Das nächtliche Ersticken – Zungenschrittmacher verhindert Schnarch-Attacken

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Nachts stehen viele deutsche Schnarcher knapp vor dem Erstickungstod. Der Grund ist die sogenannte obstruktive Schlafapnoe, bei der es mehrmals nachts zu einem Atemstillstand kommt. Ein neuartiger Zungenschrittmacher verspricht Hilfe © Fotolia

Ein neuartiger Zungenschrittmacher soll in Zukunft das nächtliche Schnarchen und die damit verbundenen gefährlichen Atemaussetzer verhindern. Eine aktuelle deutsche Studie zeigt, dass das Gerät in klinischen Tests hervorragende Ergebnisse liefert. Die Mediziner erhoffen sich auf diese Weise, die lebensbedrohlichen Symptome der obstruktiven Schlafapnoe besser behandeln zu können.

Die aktuelle Studie eines deutschen Forscherteams um Professor Joachim Maurer von der Universität Mannheim zeigt, dass ein neuartiger Zungenschrittmacher zukünftig dabei helfen könnte, die gefährlichen Symptome der obstruktiven Schlafapnoe zu behandeln. Das dabei typische Schnarchen und lebensgefährliche Aussetzen des Atems konnte bei rund 90 Prozent der Probanden im Test mit dem neuen Gerät erfolgreich behandelt werden.

Die obstruktive Schlafapnoe gehört zu den am weitesten verbreiteten Schlaf-Atemstörungen. Etwa fünf bis 10 Prozent der Deutschen leiden unter den Schnarch-Attacken. Das laute Schnarchen ist aber nach Aussagen der Forscher nicht nur lästig, sondern auch gefährlich. Die Atemstörung sorgt dafür, dass die Betroffenen – ohne es zu bemerken – nach Luft ringen. Die im Schlaf erschlaffte Muskulatur führt dazu, dass die Zunge in den Hals sackt und dort die Atemwege blockiert. Atempausen – die nichts anderes als ein temporärer Atemstillstand sind – sind die Phasen, in denen das Gehirn nicht mit Sauerstoff versorgt wird. Ist ein kritischer Sauerstoffmangel erreicht, wird im Gehirn eine Weckreaktion ausgelöst. Die Atmung setzt wieder ein.

 

Lebensgefahr des Schnarchens

Doch das Schnarchen und damit verbundene Aussetzen der Atmung steigert die Gefahr für Herzinfarkt und Kreislaufversagen sowie das Schlaganfallrisiko. Betroffene sind aufgrund der regelmäßigen Notweckungen des Gehirns häufig übermüdet, leiden an Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen. Das Unfallrisiko steigt stark an. Zudem besteht bei jedem Atemstillstand die Gefahr, dass der Atem nicht wieder einsetzt.

Der neuartige Zungenschrittmacher stimuliert den Atemvorgang. Das Gerät überprüft mit einem Sensor bei jedem Atemvorgang den Lungendruck und sendet gleichzeitig ein Signal an die Zunge, das die Erschlaffung der Zungenmuskulatur verhindert.

 

Nicht jedem Betroffenen kann geholfen werden

Das Problem dieser Behandlung ist zur Zeit, dass sie mit 20.000 Euro noch sehr teuer ist. Das soll sich in Zukunft zwar noch ändern, aber Krankenkassen zahlen diese Kosten wohl erst, wenn noch weitere Studien folgen, welche die jetzt gemeldeten Behandlungserfolge bestätigen.

Hamburg, 28. Mai 2014

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