durch leichtes Rütteln nicht auf, hilft nur noch die Wiederbelebung.

So können Sie helfen: Verständigen Sie den Notarzt. In der Zwischenzeit: Herzdruckmassage und Atemspende im stetigen Wechsel anbringen. Einen Handballen auf dem Druckpunkt platzieren, die andere Hand darauflegen. Den Brustkorb 5 cm tief eindrücken. Wiederholen Sie diesen Schritt zügig 30-mal. Dann den Kopf der Person zurücklegen, die Nase zuhalten, 1 Sek. Luft einblasen, wiederholen. Wenn Sie sich ekeln, lassen Sie die Beatmung sein, Sie sind dazu nicht verpflichtet!

 

Das hilft bei Gelenkverletzung

Kühlen nach Sportverletzung
Ist der Betroffene umgeknickt und hat sich möglicherweise eine Zerrung zugezogen, hilft es, die verletzte Stelle mit Eis zu kühlen© Fotolia

Was ist passiert? Einmal umgeknickt – schon ist der Schmerz groß. Der Knöchel wird dick, ist verstaucht, verrenkt oder im schlimmsten Fall sogar gebrochen.

So können Sie helfen: Handeln Sie am besten nach der PECH-Formel. Diese besagt: Pause, Eis, Compression, Hochlagerung. Die verletzte Stelle nicht mehr belasten und sofort für 30 bis 45 Minuten kühlen. Ein Kompressionsverband hilft, das Gelenk zu stabilisieren. Das Hochlegen mindert entstehende Blutergüsse und Schwellungen. Achtung: Ausgerenkte Gelenke darf nur ein Mediziner wieder einrenken! Bei starken Schmerzen sollten Sie die verletzte Person zum Arzt bringen.

 

Das hilft bei Blutungen

Was ist passiert? Schnittwunden sind die häufigsten Verletzungen im Alltag. Bei blutenden Wunden kann einem da schnell mal schwindelig werden. Keine Panik, meist scheint es schlimmer, als es ist. Anders sieht es bei starken Blutungen aus. Hier ist schnelles Handeln gefragt.

So können Sie helfen: Bei leichten Wunden reichen Pflaster oder keimfreier Verband. Starke Blutungen müssen gestillt werden. Sind Arme oder Beine verletzt, legt man einen Druckverband an. Dafür die Wunde mit einer sterilen Wundauflage abdecken und zum Fixieren zwei- bis dreimal mit einer Binde umwickeln. Anschließend ein zweites, ungeöffnetes Verbandspäckchen als Druckpolster auflegen, mit Rest der Binde befestigen.

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