Das bakterienfreie Smartphone

Brauchen Ärzte keimfreie Smartphones und Tablets?
Brauchen Ärzte keimfreie Smartphones und Tablets? © Fotolia

Blackberry will ein bakterienfreies Smartphone entwickeln. Es soll in Krankenhäusern zur besseren Hygiene beitragen. Experten sind jedoch skeptisch.

Bakterien lauern häufig dort, wo man sie erst mal nicht unbedingt vermutet. Zum Beispiel auf dem Handy – besonders gilt das für Smartphones mit Touchscreen: Auf ihnen ist die Fäkalkeim-Konzentration bis zu 18-mal höher als auf einem WC-Spülknauf.

Mit diesem Wissen und der Hoffnung, seine Marke wieder etwas innovativer wirken zu lassen, hat der Chef der Firma Blackberry das erste keimfreie Smartphone angekündigt.  Besonders Ärzte, Krankenschwestern und andere Bedienstete im Gesundheitswesen sollen die Zielgruppe sein.

CEO John Chen kündigte die neue Produktidee bei einer Veranstaltung des kanadischen Gesundheitsdienstleisters Mackenzie Health an. „Angestellte im Gesundheitswesen müssen sich dann um eine Sache weniger sorgen“, so Chen.

Ein Hygieneexperte der Universität Nashville kommentierte Vorschlag als grundlegend sinnvoll. Er merkte aber an, dass „Smartphones keine wichtige Quelle der Hand-Kontamination und Ansteckung sind.“

 

Können Handys krank machen?

Krebsgefahr: Gefährliche Strahlung?

Dass Handystrahlen Krebs auslösen können, ist nicht bewiesen. Doch auch wenn Mobiltelefone Tumoren nicht verursachen, beschleunigen sie womöglich das Wachstum bereits bestehender Geschwulste. Das fanden Forscher der deutschen Jacobs University in Bremen heraus. Für ein Experiment setzten sie Mäuse krebserregenden Substanzen aus und bestrahlten sie anschließend mit Mobilfunkwellen. Nach 15 Monaten wiesen die Tiere doppelt so viele Tumoren auf wie die unbestrahlte Kontrollgruppe.

Wer die Strahlung reduzieren möchte, sollte sein Handy weder nah am Körper (etwa in der Brusttasche) tragen noch das Gerät nachts eingeschaltet neben das Bett legen. Zudem sollten Sie es vermeiden, im Keller oder in der Tiefgarage zu telefonieren. Denn je schlechter der Empfang, desto stärker die elektromagnetische Strahlung. Ein Blick aufs Display verrät, ob man gerade in einem Funkloch steckt.

Blaues Bildschirmlicht stört den Schlaf

Vor dem Zubettgehen greifen viele Menschen noch einmal zum Handy, um Nachrichten zu schreiben oder im Internet zu surfen - und können dann oft schlecht einschlafen. Schuld daran sind die blauen Wellenlängen des Bildschirmlichts, die munter machen. Eine New Yorker Studie ergab, dass zwei Stunden Display-Gucken die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin um 23 Prozent senken kann. Und eine Umfrage unter rund 1 600 belgischen Schülern bestätigte: Wer auf seinem Handy tippte, nachdem er das Licht ausgeschaltet hatte, war mit fünfmal höherer Wahrscheinlichkeit am nächsten Tag sehr müde. Daher das Handy abends besser nicht mehr nutzen.

Dauernutzung kann zu Beschwerden führen

Bei Dauernutzung können Handys gesundheitliche Probleme verursachen. Das ständige Nach-unten-Starren auf den Bildschirm kann Nackenschmerzen auslösen ("Handy-Nacken"), durch häufiges Tippen können sich die Sehnen im Daumen oder Handgelenk entzünden ("SMS-Daumen"). Da hilft nur Abstinenz.

Hamburg, 29. Juni 2015

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.