Das beste Mittel gegen Schmerzen im unteren Rücken

Ein Mann steht vom Schreibtisch auf und hält sich den Rücken
Das beste Mittel, um Schmerzen im unteren Rücken vorzubeugen, ist Bewegung – das ergibt eine aktuelle australische Studie © Fotolia

Jeder zweite bis dritte Deutsche ist Expertenschätzungen zufolge von Rückenschmerzen betroffen. Besonders häufig und belastend sind Schmerzen im unteren Rücken. Australische Forscher haben jetzt nach dem besten Mittel dagegen geforscht.

Das Team um Dr. Daniel Steffens von der University of Sydney wertete 21 klinische Studien mit insgesamt 30.850 Probanden aus. Das Ziel: herauszufinden, welche Maßnahmen am besten vor Schmerzen im unteren Rücken schützen. Die Studie wurde im Fachmagazin Internal Medicine veröffentlicht.

Die Studienteilnehmer waren mehrheitlich im berufstätigen Alter und hatten bereits Episoden von Schmerzen im unteren Rücken durchlebt. Zu den untersuchten Maßnahmen zählten Bewegung (Physiotherapie oder Sport), Schuheinlagen, Rückengurte und Aufklärung über Ursache und Behandlung von Rückenschmerzen. Der Erfolg der jeweiligen Maßnahme wurde daran gemessen, ob sie erneuten Rückenschmerzen vorbeugen und Krankschreibungen verhindern konnten.

 

Bewegung ist der beste Schutz vor Schmerzen im unteren Rücken

Die Auswertung ergab: Bewegung ist der beste Schutz vor Schmerzen im unteren Rücken. Sie verringert das Risiko einer erneuten Schmerzepisode um 35 Prozent, während Rückengurte und Schuheinlage kaum eine Wirkung zeigen. Werden Sport oder Physiotherapie mit Aufklärungsarbeit kombiniert (beispielsweise darüber, dass Sport auch während aktueller Schmerzepisoden möglich ist), sinkt das Risiko einer Wiederkehr der Schmerzen sogar um 45 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Rückenschmerzen eine Krankschreibung notwendig machen, sinkt durch ein Bewegungsprogramm sogar um 78 Prozent.

 

Bei Schmerzen im unteren Rücken gilt: am Ball bleiben

Obwohl die Bewegungstherapie eine gute Vorbeugemaßnahme ist – die Studien zeigten, dass der Schutz vor Schmerzen im unteren Rücken bei den Probanden nicht auf Dauer anhielt. Nach einem Jahr war die Wirkung verschwunden – war die Therapie kombiniert mit Aufklärung hielt sie auch darüber hinaus an, allerdings in abgeschwächter Form.

Der Grund ist laut Vermutung der Studienleiter, dass die Probanden wieder aufhörten, sich zu bewegen, sobald die Studie beendet war. Um dauerhaft vor Schmerzen im unteren Rücken geschützt zu sein, sei jedoch regelmäßige Bewegung notwendig.

Die besten Tipps, mit dem Sport anzufangen, finden Sie hier.

Hamburg, 12. Januar 2016

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