Das große Zähneknirschen

Beissschiene hilft gegen Zaehneknirschen
Bei Zähneknirschen ist eine erste Maßnahme eine sogenannte Aufbiss-Schiene aus Kunststoff, die der Zahnarzt anfertigen lässt. Diese verringert den Druck, mit dem die Zähne aufeinander reiben und ist ein wichtiger Schutz zum Zahnerhalt © Fotolia

Nur einer von zehn Betroffenen weiß überhaupt, dass er nachts mit den Zähnen knirscht. Was wie ein zu vernachlässigender Tick klingt, kann schwerwiegende Probleme nach sich ziehen. Bruxismus, wie das Zähneknirschen in der Fachsprache heißt, kann Zahnsubstanz und Kiefer schädigen. Meist ist es der Partner, der einen darauf hinweist. Ein Zahnarzt kann dann weiterhelfen.

 

Eine Beißschiene anpassen lassen

Eine erste Maßnahme ist eine sogenannte Aufbiss-Schiene aus Kunststoff, die der Zahnarzt für einen anfertigt (Krankenkassen zahlen). Sie wird nachts aufgesetzt und verringert den Druck, mit dem die Zähne aufeinander reiben. Insofern ist sie ein wichtiger Schutz zum Zahnerhalt. Die eigentliche Ursache behebt sie aber nicht.

An manchen Unikliniken oder kieferorthopädischen Praxen finden sich inzwischen auch „Knirschersprechstunden“. Dort gibt es tiefergehende Beratung. Denn Zähneknirschen ist ein komplexes Geschehen. Die Ursachen können diverse Zahnfehlstellungen sein. Inzwischen sind sich die Wissenschaftler aber einig, dass hauptsächlich Stress bzw. eine gestörte Stressbewältigung dahintersteckt.

 

Entspannung trainieren bei Zähneknirschen

Um das zermürbende Mahlen zu beenden, ist es daher am besten, das Problem von der seelischen Seite anzugehen. Ein erster Schritt ist die Selbstbeobachtung am Tag. Viele Knirscher neigen dazu, auch tagsüber die Zähne zusammenzupressen – wenn sie sich konzentrieren, angespannt oder wütend sind. Wer darauf achtet und merkt, dass er gerade wieder „verbissen“ wird, sollte tief Luft holen und bewusst locker lassen. Sich das anzugewöhnen ist ein erster Schritt zum Abgewöhnen. Langfristig helfen auch Entspannungstechniken. Etwa die Muskelrelaxation nach Jacobson, bei der das An- und Entspannen von Muskeln im Mittelpunkt steht. Auch Tai-Chi oder Yoga sind hilfreich. Besonders gut ist es, vorm Zubettgehen mit den Übungen den Tag und die Anspannung hinter sich zu lassen. Eine Studie der Uni Düsseldorf zeigte jetzt, dass Testpersonen nach zwölf Wochen Entspannungstraining nicht mehr so heftig knirschten.

 

Spezielle Funktionstherapie

Viele Menschen, die mit den Zähnen knirschen, kommen jedoch mit Entspannungstechniken nicht gut zurecht. Für sie und vor allem auch dann, wenn die Gründe doch eher kieferorthopädischer Natur sind, ist die krankengymnastisch geprägte Funktionstherapie oft besser. Sie kombiniert eine zahnärztliche Behandlung mit speziellen Massage- und Lockerungsübungen, die man zu Hause machen kann. Allerdings gibt es bisher nur wenige Zahnarztpraxen, die diese Therapieform anbieten – und die Krankenkassen zahlen sie nicht.

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