Das habe ich doch schon mal erlebt...?

Déjà-vu-Erlebnis
Bei Déjà-vu-Erlebnissen geht es um kurzzeitige, subjektive Zustände, die – anders als Halluzinationen – nicht krankhaft sind © shutterstock

Ein Moment erscheint seltsam vertraut, ein fremder Ort schon bekannt – Déjà-vu-Erlebnisse geben uns Rätsel auf. Eine Forscherin ist dem Psycho-Phänomen jetzt auf der Spur.

Sie spazieren durch einen Park, in dem Sie noch nie zuvor gewesen sind – und doch scheinen Sie die Umgebung schon zu kennen. Für einen Moment meinen Sie sogar genau zu wissen, dass hinter der nächsten Weggabelung ein kleiner Teich mit einer Bank auftaucht. Warum nur ist Ihnen dieser Park so vertraut? Sind sie vielleicht schon einmal hier gewesen? Ist Ihr Déjà-vu etwa eine Botschaft aus der Vergangenheit? Oder haben Sie Halluzinationen?

Ein merkwürdiger Moment wie dieser ist ein weitverbreitetes Phänomen. Fast jeder hat schon einmal ein Déjà-vu (gespr. "Descha-wüh", franz. für "schon gesehen") gehabt – und für die meisten ist der kurze Spuk ein verwirrendes Erlebnis. Die US-Forscherin Marie D. Jones hat ein Buch darüber geschrieben. Ihre These: Ein Déjà-vu ist viel mehr als nur eine Sinnestäuschung.

 

Das Gedächtnis spielt uns einen Streich

Erwiesen ist, dass Déjà-vu-Erlebnisse vor allem dann auftreten, wenn wir erschöpft und weniger aufnahmefähig sind. Über die genauen Ursachen sind sich Wissenschaftler aber uneins. Die meisten betrachten das seltsame Gefühl des Wiedererkennens ganz nüchtern: Ihrer Ansicht nach beruhen Déjà-vu-Erlebnisse auf tatsächlichen Erinnerungen – entweder an Momente, die wir so oder ähnlich schon mal erlebt, aber wieder vergessen haben. Oder an Situationen, die sich erst vor ein paar Millisekunden ereignet haben, die wir jedoch nur unterbewusst registriert haben. Wenn wir diese Informationen dann noch einmal bewusst wahrnehmen, entsteht der Eindruck, den Moment zum zweiten Mal zu erleben. „Unser Gedächtnis spielt uns einige Sekunden lang einen Streich. Es scheint, als könnten wir uns ganz genau an etwas erinnern, von dem wir gleichzeitig glauben, dass es nicht passiert ist", so Marie D. Jones.

 

Botschaften, die Leben retten können

Für die Forscherin steht fest: Hinter einem Déjà-vu steckt immer auch eine Botschaft aus dem Unterbewusstsein – ein Denkanstoß, der uns für die aktuelle Situation empfänglich macht. Und der uns sogar vor Gefahr warnen kann. „Einer meiner Studienteilnehmer hat genau das erlebt: Er raste bei schlechten Sichtverhältnissen übermüdet in seinem Auto über die Autobahn, als ihn ein Déjà-vu ereilte. An der nächsten Abfahrt verließ er die Straße – und wich rechtzeitig einem Massenunfall aus, der sich wenige Minuten später auf der Strecke ereignete."

Die Expertin rät deshalb, Déjà-vu-Momente immer ernst zu nehmen. Schließlich sind sie mitunter ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt – und manchmal können sie sogar Leben retten.

 

Welche Drogen sind am gefährlichsten?
 

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.