Darmkrebs: 10 Wahrheiten, die Sie kennen sollten

Krebs-Vorsorgeuntersuchung Darmspiegelung
Zur Darmkrebs-Vorsorge gehört die Darmspiegelung – die Untersuchung dauert maximal 30 Minuten. Weil vorher vom Arzt oft ein Betäubungsmittel gegeben wird, spürt der Patient dabei in der Regel keine Schmerzen © Fotolia

Blut im Stuhl? Das kann ein Hinweis auf Darmkrebs sein. Aber: Wer um die Fakten weiß, kann sich schützen. Denn Darmkrebs kann fast immer geheilt werden – vorausgesetzt, er wird früh genug diagnostiziert. Was sind die gefährlichen, da falsch verstandenen Vorstellungen bei dieser Krankheit? Hier die häufigsten auf einen Blick.

 

1. Ich habe keine Symptome, also kann ich keinen Darmkrebs haben

Die Wahrheit: Die Krankheit tarnt sich sehr gut! Das Tückische an Darmkrebs ist, dass er oft jahrelang im Darm wächst und größer wird, ohne Symptome zu verursachen. Anzeichen wie Blutungen, Stuhlveränderungen, Unterleibsschmerzen oder unerklärliche Gewichtsabnahme zeigen sich meistens erst dann, wenn der Tumor schon sehr viel weiter fortgeschritten ist.

 

2. Ich kann sowieso nichts dagegen tun

Die Wahrheit: Es gibt Hilfe! Die Heilungschancen von Darmkrebs liegen zwischen 90 und 100 Prozent, wenn der Krebs im Frühstadium entdeckt wird. Daher sollte man das gesetzliche Krebs-Früherkennungsprogramm der Kassen nutzen. Es bietet allen Versicherten ab dem 50. Lebensjahr kostenlose Untersuchungen an: Zunächst den Stuhl-Blut-Test (50. bis 55. Lebensjahr), vom 56. Lebensjahr an dann die Vorsorge-Koloskopie (Darmspiegelung), die nach zehn Jahren wiederholt werden sollte. Wer einen nahen Verwandten mit Darmkrebs hat, dessen Risiko ist um zehn Jahre vorverlegt. Er sollte also spätestens mit 40 Jahren mit der Krebsvorsorge starten. Wesentliche Risikofaktoren sind neben Übergewicht und einer falschen Ernährung mit übermäßigem Verzehr von rotem Fleisch und Fett auch die Faktoren Bewegungsmangel und Rauchen. Zu den Risikogruppen gehören zudem Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sowie Diabetiker.

 

3. Das bekommen ja nur alte Menschen

Die Wahrheit: Da Darmkrebs vererbt werden kann, sind auch immer mehr Jüngere betroffen. Das unterschätzen viele. Über 20 000 Menschen erkranken jedes Jahr allein aufgrund ihrer familiären Disposition – und das oft in jungen Jahren.

 

4. Es sind doch meist nur Männer betroffen

Die Wahrheit: Darmkrebs trifft Mann und Frau gleichermaßen! Allerdings tritt die Erkrankung bei Männern im Durchschnitt schon mit 69, bei Frauen erst mit 75 Jahren auf. Die Gründe: Im Vergleich zu Frauen haben Männer meist ein geringeres Gesundheitsbewusstsein. Wenn es keine Anzeichen für eine Krankheit gibt, gehen sie häufig gar nicht zum Arzt. Hinzu kommen verstärkt Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol und Übergewicht. Deshalb: Männer müssen sich über ihr erhöhtes Risiko in Sachen Darmkrebs bewusst werden und (wie ihre Frauen) die Vorsorgeangebote stärker nutzen.

 

5. Eine Darmspiegelung ist unangenehm und sehr schmerzhaft

Die Wahrheit: Es ist natürlich nicht angenehm, aber nicht so schlimm, wie es sich viele immer noch vorstellen. Die Vorbereitung mit Abführmitteln ist der unangenehmere Teil (siehe Punkt 6). Die Untersuchung dauert maximal 30 Minuten und kann – wenn gewünscht – auch unter einer Betäubung oder Narkose erfolgen, so dass der Patient nichts spürt. Danach kann er in der Regel wieder seinen normalen Tagesablauf aufnehmen.

 

6. Es ist aufwändig, sich auf die Koloskopie vorzubereiten

Die Wahrheit: Man sollte sich dafür tatsächlich einen ganzen Tag Zeit nehmen, das stimmt. Doch große Unruhe ist überflüssig. Für die Spiegelung muss der Darm zwar mit Abführmitteln komplett entleert werden. Aber mittlerweile gibt es verträglichere und besser schmeckende Mittel, die die Prozedur erleichtern. Der Arzt berät über das Vorgehen und hilft bei der Auswahl des Mittels.

 

7. Ein Stuhlbluttest kann die Koloskopie ersetzen

Die Wahrheit: Ein jährlicher Stuhlbluttest ist sinnvoll, um okkultes (verstecktes) Blut im Darm erkennen zu können. Andererseits kann der Darmkrebs trotzdem unentdeckt bleiben, weil Polypen, die die Vorstufe von Darmkrebs sein können, in Intervallen bluten, also nicht ständig. Daher muss jeder positive Stuhlbluttest durch die Koloskopie abgeklärt werden, um sicher zu sein, dass keine Polypen oder andere Erkrankungen vorliegen.

 

8. Ein Polyp bedeutet, dass ich Krebs habe

Die Wahrheit: Das ist nicht gesagt – daher erstmal Ruhe bewahren. Nicht alle Polypen sind bösartig. Wenn diese Geschwulste im Darm aber nicht kontrolliert werden, können sie zum Tumor werden. Deshalb müssen sie bei einer Koloskopie kontrolliert und gleichzeitig entfernt werden.

 

9. Darmkrebs endet immer tödlich

Die Wahrheit: Das stimmt nicht. Wenn der Darmkrebs früh genug entdeckt wird, besteht eine Überlebenschance von mind. 90 Prozent. Daher sind Früherkennungsuntersuchungen so wichtig. Denn hat sich der Tumor erst einmal im Organismus ausgebreitet, fällt die Prognose deutlich schlechter aus. Doch die Therapien verbessern sich auch hier laufend, so dass selbst fortgeschrittene Stadien noch heilbar sein können.

 

10. Nach der Operation bekomme ich einen künstlichen Darmausgang

Die Wahrheit: Ein künstlicher Darmausgang ist nach einer solchen Operation nur noch selten nötig. Die Therapie-Methoden haben in den letzten Jahren so weit verbessert, dass Tumore entfernt werden können, während der Darm verschont bleibt.

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