Das Hormon der Unsterblichkeit

Die Hände eines alten Mannes halten einen Stock
Können wir bald deutlich länger leben? US-Forscher haben ein Hormon entdeckt, das die Alterung des Immunsystems aufhält © Fotolia

Wissenschaftler der Yale University haben ein Hormon entdeckt, dass die Lebensspanne von Mäusen um 40 Prozent verlängert. Könnte es auch uns Menschen mehr Lebenszeit schenken?

FGF21 – so heißt das Hormon, dass laut der aktuellen Studie das Potenzial besitzt, unsere Lebenszeit zu verlängern. Das Forscherteam um Vishwa Deep Dixit von der Yale University fand heraus, dass FGF21 großen Einfluss auf die Alterung des Immunsystems hat.

 

T-Zellen-Produktion nimmt im Alter ab

Es gibt eine Gruppe von Blutzellen, die maßgeblich für die Immunabwehr unseres Körpers verantwortlich ist – die sogenannten T-Zellen. Ihre Aufgabe ist es, Infektionen abzuwehren. Die T-Zellen werden im Knochenmark gebildet. Anschließend wandern sie in den sogenannten Thymus – ein zum Immunsystem gehörendes Organ, das hinter dem Brustbein sitzt. Dort werden sie weiterentwickelt und auf ihre Abwehraufgabe spezialisiert.

Im Erwachsenenalter bildet sich der Thymus zunehmend zurück und verwandelt sich in Fettgewebe. Die Folge: Das Immunsystem verfügt über weniger T-Zellen und kann sich so schlechter vor Infektionen und Erkrankungen wie Krebs schützen.

 

FGF21 stoppt Verfettung des Thymus

Dixit und sein Team untersuchten in Experimenten mit Mäusen, wie FGF21 die Funktion des Thymus beeinflusst. Das Ergebnis: Wurde der FGF21-Spiegel in alten Mäusen erhöht, stoppte die altersbedingte Degeneration des Thymus und die Menge der T-Zellen stieg an. So konnte die durchschnittliche Lebensspanne der Tiere um 40 Prozent verlängert werden. Ein Absenken des FGF21-Spiegels beschleunigte dagegen die Verfettung des Thymus.

„Eine Erhöhung des FGF21-Spiegels bei Älteren oder Krebspatienten, die eine Knochenmarktransplantation bekommen, könnte eine zusätzliche Strategie sein, um die T-Zellen-Produktion zu steigern und so die Immunfunktion zu unterstützen“, so Dixit.

Hamburg, 12. Januar 2016

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