Darmkrebs-Vorsorge

Redaktion PraxisVITA
Darmkrebs-Vorsorge
Viele Menschen scheuen die Darmkrebs-Vorsorge, weil sie Angst vor der Darmspiegelung haben – dank einer Betäubung spürt man von der Untersuchung aber nichts © istock/Ridofranz

Wer sich gesund ernährt, viel bewegt und regelmäßig zur Früherkennung geht, ist optimal gegen Darmkrebs geschützt. Doch viele nehmen die Gelegenheit zur Darmkrebs-Vorsorge nicht wahr – weil sie Angst vor der Darmspiegelung haben.

Eigentlich war Beatrix Köhler immer eine Vorzeige-Patientin: Ob Grippe-Impfung, Brustkrebs-Vorsorge oder die regelmäßige Überprüfung aller wichtigen Blutwerte – die 61jährige tat viel, um für ein gesundes Alter vorzusorgen.

 

Darmkrebs-Vorsorge – gefährliche Darmspiegelung?

Nur vor einem schreckte sie zurück: der Darmspiegelung – obwohl diese ab dem 55. Lebensjahr von den Kassen bezahlt wird (bei familiärer Vorbelastung auch früher). „Ich hatte ganz einfach Angst“, sagt die Sekretärin, „dass diese Darmkrebs-Vorsorge schmerzhaft sein könnte.“

Schließlich rang sie sich aber doch zu dieser Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung durch. „In einer Zeitung hatte ich gelesen, dass Darmkrebs zu den häufigsten lebensgefährlichen Krankheiten zählt – und dass die Darmspiegelung das Risiko um fast 80 Prozent senkt. Da dachte ich mir: Was sind 20 unangenehme Minuten gegen meine Gesundheit?“

Darmspiegelung
Gesund bleiben  

Darmspiegelung

 

Darmkrebs-Vorsorge: Die Untersuchung verlief völlig schmerzfrei

Wirklich unschön fand die Berlinerin dann eigentlich nur den Tag vor der Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung – an dem sie zwei Liter einer abführenden Salzlösung trinken musste, um den Darm zu entleeren. „Die schmeckten wirklich zum Abgewöhnen“, schmunzelt sie, „aber mit ein bisschen Apfelsaft verdünnt geht es schon.“ Die Untersuchung selbst am nächten Tag verschlief sie dank einer Beruhigungsspritze komplett.

 

Darmkrebs-Vorsorge: Alle zehn Jahre zur Darmspiegelung

Auch danach hatte sie keinerlei Beschwerden, sondern nur ein erfreuliches Ergebnis: Ein „Polyp“, also eine Ausstülpung der Schleimhaut, war aus ihrem Darm entfernt worden und hatte sich als gutartig erwiesen. Ansonsten war alles in Ordnung – und die Darmkrebs-Vorsorge für die nächsten 10 Jahre erledigt.

Darm-Polypen wachsen nämlich sehr langsam und sind zunächst gutartig. Doch mit der Zeit können manche von ihnen „entarten“ und so Krebs verursachen. Daher sollte der Darm ab 55 Jahren – ab diesem Alter treten die Ausstülpungen häufiger auf – alle zehn Jahre kontrolliert und die Polypen entfernt werden.

Darmkrebs
Darmkrebs zählt zu den häufigsten lebensgefährlichen Krankheiten. Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen können das Risiko um fast 80 Prozent senken © istock/luismmolina
 

Ungesunder Lebensstil begünstigt Darmkrebs

Neben dem Alter gibt es weitere Risiko-Faktoren, die vor allem mit Lebensstil und Ernährung zusammenhängen. So zeigt sich zum Beispiel, dass Darmkrebs in den westlichen Industrieländern deutlich häufiger auftritt als in Asien und Afrika – und dass mehr Männer erkranken. Die Gründe: eine ungesündere Ernährung mit viel rotem Fleisch und „Fast-Food“ sowie bei den Männern auch ein höherer Alkohol- und Tabakkonsum.

 

Richtige Ernährung gegen Darmkrebs

All dies scheint nach neuesten Erkenntnissen ein wesentlicher Risikofaktor zu sein. Studien zeigen zum Beispiel, dass ein regelmäßiger Fleisch- und Wurstkonsum die Gefahr, Darmkrebs zu bekommen, deutlich erhöht. Ungünstig ist dabei vor allem rotes, stark gebräuntes Fleisch – wie etwa vom Grill.

Schlechte Aussichten für Steak-Liebhaber also? Nicht, wenn der Fleisch- und Wurst-Konsum auf 2-3 mal pro Woche und kleine Portionen (100 g Fleisch oder 20 g Wurst) begrenzt wird. Gute Alternativen: weißes Fleisch oder besser noch Fisch. Denn Lachs und Co. sind zwar nicht viel magerer als Fleisch, ihr Fett ist aber deutlich gesünder. Dessen Omega-3-Fettsäuren können das Krebsrisiko sogar verringern.

Ernährung bei Krebs: Die 10 wirksamsten Lebensmittel gegen Darmkrebs

 

Ballaststoffe und Bewegung

Das gilt auch für alles, was aus Vollkorn produziert wird: Ob Brot, Brötchen, Nudeln oder Kekse – mit den körnigen Varianten lässt sich das Krebsrisiko um fast 20 Prozent senken. Ihre Ballaststoffe binden Giftstoffe im Darm und sorgen für eine schnellere und damit gesündere Passage des Inhalts. Wer dunkles Brot nicht mag, kann mit Obst und Gemüse ausgleichen. Fünf Portionen sollten es pro Tag sein (am besten dreimal Gemüse und zweimal Obst). Eine Portion ist dabei etwa so groß wie Ihre Faust und eine Ration darf auch Saft sein.

Darmkrebs-Risiko senken mit Spaziergang
Darmkrebs-Vorsorge mal anders: 30 Minuten zügiges Gehen täglich senkt das Darmkrebsrisiko um die Hälfte © istock/audioundwerbung

Generell gilt: Bereiten Sie Lebensmittel schonend zu, also bei niedrigen Temperaturen mit wenig Wasser und Fett. Essen Sie keine Lebensmittel, die durch zu starkes Braten angekohlt sind. Und wer sich nach dem Essen zu einem Verdauungsspaziergang aufmacht, sorgt doppelt vor: 30 Minuten zügiges Gehen täglich senkt das Darmkrebsrisiko um die Hälfte.

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