Darmträgheit: So sieht die Behandlung aus

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei Darmträgheit richtet sich die Behandlung nach der Ursache für die Verstopfungs-Beschwerden. Ist die Darmträgheit das Symptom einer anderen Erkrankung wie beispielsweise eines Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder eines Reizdarm-Syndroms, so geht es für den Arzt in erster Linie darum, die Erkrankung entsprechend zu behandeln.

Ist die Darmträgheit auf die Einnahme bestimmter Medikamente zurückzuführen, so wird der Arzt vorschlagen, die Dosierung des Medikaments zu verringern oder gegebenenfalls ein alternatives Medikament empfehlen. Begleitend zur Therapie sind auch hier eine fettarme, ballaststoffreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung sowie Sport sinnvoll.

Kann der Arzt keine Ursache finden, liegt also eine funktionelle Darmstörung vor, so empfiehlt sich im ersten Schritt der Behandlung die Kombination aus einer Umstellung des Lebenswandels und die ergänzende Einnahme von natürlichen Substanzen, die die Darmtätigkeit anregen.

Die Umstellung auf eine fettarme, ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten gilt bei der Darmträgheit-Behandlung als wichtiger, unterstützender Faktor. Sie macht den Stuhl leichter verdaulich und lässt ihn zudem aufquellen. Die Folge: Der aufgequollene Stuhl drückt verstärkt an die Darminnenwand und regt sie zu mehr Bewegung an. Außerdem wird der Stuhl durch den höheren Wasseranteil weicher. Der Stuhlgang wird so erleichtert. Betroffene sollten außerdem darauf achten, ausreichend zu trinken, etwa 1,5 bis zwei Liter pro Tag in Form von Wasser und ungesüßten Tees sind ideal für die Anregung der Darmtätigkeit und das Wohlbefinden insgesamt.

Ergänzend zur Ernährungsumstellung kann der Arzt die regelmäßige Einnahme von natürlichen und löslichen Ballaststoffen empfehlen, wie beispielsweise Weizenkleie oder Flohsamenschalen. Sie regen nachweislich die Darmtätigkeit an und können bei Darmträgheit eine sinnvolle Therapie sein.

Tägliche Bewegung und regelmäßiger Sport sind bei Darmträgheit ebenfalls wichtige Bausteine der Behandlung. Das gilt besonders für ältere Menschen. Deshalb ist es empfehlenswert, sich selbst und den Darm in Bewegung zu bringen. Wer den täglichen Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad zurücklegt, immer wieder kleine Spaziergänge in den Alltag einbaut und statt des Aufzugs die Treppe nimmt, der tut bereits eine Menge, um den trägen Darm anzuregen.

Aber damit nicht genug: Wer außerdem zwei- bis dreimal pro Woche für 30 bis 45 Minuten Sport treibt, beispielsweise Nordic Walking, Schwimmen oder Laufen, der regt Stoffwechsel und Darmtätigkeit zusätzlich an.

Betroffene sollten darüber hinaus bei Darmträgheit immer dann die Toilette aufsuchen, wenn sie Stuhldrang verspüren. Sonst kann sich die Darmträgheit verstärken. Eine Verhaltensänderung, die die Behandlung unterstützt, aber nicht immer einfach umzusetzen ist. Denn viele Menschen unterdrücken den Stuhldrang regelmäßig, meistens weil sie unter Zeitdruck sind, manchmal auch aus Schamgefühl.

Zeigt sich bei Darmträgheit trotz aller Umstellungen keine Besserung, so setzt der Arzt Medikamente ein, die die Darmtätigkeit anregen. Zu ihnen zählen Abführmittel, die die Wirkstoffe Macrogol, Bisacodyl oder Natriumpicosulfat enthalten. Alternativ können Betroffene bestimmte Zuckerstoffe (z. B. Lactulose) oder sogenannte Anthrachinone einnehmen. Sie verhindern, dass der Darm dem Stuhl Wasser entzieht. Das regt die Darmtätigkeit an und macht den Stuhl weicher.

Bei ausgeprägter Darmträgheit und damit einhergehenden, starken Verstopfungsbeschwerden, können Betroffene bei der Behandlung Medikamente einnehmen, die gezielter an den eigentlichen Ursachen ansetzen. Zu ihnen zählen auch sogenannte Opiatantagonisten. Sie kommen bei Menschen zum Einsatz, bei denen die Darmträgheit auf die Einnahme starker Schmerzmittel wir Morphin oder Kodein zurückgeht. Ein chirurgischer Eingriff (z. B. teilweise Entfernung des Dickdarms) kommt bei Darmträgheit erst dann in Betracht, wenn alle vorangegangenen Behandlungsversuche keine Wirkung gezeigt haben. Außerdem müssen dauerhafte, starke Verstopfungsbeschwerden bestehen. Ein chirurgischer Eingriff ist nur in seltenen Fällen notwendig.

Vorbeugung
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