Das Ende einer Epidemie? UN will bis 2030 AIDS ausrotten

Ausrottung von AIDS
AIDS soll bis zum Jahr 2030 weltweit ausgerottet sein. Davon spricht die UN und fordert mehr Gelder für die Bekämpfung der Immunschwächekrankheit © Corbis

Laut eines Berichts der Vereinten Nationen (UN) besteht die Chance, den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit AIDS bis zum Jahr 2030 zu gewinnen. Demnach sei die Zahl der Neunansteckungen in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Damit das Ziel einer kompletten Ausrottung von AIDS aber tatsächlich erreicht werden kann, müssen nach Aussagen von hohen UN-Mitarbeitern die Mittel für die Bekämpfung der tödlichen Krankheit aufgestockt werden.

„Mehr denn je besteht die Hoffnung, dass es möglich ist, AIDS zu beenden“, erklärte Michel Sidibé, Direktor von UNAIDS – der UN-Organisation zur Bekämpfung von AIDS –, bei der Veröffentlichung des jährlichen UN-AIDS-Reports. Demnach besteht die Chance, AIDS weltweit bis zum Jahre 2030 vollständig auszurotten.

Hintergrund dieser Prognose sind die aktuell veröffentlichten Zahlen der AIDS-Neuansteckungen im Jahre 2013. Die zeigen, dass sich seit Ausbruch der AIDS-Epidemie in den 1980er Jahren niemals weniger Menschen mit dem ursächlichen HI-Virus angesteckt haben. Konkret ging die Zahl der Neuansteckungen seit 2001 kontinuierlich um 38 Prozent zurück.

 

Neue Medikamente verhindern Ausbreitung

Nach Darstellung von UNAIDS sei die effektive Verhinderung von Neuansteckungen in den letzten Jahren nicht nur der wichtigste Erfolg im Kampf gegen AIDS, sondern auch der Weg zur Ausrottung der Epidemie. Die Gründe für die Verhinderung einer weiteren Ausbreitung von AIDS sehen die Verfasser des Berichts unter anderem in den seit Jahren laufenden Aufklärungskampagnen.

Vor allem aber habe die Verfügbarkeit von antiretroviralen Medikamenten – diese Medikamente verhindern mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 95 Prozent die Übertragung des AIDS-Erregers beim Geschlechtsverkehr oder bei Geburten – alleine auf dem afrikanischen Kontinent fast eine Millionen Neuansteckungen im Jahr 2013 verhindert. Über 13 Millionen Menschen konnten im vergangenen Jahr weltweit mit diesen antiretroviralen Medikamenten versorgt werden – das sind 30 Prozent mehr als 2012 und ganze 62 Prozent mehr als noch 2010.

 

Mehr Gelder nötig

,,Ein Ende dieser Epidemie ist möglich", verkündet UNAIDS-Direktor Michel Sidibé weiter, knüpft diese Aussicht aber auch an Forderungen. Damit die Bekämpfung von AIDS bis 2030 erfolgreich sein kann, müssen die zu Verfügung stehenden Mittel erhöht werden. Andernfalls würde die Ausrottung „erheblich länger dauern“.

Hamburg, 17. Jul 2014

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