Darmverschluss-Ursachen sind Hindernisse oder Lähmungen

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Ein Darmverschluss kann auf unterschiedliche Ursachen zurückgehen. Beim mechanischen Verschluss eines Darmabschnitts befindet sich ein Hindernis im Darm oder die Darmwand ist eingeschnürt. Der Weitertransport des Nahrungsbreis ist behindert oder kommt vollständig zum Stillstand. Für diese Form des Darmverschlusses kommen als Ursachen Verwachsungen (Briden) infrage, die infolge einer Bauchoperation auftreten. Ein solcher als Bridenileus bezeichneter Darmverschluss entwickelt sich vor allem im Bereich des Dünndarms.

 

Darmverschluss-Ursachen: Erkrankungen im Darm

Mechanische Verschlüsse im Bereich des Dickdarms gehen in 60 Prozent der Fälle auf Dickdarmkrebs zurück. Weitere Darmverschluss-Ursachen sind andere Arten von Krebserkrankungen im Darm, harte Kotballen, verschluckte Fremdkörper oder Gallensteine, die durch Verbindungsgänge (sogenannte Fisteln) zwischen Gallenblase und Dünndarm in den Darm gelangen.

Bei einer Divertikulitis entzünden sich die Darmausstülpungen im Dickdarm
Krankheiten & Symptome  

Divertikulitis

Bestimmte Erkrankungen wie Morbus Crohn oder die sogenannte Divertikulitis, eine Entzündung bestimmter Ausstülpungen (Divertikel) in der Darmwand, können ebenfalls einen mechanischen Darmverschluss verursachen.

Darmverschluss Ursachen Morbus Crohn
Zu den Darmverschluss-Ursachen gehören Erkrankungen des Darms wie Morbus Crohn und Divertikulitis © istock/EncroVision
 

Verwachsungen oder Vernarbungen nach Operationen sind Darmverschluss-Ursachen

Auch eine Einwirkung von außen kann einen Darmverschluss auslösen. Die Ursachen führen dazu, dass sich der Darmdurchmesser derart verkleinert, dass die Darmmuskulatur den Nahrungsbrei kaum noch oder nicht mehr durch die verbleibende Öffnung transportieren kann. Gründe für solche Verengungen oder Einschnürungen von außerhalb des Darms sind beispielsweise Verwachsungen oder Vernarbungen nach Operationen.

Mitunter kann es auch durch eine Strangulation des Darms zum Verschluss kommen. So kann ein Leistenbruch einen Teil des Darms – in der Regel des Dünndarms – einklemmen und Blutgefäße, die den Darm versorgen, abdrücken. Die Folge sind Funktionsstörungen des betroffenen Darmabschnitts. Auch Verdrehungen oder Einstülpungen können den Darm strangulieren und zum Verschluss führen.

Bei Säuglingen zählt ein angeborener, mechanischer Verschluss eines Darmabschnitts, eine sogenannte Darmatresie, ebenso zu den Darmverschluss-Ursachen wie der erste, zähe Stuhl von Neugeborenen. Dieser als Mekonium bezeichnete Stuhl setzt sich unter anderem aus Haar-, Haut- und Schleimhautzellen zusammen, die in der Gebärmutter verschluckt wurden. Ein Darmverschluss infolge des Mekonium-Stuhls liefert frühe Hinweise auf das Vorliegen von Mukoviszidose, einer Stoffwechselerkrankung.

Baby mit Darmverschluss
Bei Neugeborenen zählt ein angeborener, mechanischer Verschluss eines Darmabschnitts zu den Darmverschluss-Ursachen © istock/milanvirijevic
 

Verschlüsse in Blutgefäßen innerhalb der Darmwand können zu Funktionsstörungen führen

Neben mechanischen Auslösern kommen für einen Darmverschluss weitere Ursachen infrage. Sie bewirken Funktionsstörungen oder Lähmungen im Darm. In der Folge unterbleibt die Darmbewegung ganz oder teilweise, sodass Nahrungsbrei nicht mehr ausreichend weiter transportiert wird. Für diesen funktionell-paralytischen Darmverschluss kommen Faktoren wie eine Bauchfellentzündung, Vergiftungen, aber auch Störungen im Elektrolythaushalt oder Stoffwechselerkrankungen in Betracht.

Blutgefäße
Verschlüsse in Blutgefäßen innerhalb der Darmwand können zu Funktionsstörungen führen © istock/Inok

Auch können Verschlüsse in Blutgefäßen innerhalb der Darmwand oder in Blutgefäßen, die den Darm versorgen, zu Funktionsstörungen führen. Die Folgen reichen je nach Art, Ort und Ausmaß des Gefäßverschlusses von Störungen in der Darmbewegung bis zum Absterben ganzer Darmabschnitte.

Symptome
Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.