Das Geheimnis fremder Sprachen

Um eine Fremdsprache zu lernen, ist man nie zu alt
Um eine Fremdsprache zu lernen, ist man nie zu alt © Fotolia

Wissenschaftler haben jetzt entschlüsselt, wie und wann unser Gehirn am besten eine neue Sprache lernen kann – und warum das unser Leben verlängert.

Sprachkenntnisse spielen im Arbeitsleben eine große Rolle. Viele Berufstätige müssen häufig noch eine neue Fremdsprache lernen. Eine Sprache im Internet zu lernen, liegt dabei im Trend. Onlineportale sind nicht nur günstiger als konventionelle Lehrer oder Fachbücher – da sie mobil verfügbar sind, ermöglichen sie auch ein flexibles Lernen. Online Lernportale eignen sich gleichermaßen sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene, bringen Abwechslung und Spaß in den Lernprozess und ermöglichen, den eigenen Lernfortschritt stets nachzuvollziehen. Millionen junge Menschen sind daher in den Plattformen aktiv. Doch auch ältere Menschen können Neues lernen – und Jüngere dabei sogar überragen.

 

Das Gehirn ist plastisch

Lange Zeit waren Wissenschaftler und Mediziner der Auffassung, dass das Gehirn etwas ist, das sich nicht verändern lässt. Heute wissen Forscher, dass das Gehirn plastisch ist und auch im hohen Alter noch die Fähigkeit hat, sich anzupassen. Dass man im Alter nicht mehr lernen kann, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Während zwar Lernprozesse insgesamt etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, sind das Sprachverständnis und das Wissen um geeignete Lernverfahren, wie auch das gesammelte kulturelle Lebenswissen an sich, kaum beeinträchtigt. Für eine Studie untersuchten schwedische Wissenschaftler im Jahr 2010 jüngere (21- bis 30-jährige) und ältere (65- bis 80-jährige) Erwachsene über einen Zeitraum von sechs Monaten. Das Ergebnis: Die Forscher konnten „keinerlei signifikante altersbezogene Unterschiede in der Plastizität der Mikrostruktur weißer Substanz entdecken.“ Übersetzt heißt das so viel wie: auch ein älteres Gehirn kann sich verändern. Doch was passiert mit dem Gehirn eines Erwachsenen, der Sprachen lernt?

 

Unterschätzte weiße Substanz

Die sogenannte weiße Substanz des Gehirns trägt zu dessen Leistungen viel mehr bei, als bisher angenommen. Sie besteht aus Nervenfasern, die einzelne Hirnregionen miteinander verbinden. Damit sorgt sie für den  kommunikativen Draht zwischen den Arealen. Je besser Zellen verbunden sind, desto besser können kognitive Aufgaben erledigt werden. Im Jahr 2012 wurde eine Gruppe erwachsener Lehrer untersucht. Nach neun Monaten zeigte sich „eine verbesserte Unversehrtheit der weißen Substanz.“

 

Welche Vorteile hat Sprachenlernen im Alter?

Dass Sprachenlernen bis ins hohe Alter gute Erfolge erzielen kann, zeigen Erkenntnisse der Sprachforschung und Neuropsychologie. Drei gute Gründe mit dem Sprachenlernen zu beginnen:

Mehrsprachigkeit hält fit

Studien der Universität Tel Aviv konnten zeigen, dass ältere Menschen im Schnitt geistig aktiver bleiben, wenn sie zwei oder mehr Sprachen beherrschen und anwenden.

Fremdsprachen lernen schützt vor Demenz

Dass Sprachenlernen bis ins hohe Alter gute Erfolge erzielen kann, zeigen Erkenntnisse der Sprachforschung und Neuropsychologie. Forscher aus Luxemburg stellten in einer Studie mit 230 Frauen und Männern fest: Wer mindestens drei Sprachen kann, hat eine dreifach höhere Chance, im Alter nicht dement zu werden. Dabei ist es egal, wann man begonnen hat, die Fremdsprachen zu erlernen. Wenigstens ab und zu sollte man sie allerdings anwenden – eine gute Gelegenheit dafür ist ein Städte-Trip.

Sprachen lernen fördert die Eigenmotivation

Ältere Lerner haben weniger Probleme mit der Konzentration, außerdem lernen sie die Sprache, weil sie sie lernen wollen. Dadurch beschäftigen sie sich kontinuierlicher und mit mehr Eigeninitiative mit der Sprache.

Hamburg, 20. April 2015

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